Zwangsmaßnahmen: Die weitverbreitete Praxis in Deutschland!

Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie:

"(...) In der Rechtswirklichkeit sind derartige Methoden aber nicht die seltene Ausnahme, sondern weitverbreitete Praxis in Deutschland (...)"(Deutsches Institut für Menschenrechte)

 

2018 schaut sich der UN-Menschenrechtsrat die Lage der Menschenrechte in Deutschland an. Das Deutsche Institut für Menschenrechte (DIMR) hat dafür einen Bericht verfasst und eingereicht. Den Abschnitt zur Psychiatrie könnt ihr hier nachlesen:

 

"Menschenrechte in der Psychiatrie

15. Mit Blick auf die Psychiatrie war Deutschland in der Vergangenheit von Menschenrechtsgremien der Vereinten Nationen scharfer Kritik ausgesetzt. Die Unterbringung gegen den Willen, die Isolierung und Fixierung, die zwangsweise Gabe von Medizin sowie die Sedierung (Ruhigstellung) gelten auf bundes- und landesgesetzlicher Ebene im Sinne einer gesetzlichen Ausnahme unter bestimmten Bedingungen immer noch als rechtlich zulässig.

 

Zwar wurden in Folge von höchstrichterlichen Entscheidungen seit 2011 die verfassungsrechtlichen Anforderungen für die gesetzlichen Regelungen höher gesteckt. In der Rechtswirklichkeit sind derartige Methoden aber nicht die seltene Ausnahme, sondern weitverbreitete Praxis in Deutschland. Seit 2016 fördert die Bundesregierung ein größeres Forschungsprojekt zur Vermeidung von Zwangsmaßnahmen.

Eine grundsätzliche Überprüfung des Systems der Psychiatrie aus menschenrechtlicher Sicht und insbesondere eine Ausrichtung hin zu einer Psychiatrie ohne Zwang sind indes nicht zu erkennen."

 

Den ganzen Bericht findet ihr hier:

 

http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Weitere_Publikationen/DIMR_Bericht_fuer_UPR_2018.pdf

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Demobericht zum Welt-Psychiatrie-Kongress in Berlin (mit Radio-Interview)

Vom 8. bis zum 12. Oktober 2017 fand in der Messe Berlin ein Kongress der WPA (World Psychiatric Association) und der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie) statt – der Welt-Psychiatrie-Kongress. Ca. 15 000 Menschen wohnten diesem bei. An mehreren Tagen haben einige Menschen gegen die dort stattfindenden Beschönigungen und die vorgetragenen reaktionären (=rückschrittlichen), psychiatrischen Haltungen vor der Messe demonstriert. 

 

Der Protest war vielseitig: verschiedene Gruppen und Einzelpersonen hielten Schilder und Transparente hoch, sangen psychiatriekritische Lieder und redeten am Mikrophon. Auch die Initiative Zwangbefreit war dabei – unter anderem mit einem Redebeitrag, den ihr hier findet (LINK). 

 

Innerhalb der Messe gab es einen Pharmabereich, den nicht alle Pressevertreter*innen betreten durften. Auch Betroffenen-Vertreter*innen, Student*innen und Auszubildende durften diesen Bereich nicht aufsuchen. Wer darf dann eigentlich noch rein? Vielleicht Special-Psychiater*innen (sagt das mal 10x hintereinander – und gebt das mal bei Google-Übersetzer  ein – dann kommt „Special psychiatrist*inside“ (= Spezial-Psychiater*innen*drinnen)  -Na, wenn das kein Beweis ist – kleine Verschwörungstheorie am Rande-)???   ... 

 

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Protest beim Kongress der DGPPN und der WPA in Berlin!

Am Sonntag und Montag (08ter/09ter Oktober) protestierten zahlreiche Menschen gegen Zwang und Gewalt in der Psychiatrie. Auch wir waren dabei und haben unten folgenden Redebeitrag gehalten. Ein ausführlicher Bericht zu den Protesten folgt in Kürze und mehr Bilder von der Kundgebung finden sich HIER (Link zu Zwangspsychiatrie.de bitte hier drauf klicken)

 

"Heute und in den nächsten Tagen bis zum 12.10.2017 findet hier in der Messe Berlin der Weltkongress 2017 der World Psychiatric Association (WPA) statt - In Zusammenarbeit mit der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie und Neurologie), die ihren jährlichen Kongress mit dem der WPA zusammengelegt hat. Es sollen Fort- und Weiterbildungen sowie Vernetzungen zwischen verschiedenen (psychiatrischen) Akteur*innen geben. Das geschieht unter anderem mit einem Angebot an Vorträgen, Diskussionsrunden, Rollenspielen etc..

