Protest beim Kongress der DGPPN und der WPA in Berlin!

Am Sonntag und Montag (08ter/09ter Oktober) protestierten zahlreiche Menschen gegen Zwang und Gewalt in der Psychiatrie. Auch wir waren dabei und haben unten folgenden Redebeitrag gehalten. Ein ausführlicher Bericht zu den Protesten folgt in Kürze und mehr Bilder von der Kundgebung finden sich HIER (Link zu Zwangspsychiatrie.de bitte hier drauf klicken)

 

"Heute und in den nächsten Tagen bis zum 12.10.2017 findet hier in der Messe Berlin der Weltkongress 2017 der World Psychiatric Association (WPA) statt - In Zusammenarbeit mit der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie und Neurologie), die ihren jährlichen Kongress mit dem der WPA zusammengelegt hat. Es sollen Fort- und Weiterbildungen sowie Vernetzungen zwischen verschiedenen (psychiatrischen) Akteur*innen geben. Das geschieht unter anderem mit einem Angebot an Vorträgen, Diskussionsrunden, Rollenspielen etc..

 

Zwar wird auf diesem Kongress auch die Sicht von Betroffenen aufs psychiatrische Geschehen thematisiert, z.B. durch den Psychiatrie-Kritiker Peter Lehmann, dennoch bleibt eine psychiatriefreundliche Atmosphäre bestehen. Denn unter anderem treten Menschen wie der Comedy-Psychiater Manfred Lütz auf die Bühne, der sich _nur scheinbar_ gegen Diskriminierung von Menschen mit psychiatrischen Diagnosen einsetzt und das System Psychiatrie, wie es gerade ist, stark verharmlost und medial wirksam _gutheißt_.

Aber nicht nur erfolgreiche Buch-Autor*innen wie Lütz stützen hier die stabilen Säulen der menschenverachtenden Psychiatrie – Auch die Veranstalterin selbst – die DGPPN- , spricht sich für Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie aus und ist in der Vergangenheit dadurch aufgefallen Körperverletzungen, Freiheitsberaubung, Fremdbestimmung erheblich zu unterstützen.

 

Dazu zählt auch das Menschen-in -Schubladen-stecken mithilfe von psychiatrischen Diagnosen ohne Betroffene danach zu fragen, wie sie selbst ihren Zustand und/oder ihre Situation beschreiben würden. Das stabilisiert die Plattform für Menschenrechtsverletzungen. Denn sobald über Köpfe von Betroffenen (fremd)definiert wird, wird die Autonomie (Selbstbestimmung) dieser verletzt und ihre Handlungsfähigkeiten eingeschränkt. In Psychiatrien, wie sie sich um uns herum befinden, werden Menschen auch gegen ihren Willen mit Medikamenten „behandelt“, an Betten gefesselt, eingesperrt und elektrogeschockt.

 

Wir – die Initiative Zwangbefreit - wollen uns mit solchen Menschen, die sich bemühen Kritik auf diese Veranstaltung zu bringen solidarisieren und gleichzeitig Abstand nehmen von den hier ebenfalls auf die Bühne gebrachten reaktionären (rückschrittlichen) psychiatrischen Ideen und Haltungen.

 

Für Alternativen zur Zwangspsychiatrie!

Für eine befreite Gesellschaft ohne Diskriminierung!"

 

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Kommentare: 2
  • #1

    sex telefon (Freitag, 17 November 2017 14:24)

    przedwczesny

  • #2

    szczegóły (Freitag, 17 November 2017 17:55)

    zakrzyczaną