Protest der Initiative Zwangbefreit anlässlich der 34. Psychiatrie-Tage in Königslutter

Am 16. und am 17.11.2016 (vorletzten Mittwoch und Donnerstag) fanden in Königslutter in den Räumlichkeiten des AWO Psychiatriezentrums (APZ) die 34. Psychiatrietage statt.

Diese Veranstaltung stand unter dem Titel: „Psychische Störungen und Familie“ und wurde vom ärztlichen Direktor des APZs Dr. Mohammad-Zoalfikar Hasan und Dr. Rainer Jung, leitender Oberarzt am APZ moderiert.

Es gab verschiedene Redebeiträge. Mitunter sprach der Landesverband Psychiatrie-Erfahrener (LPEN).

 

Da an diesen Tagen der Zulauf von Außen recht groß zu werden versprach und es auch war, nutzten Aktivist*innen der Initiative Zwangbefreit (IZB) die Gelegenheit, um auf die unwürdigen Zustände im AWO Psychiatriezentrum aufmerksam zu machen.

 

Der Protest galt an diesen Tagen also dem AWO Psychiatriezentrum als Folter, Zwang und Gewalt ausübende und zulassende Institution, nicht aber jedem Redebeitrag. Die IZB äußert sich vor allem solidarisch mit den Genoss*innen des LPEN.

 

Mit Parolen wie „Menschenrechte in der Psychiatrie“ oder „Psychiatrie geht auch zwangfrei“, einem Transparent und Redebeiträgen gaben die Demonstrierenden dieser Veranstaltung an beiden Tagen kritische Begleitung.

 

 

Vorbeigehende Menschen zeigten sich interessiert. Teilweise wurde in Parolen eingestimmt und es entstanden interessante Gespräche mit Betroffenen.

Die Reaktionen des APZ-Personals fielen verschieden aus. Manche schienen interessiert am Protest der Aktivist*innen, andere reagierten eher aggressiv und ablehnend.

Klar ist auf jeden Fall, dass auch APZ-Vertreter*innen bemerken, dass der gesellschaftliche Druck auf das Psychiatriezentrum hoch ist. Das war vor allem daran zu sehen, dass Zwang-Befürworter*innen mittels Rufen der Polizei, versuchten die Proteste zu verhindern. Die eine Zwangsanstalt bat also die andere um Hilfe - so ist das eben, wenn die Argumente fehlen.

 

Die Initiative Zwangbefreit findet und fand es wichtig und notwendig darauf hinzuweisen, wer diese Veranstaltung eigentlich (ge)leitet und ermöglicht (hat). Nämlich Autoritäten des APZs. Und das sind genau die Leute, die über Zwang und ihre Anwendung in der Psychiatrie entscheiden und sich – das sieht man an den vor Ort herrschenden Zuständen – für (und leider nicht gegen) Zwang und Gewalt aussprechen.

 

Auch wenn das AWO Psychiatriezentrum bisher wenig („Behandlungs“-)Einsicht zeigt, werden die Proteste nicht aufhören. Im Gegenteil. Der Widerstand geht weiter und endet erst, wenn alle Zwangsmaßnahmen und jede Gewalt in der Psychiatrie abgeschafft ist!

Die Initiative Zwangbefreit äußert ihre Solidarität mit Betroffenen und Angehörigen und verspricht, dass sie wiederkommt, um den Protest weiterzuführen!

 

Für ein selbstbestimmtes Leben!

 

Für eine Gesellschaft ohne Unterdrückung!

 

Gewalt und Zwang in der Psychiatrie und anderswo abschaffen – JETZT!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0