 

Zwar wird auf diesem Kongress auch die Sicht von Betroffenen aufs psychiatrische Geschehen thematisiert, z.B. durch den Psychiatrie-Kritiker Peter Lehmann, dennoch bleibt eine psychiatriefreundliche Atmosphäre bestehen. Denn unter anderem treten Menschen wie der Comedy-Psychiater Manfred Lütz auf die Bühne, der sich _nur scheinbar_ gegen Diskriminierung von Menschen mit psychiatrischen Diagnosen einsetzt und das System Psychiatrie, wie es gerade ist, stark verharmlost und medial wirksam _gutheißt_.

Aber nicht nur erfolgreiche Buch-Autor*innen wie Lütz stützen hier die stabilen Säulen der menschenverachtenden Psychiatrie – Auch die Veranstalterin selbst – die DGPPN- , spricht sich für Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie aus und ist in der Vergangenheit dadurch aufgefallen Körperverletzungen, Freiheitsberaubung, Fremdbestimmung erheblich zu unterstützen.

 

Dazu zählt auch das Menschen-in -Schubladen-stecken mithilfe von psychiatrischen Diagnosen ohne Betroffene danach zu fragen, wie sie selbst ihren Zustand und/oder ihre Situation beschreiben würden. Das stabilisiert die Plattform für Menschenrechtsverletzungen. Denn sobald über Köpfe von Betroffenen (fremd)definiert wird, wird die Autonomie (Selbstbestimmung) dieser verletzt und ihre Handlungsfähigkeiten eingeschränkt. In Psychiatrien, wie sie sich um uns herum befinden, werden Menschen auch gegen ihren Willen mit Medikamenten „behandelt“, an Betten gefesselt, eingesperrt und elektrogeschockt.

 

Wir – die Initiative Zwangbefreit - wollen uns mit solchen Menschen, die sich bemühen Kritik auf diese Veranstaltung zu bringen solidarisieren und gleichzeitig Abstand nehmen von den hier ebenfalls auf die Bühne gebrachten reaktionären (rückschrittlichen) psychiatrischen Ideen und Haltungen.

 

Für Alternativen zur Zwangspsychiatrie!

Für eine befreite Gesellschaft ohne Diskriminierung!"

 

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Auf zum Protest gegen den Welt-Psychiatrie-Kongress (WPA) in Berlin. Zusammen gegen das Zwangspsychiatriesystem!

Es lohnt sich auch schon vor dem 08ten Oktober in Berlin zu sein!

Hier einige Termine:

 

Donnerstag, 5.10. um 19 Uhr in Berlin-Kreuzberg (Mehringhof/Versammlungsraum, Gneisenaustr. 2): Wo Pippi eingesperrt, gedemütigt, fixiert und vollgepumpt mit Psychopharmaka 20 Jahre früher sterben würde...

(Ton-Bilder-Schau zu Anspruch und Wirklichkeit hinter psychiatrischen Mauern und Zäunen. Die Ton-Bilder-Schau des investigativen Journalisten Jörg Bergstedt gibt einen tiefen Blick hinter die Kulissen der Zwangspsychiatrie, dargestellt vor allem an Unterlagen, die aus den Psychiatrien selbst stammen. Den Abschluss bildet die Frage, wie eine Welt ohne Zwangsbehandlungen aussehen könnte - und was das alles mit Pippi Langstrumpf zu tun hat.)

 

Samstag, 7.10. um 16 Uhr in Potsdam (Madia, Lindenstr. 47): Wo Pippi eingesperrt, gedemütigt, fixiert und vollgepumpt mit Psychopharmaka 20 Jahre früher sterben würde ...

 

6.-8.10. in Berlin (Jugendherberge am Ostbahnhof): Jahrestreffen des BPE (Bundesverband Psychatrie-Erfahrener)

 

8./9.10. in Berlin: Demo gegen den WPA-Kongress (Eingang Messe Süd, Beginn am 8.10 um 16 Uhr und am 9.10. um 8 Uhr)

 

http://www.die-bpe.de/fiktive_wissenschaft/

 

http://www.projektwerkstatt.de/termin.html

 

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Aufruf: Neuroleptika-Absetzgruppe in Braunschweig!

Auf folgenden Aufruf möchten wir euch gerne aufmerksam machen:

 

"Hallo, ich würde gerne eine Neuroleptika-Absetzgruppe gründen - es gibt diese Gruppen schon in anderen Städten, hier in Braunschweig aber noch nicht. Obwohl man weiß, dass Neuroleptika keine Dauermedikation sein sollten, werden sie von Ärzten in der Regel leider immer noch alternativlos verabreicht. Mir geht es darum, darüber zu sprechen, zu diskutieren, uns gegenseitig zu begleiten und zu unterstützen, wenn wir die Medikamente reduzieren oder absetzen wollen (Ich selber nehme die Medikamente nur in akuten Phasen); aber auch die Medikamente besser kennenzulernen, uns mit den Wirkungsweisen, Nebenwirkungen zu beschäftigen, Alternativen zu überlegen, Ängste zu verlieren gegenüber der eigenen Erkrankung - kurze Neue Wege zu gehen."

 

Wenn ihr Interesse habt dann könnt ihr euch bei Constanze melden:

 Mail: cwaskow@gmx.de

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Prozessbericht: ein nützlicher Zeuge

Am 4. September 2017 fand ein Prozess gegen eine Aktivistin der Initiative Zwangbefreit (IZB) im Amtsgericht Helmstedt statt. Der Vorwurf war doppelter Hausfriedensbruch.

Als der Prozess mit kleiner Verspätung losging, saßen schon einige solidarische und Psychiatrie kritische Menschen im Publikum, um die Sache und die Angeklagte zu unterstützen.
Thomas Zauritz, Geschäftsführer vom AWO Psychiatriezentrum (APZ) in Königslutter und ein Polizeimensch waren als Zeug*innen geladen. Nach Aufnahme der Daten der Angeklagten und der Feststellung, dass die Angeklagte sich nicht zu den Vorwürfen äußern will, wurde Thomas Zauritz in den Saal gerufen.

Der nahm dann auf den Zeug*innen-Stuhl platz und begann seine Sicht zweier Demo-Situationen am 16.11. und am 17.11.2016 zu schildern (Link zu den Aktionsberichten).
Dabei beschrieb er, dass jeweils demonstrierende Personen an den beiden aufeinander folgenden Tagen auf dem Gelände gesichtet worden seien. Darunter die Angeklagte. Dabei hätten sie ein Transparent hochgehalten und durch ein Megaphon gerufen. Er beschuldigte die Angeklagte ein Hausverbot - das im Sommer 2015 kurz vor einer Demo der Initiative Zwangbefreit per E-Mail zugeschickt worden sei - am 16. November 2016 (!) missachtet zu haben. ...

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Protest der Initiative Zwangbefreit gegen den Comedy-Psychiater Manfred Lütz

Am 23. August fand in den Räumlichkeiten der Braunschweiger Zeitung eine Jubiläumsveranstaltung der Psychiatrie Akademie statt. Als Festakt war Manfred Lütz geladen. Die Initiative Zwangbefreit begleitete Lütz „Lesung“ zu seinem Psychiatrie-Beschönigungs-Buch „IRRE! Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen.“ mit kritischen Stimmen und versuchte auf die Missstände in heutigen Psychiatrien hinzuweisen, die Manfred Lütz mit seinem Buch und seiner öffentlichen Präsenz gekonnt unter den Tisch fallen lässt.

Um direkt am Ort des Geschehens eingreifen zu können, planten einige Aktivist*innen der Initiative Zwangbefreit zunächst in dem Saal, wo sich die breite Zuschauer*innenschaft befand das unten angehängte Flugblatt zu verlesen. Darauf steht eine kurze Kritik zu dem, was an Manfred Lütz und dem was er sagt, problematisch ist.
Doch zu der Ausübung des Rechtes auf freie Meinungsäußerung kam es nicht. Denn kurz nachdem sich die Aktivist*innen hinsetzten, kamen Bernhard Tammen (Justiziar vom AWO Psychiatriezentrum Königslutter) und seine Scherg*innen (Sicherheitsdienst der Braunschweiger Zeitung) gezielt auf sie zu. Der angebliche Grund: stichprobenhafte Taschenkontrolle.
Das ließ die Aktivist*innen staunen. Denn zuvor wurden von keiner anderen Person die Taschen kontrolliert. Auf kritisches Nachfragen und Beharren der Aktivist*innen wurde unter sichtlicher Anspannung die Visitenkarte gezückt. Bernhard Tammen und seine Unterstützer*innen bestanden darauf die Tascheninhalte zu kontrollieren und waren offensichtlich darauf aus, die Aktivist*innen der IZB (Initiative Zwangbefreit) aus dem Saal zu locken, indem sie die Protestierenden dazu drängen wollten, den Tascheninhalt außerhalb des Festsaals zur Begutachtung freizugeben.
Schnell war klar: das kann kein Zufall sein. Wieso ausgerechnet sie und wieso so ein Security-Aufgebot?

...

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Erinnerung: Prozess gegen IZB-Aktivistin* am nächsten Montag (4.9.2017)

Hallo ihr lieben solidarischen Menschen! Hiermit wollen wir euch nochmal an den Prozess am Montag gegen eine* Aktivistin* der Initiative Zwangbefreit erinnern. Kommt gern vorbei (nach Helmstedt) und unterstützt die* Angeklagte* z.B. mit eurer Anwesenheit! :-)

 

Um 9 Uhr ist Beginn.

Ort ist: Saal C im Amtsgericht Helmstedt

 

Adresse:

Stobenstraße 5

38350 Helmstedt

 

Um mehr zum  Prozess zu erfahren (z.B. Hintergründe)  bitte hier klicken [link].

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Protestaktion gegen Feierlichkeit zum 25-jährigen Bestehen der AWO-Psychiatrie Akademie mit Manfred Lütz!

Am 23ten August feierte die AWO-Psychiatrie Akademie ihr 25-jähriges Bestehen. Zusammen mit dem Comedy-Psychiater Manfred Lütz wurde während dieser Festlichkeit im Medienhaus der Braunschweiger Zeitung (BZ) die Beschönigung der Zustände in der Psychiatrie vorangetrieben. Doch auch die Initiative Zwangbefreit (IZB) war vor Ort und sorgte mit einer Protestaktion dafür, dass diese Beschönigungsversuche mit kritischen Stimmen begleitet wurden. Die BZ berichtete im Sinne derer, die die Missstände in der Psychiatrie kleinreden und stellte in ihrem Bericht fest: "Psychiatrie kann durchaus lustig sein." Doch auch der IZB-Protest fand Erwähnung und war ein beliebtes Ziel der Fotojournalist*innen.

 

Ein ausführlicher Bericht von uns zur Aktion wird in den kommenden Tagen folgen...

 

Bildquelle: BZ

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Psychiater Manfred Lütz am Pranger der Political Correctness [1]

Manfred Lütz, Psychiater, Chefarzt am Alexianer Krankenhaus in Köln [2], Schriftsteller, katholischer Theologe und Kabarettist tritt am 23. August 2017 im Rahmen des 25 jährigen Bestehens der Psychiatrie Akademie (aus Königslutter) [3] in Braunschweig als Festakt auf (Die Veranstaltung beginnt um 19:20 Uhr

– um 18:45 ist Einlass- und wird im
Medienhaus der Braunschweiger Zeitung
Hintern Brüdern 23,
38100 Braunschweig
stattfinden. Hier die Einladung: http://www.awo-psychiatriezentrum.de/fileadmin/media/downloads/Einladung_Vortrag_Luetz.pdf). Wenn der Titel seines Erfolgsbuches „IRRE! Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen“ zunächst ein bisschen Hoffnung macht wird diese jedoch beim Betrachten seiner Aussagen bereits im Keim erstickt. Als Fürsprecher der „psychisch Kranken“ sieht er sich und ist der Meinung mit seinem „humorvollem“ 185 Seiten langen Buch, würde er einer Stigmatisierung von Menschen mit psychiatrischen Diagnosen entgegenwirken. Die Realität sieht allerdings anders aus.

Lütz schreibt selbst über sein Buch er würde damit eine „Gebrauchsanweisung“ für Menschen mit „psychischen Krankheiten“ bieten.
Darin und auch in seinen Vorträgen wie hier (Link: https://www.youtube.com/watch?v=OpIkI3G1y8k) untergliedert er die Gesellschaft in „normal“ und „krank“. Zwar macht Lütz dabei sichtbar, dass psychiatrische Diagnosen gesellschaftliche Konstrukte sind, hinterfragt dies jedoch kein Stück. Er meint, einem Menschen sei geholfen, wenn man ihn wieder „normal“ machen würde (natürlich in der Psychiatrie), da „psychisch Kranke“ ja schließlich unter ihrer „Außergewöhnlichkeit“ litten.

...

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Proteste gegen den WPA-Kongress in Berlin!

Vom 08ten bis zum 12ten Oktober findet in den Berliner Messehallen der Weltkongress der Psychiatrie statt. Dagegen gibt es zahlreiche Proteste. Auch die IZB wird sich an diesen beteiligen! Kommt auch ihr vorbei und tragt euren Widerstand gegen die Missstände im gegenwärtigen Psychiatriesystem auf die Straße der Hauptstadt.

 

Für mehr Informationen siehe hier:

 

http://www.die-bpe.de/fiktive_wissenschaft/

http://www.psychiatrie-erfahrene-nrw.de/…/2017-10-08_Aufruf…

 

Für den Sturz des Zwangspsychiatriesystems! (hierfür gibt es leider keinen link, muss man selber machen)

 

Eure IZB!

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Demonstration: "Für Alternativen zur Zwangspsychiatrie" in Königslutter am Elm.

Am 29ten Juli 2017 begann um 14 Uhr unsere kleine Demonstration: „Für Alternativen zur Zwangspsychiatrie!“ in Königslutter am Kaiserdom, unweit vom AWO-Psychiatiriezentrum (APZ) entfernt. Eine kleine Gruppe hatte sich dafür beim Dom-Café zur Anfangskundgebung zusammen gefunden. Schon vor dem Start der Kundgebung entstanden einige interessante Gespräche mit aufmerksam gewordenen Menschen, Flyer wurden verteilt und die Passant*innen zur Teilnahme an der Demo eingeladen.

 

Eine Person die gerade zurück ins APZ musste, konnte wegen Ablauf ihrer Ausgangszeit nicht an der Demonstration teilnehmen. Nach der kurzen Kundgebung vor dem Dom startete die Demo unter Rufen wie „Psychiatrie geht auch zwangsfrei!“, oder „Für Menschenrechte in der Psychiatrie!“ Richtung APZ.

Als die ersten 200 Meter gegangen waren, wuselte in Windeseile die Polizei herbei und teilte den Protestierenden mit, dass sie hier nicht entlang gehen könnten. Dies sorgte für Verwunderung, da die Versammlungsbehörde die angemeldete Route - auf der sich der Demotross zum Zeitpunkt der Polizeiansprache befand - bestätigt hatte. Die Begründung der Polizei lautete jedoch sinngemäß, dass die von der Behörde bestätigte Route aber auf dem APZ-Privatgelände entlang führt und das APZ nichts von demokratischen Grundrechten, wie der Versammlungsfreiheit auf ihrem Gelände hält.

 

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Kommt zur Demo "Für Alternativen zur Zwangspsychiatrie!" am Samstag (29ter Juli 2017)!

Update: Gemeinsame Anreise aus Braunschweig zur Demo!

Wer aus Braunschweig zur Demonstration am 29ten Juli 2017 fahren möchte, kann das auch zusammen mit uns tun. Treffpunkt ist 12 Uhr im Hauptbahnhof Braunschweig (an den Automaten in der Eingangshalle), so das wir den Zug um 12:17 Uhr nach Königslutter am Elm nehmen können. Dann haben wir noch ein bisschen Zeit in Königslutter und laufen dann zum Startpunkt der Demo.

 

In ein paar Tagen ist es soweit, dann startet in Königslutter am Elm (bei Braunschweig) unsere Demo "Für Alternativen zur Zwangspsychiatrie!

 

Kommt vorbei!

 

Los geht es um 14 Uhr in der Nähe des AWO-Psychiatriezentrums beim Dom-Café.

 

Den Aufruf zur Demo findet ihr Hier.

 

 

 

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Missachtung der Psychiatrie-Enquête: Klinikum Wahrendorff baut aus!

Mit 48 Millionen Euro bezuschusst das Land Niedersachsen den Neubau in Köthenwald, der insgesamt 65 Millionen Euro kosten soll. Geplant ist das Krankenhaus in Ilten dafür zu schließen und einen Großkomplex zu bauen. Dieser soll dann „eine Psychiatrie und eine Psychosomatik mit elf Stationen und einer Tagesklinik beherbergen[...]“ schreibt Dr. Silke Lesemann (SPD-Landtagsabgeordnete) in einer Pressemitteilung des Niedersächsischen Landtages vom 28. Oktober 2016.

Weiterhin heißt es dort: „ Eine Krisenintervention in Würde soll laut Brase das Credo des Klinikums sein“. Außerdem bezeichnet Dr. Rainer Brase die Bezuschussung des Krankenhausneubaus als „eine tolle Nachricht für alle Zukünftigen Patienten, für die Bürger der Region Hannover und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“.

Aber ist sie das wirklich?

Beachtet man die Ziele und Maßstäbe der Psychiatrie-Enquête (siehe unten) aus den 70er Jahren macht das Klinikum Wahrendorff sogar aus psychiatrischer Sicht her gesehen damit einen Rückschritt. Statt auf Dezentralisierung Wert zu legen, ballt sich nun in Zukunft ein noch größerer Teil der psychiatrischen Einzeleinrichtungen an einem Fleck und verwehrt weiterhin eine „gemeindenahe Versorgung“. Das ganze Dorf Köthenwald ist ein Dorf, welches sich ausschließlich aus psychiatrischen Einrichtungen zusammensetzt. Zwang, Druckmacherei und Gewalt sind derzeit an der Tagesordnung. Es kam in den Wahrendorffschen Kliniken bereits zu Todesfällen (Link). Auch wenn die Psychiatrie-Enquête durchaus zu kritisieren ist, stellt sich hier die Frage: Wenn Geschäftsführer*innen wie ein Dr. Rainer Brase eine Entwicklung gutheißt, die sogar aus psychiatrischer Sicht humanistisch rückschrittlich ist, wie weit dieses Klinikum tatsächlich bereit ist in Zukunft Menschenrechte und die Menschenwürde zu beachten.

 

Ab-/ausgegrenzte Ballungsgebiete, wie sie das Klinikum Wahrendorff produziert sind ebenso in Frage zu stellen wie eine überwachsame Gesellschaft, die jede Abweichung von der Norm den psychiatrischen Kontrollinstanzen zuführt!

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behindert und verrückt feiern - kommt zur Pride Parade in Berlin!

Hey ihr Lieben!

 

Kommt am Samstag, den 15 Juli 2017 nach Berlin!

Es gibt ein interessantes Programm. Auch die IZB (Initiative Zwangbefreit) wird eine Rede halten.

 

Beginn ist um 15 Uhr auf dem Hermannsplatz

 

Hier der Aufruf von der Facebook-Seite der Pride Parade selbst. Quelle (Link)

"Freaks und Krüppel, Verrückte und Lahme, Eigensinnige und Blinde, 
Taube und Normalgestörte – 
kommt mit uns raus auf die Straße und feiert

die vierte „behindert und verrückt feiern“ Pride Parade!

Es wird viel geredet über Inklusion, Gleichstellung, Selbstbestimmung und Teilhabe, gerade vor Wahlen. Doch die Welt sieht anders aus! Die Begriffe wurden von ausgegrenzten und unterdrückten Gruppen geprägt. Sie werden aber immer mehr von den Ausgrenzer*innen und Unterdrücker*innen umgedeutet und missbraucht, indem sie uns einige Krümel hinwerfen und das „Teilhabe“ nennen. Deshalb fordern wir:

ganzhaben statt teilhaben!

...

 

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Stellungnahme zu dem Tod von Achmet A., der in Bremen Ost durch eine Zwangsmaßnahme gestorben ist

Im Folgenden eine Stellungnahme der Psychiatrie kritischen Gruppe zum Tod von Achmet A..

 

"In Gedenken an

 

Achmet A.

 

der am 09.05.2017 durch eine unverhältnismäßige, brutale, bis dato unverantwortete, willkürlich ausgelöste Zwangsmaßnahme in Bremen-Ost verstorben ist.

Er ist uns in Erinnerung für alle Menschen, die in Bremen-Ost und überall kollektiv ermordet wurden.

Er ist gestorben. Das war nicht nötig. Es ist passiert. Die eilig herbeigeeilten WärterInnen, die ihn zu Boden gebracht und ihm am Atmen gehindert haben, ( "ich krieg keine Luft mehr, ich krieg keine Luft") hatten kein Erbarmen. Er könnte simulieren. Den "gewalttätigen Bekloppten" kann man nicht trauen. Das Personal ist trainiert, angeblich professionell und in Deeskalation geschult. Bis dato ist noch Jede/r im BEO (Beobachtungsraum/Isolation) gelandet, für die/den der Eberhard (Codewort für Zwangsmaßnahme) ausgelöst wurde, für was für Lapalien auch immer.

Drei WärterInnen rein ins Raucherzimmer. Ein Dutzend PflegerInnen und mehr in der Tür, auf dem Gang. Die Patienten ganz schnell auf ihre Zimmer und in den Aufenthaltsraum geschickt. Haben die PatientInnen es gehört? "Ich krieg keine Luft mehr, ich krieg keine Luft."  Ja, sie haben es gehört.

Herr A. wollte sein Frühstück, daß ihm verweigert wurde. Drei Meter vor dem Essenswagen.  "So nicht Herr A.!" Ein Wort ergab das andere. "Lassen sie mich doch in Ruhe." Dreht sich um. Will in den Raucherraum, um sich zu beruhigen. "So nicht Herr A!"

In diesem Moment, in seinem Rücken, wird der Eberhard ausgerufen. Die Üblichen an vorderster Front. Routiniert. Eine willkommene Auflockerung für alle Beteiligten. Können alle mal sehen, wie "Mann" es richtig macht.

Es wurde nichts richtig gemacht. Weder die Auslösung des Eberhard's war verhältnismäßig. Noch der Zugriff. Noch dass, was danach passiert ist. Ca. 20 Minuten Reanimation durch eine Pflegerin bis Leonora (Codewort für medizinischen Notfall) ausgelöst wurde. Ca. weitere 20 Minuten, bis die Sanitäter auf dem Gelände zum Einsatz kamen, den Defibrilator nicht dabei.  Weitere 20 Minuten bis der Notarzt eintraf.  Keine Beatmung, keine Eile. Das Achmet angeblich bis Freitag im Koma lag und dann verstarb, ist/bleibt rätselhaft. Die ersten PatientInnen berichteten uns einen Tag nach dem Angriff: Eberhard..., keine Luft mehr..., nach 40 Minuten tot.

Wir vermuten im ersten Moment , er wurde erwürgt. Uns fehlte das Wort erstickt, erdrückt, erdrosselt oder am Atmen gehindert. Jedenfalls hat ihn nicht der Blitz erschlagen.

Erstes offizielles Munkeln, ein zu großes Herz/ Herzprobleme. Ein Infarkt hat den 31-Jährigen dahingestreckt. In welche Richtung sollte die Staatsanwaltschaft/Kripo dann ermitteln? Sollte sie das überhaupt? Die Gefangenen wurden bis jetzt noch nicht zum Tathergang vernommen, trotz geäußertem Wunsch dazu.

Der Leichnam, ganz schnell von der Kripo freigegeben und einem Bestattungsunternehmen zugeteilt. Dem Vater wird selbst der Abschied von seinem Sohn verwehrt. Er wird nicht informiert. Achmet sollte eigentlich in die Türkei überführt werden. Der Leichnam wird aber ganz schnell ohne das Wissen des Vaters in Deutschland beerdigt.

Schon im Dezember letzten Jahres haben wir auf die unheilvolle Verstrickung von Justiz, Exekutive und Psychiatrie in  Bremen, bei der Schwerdtfegerabschiedsschau (Verabschiedung des letzten Klinikleiters in den Ruhestand) aufmerksam gemacht. Alles nicht justiziabel? Archaische Machtdemonstrationen, zur Festigung von Kumpaneien, Loyalitätsbeweisen, Verhöhnung der Schutzbefohlenen und der gerichtlichen Institutionen? Eine Homage der MitarbeiterInnen an ihren verdiensvollen Leiter der Einrichtung? Keiner will es wissen, obwohl  auch das alles im Film zur Erinnerung festgehalten wurde. Weiter haben wir, nach Themen gegliedert, auf fünf DIN A4 Seiten anonymisiert, auf das gewalttätige, demütigende, erniedrigende, repressive Regime, in dieser Anstalt hingewiesen. Beim großen Aufschrei in Bremen, über die Verhältnisse in der Allgemeinpsychiatrie, durch die Patientenfürsprecher dokumentiert, klapperten wir Parteien und Presse, Petitionsausschüsse, Besuchskommissionen und Deputationen ab. Allen diesen Institutionen, selbst dem Senat und der Bürgerschaft lag unser Beschwerdekatalog aus der Forensik vor. Die forensische Klinikleitung hat alles als erstunken und erlogen, vom Tisch gewischt. Die Beschwerden betreffen vielleicht die Allgemeinpsychiatrie, aber nicht die Forensik.

Jetzt wird weiter vertuscht und gelogen. Achmet sei drogenabhängig und gewalttätig gewesen. Patienten schildern ihn anders. Er hätte Alkohol in seinem Zimmer hergestellt. Unglaublich. Vielleicht haben sie was getrunken, um ihren Frust zu ersaufen.

Die Ausweg- und Aussichtslosigkeit von Achmet A., und all den anderen  Mitgefangenen, macht uns wütend und ohnmächtig zugleich.

Ein Gedenken vor der Forensik wurde 2 Tage geduldet. Nach 2 Tagen wurde abgeräumt. Fotos weg, Blumen weg. Zurück zum forensischen Alltag. Alle Beteiligten machen weiter.

Neuerdings den Euthanasieopfer am IRRSTERN in Bremen-Ost gedenken, und glauben, die Zeit wäre vorbei? Ein gruseliges Psychiatrie-Museum zum schaudern nebenan. Aber das hat  mit dieser Zeit nichts zu tun. 

Wir haben von nichts gewußt? Wir wollen von all dem nichts wissen!

Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.

 

Psychiatrie kritische Gruppe    

Kontakt: beschwerde-bremen-ost@gmx.de"

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Prozess gegen IZB-Aktivistin erneut verschoben - jetzt am 4.9.2017!

Der Prozess (der erst am 3. Mai, dann am 12. Juni stattfinden sollte) gegen eine Aktivistin der Initiative Zwangbefreit wurde erneut verschoben. 

Kommt also gern am 4. September 2017 zum Amtsgericht Helmstedt und unterstützt die Angeklagte mit eurer Solidarität!

 

Auf einen Blick: 

Wann? - am Montag, den 4. September um 9 Uhr (morgens)

Wo? - Amtsgericht Helmstedt, Saal C

 

Adresse vom Amtsgericht Helmstedt:

Stobenstraße 5

38350 Helmstedt

 

Mehr zum Prozess (z.B. Hintergründe) findet ihr hier (<--link).

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Mahnwache in Bremen in Gedenken an Achmet Agir!

Am 16ten Mai 2017 fand wie vor einigen Tagen angekündigt, vor dem Klinikum Bremen-Ost eine Gedenkkundgebung für den nach einer Fixierung verstorbenen Achmet Agir statt.

Hier ein kurzer Bericht darüber von der Bremer psychiatriekritischen Gruppe:

Am Dienstag den 16.5, eine Woche nach dem Überfall auf Achmet Agir, (an dem er entweder sofort oder 3 Tage später verstorben ist (nicht mal das lässt sich zur Zeit mit 100prozentiger Sicherheit sagen)) gab es eine Gedenkundgebung mit hohem ungebetenem Besuch, in Form von Securitys, (die uns erzählen wollten, dass die Insassinnen Angst vor uns und unseren Blumen hätten, sich dann aber zurück zogen). Klinkleitung Frau Franz, Pflegedienstleitung Schröder und Oberarzt Wiele konnten 2 Stunden, ihrer gut bezahlten Arbeitszeit entbehren, um unser Gedenken einfach nur stören zu wollen, oder auch tatsächlich mit Angst um sich und ihren Ruf. Sie verwickelten uns in Disskusionen, in
denen besonders Frau Franz darum bat, dass wir doch aufhören sollen Unwahrheiten über ihre Klinik und ihr Personal zu verbreiten.
Nach 40 Stunden war Seitens der Klinik die offizielle Trauerzeit für Achmet Agir abgelaufen und Bilder, Blumen und Kerzen wurden entfernt.
Wir kommen wieder. Kein Vergeben. Kein Vergessen.

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31-Jähriger stirbt nach Fixierung im Klinikum Bremen Ost - Kundgebung am 16. Mai in Bremen

Am Dienstag den 16.5. wird es um 18 Uhr eine Mahnwache im Gedenken an den Verstorbenen vor der forensischen Psychiatrie in Bremen Ost geben (Züricher Str. 40, 28325 Bremen). Die Psychiatrie kritische Gruppe ruft dazu auf, sich solidarisch zu zeigen, Blumen, Kerzen etc mitzubringen.

 

Niemand ist vergessen, der innerhalb der Institutionen, durch die Gewalt des Personals stirbt.

 

Weitere Informationen unter: stattpsychiatrie@riseup.net

 

Artikel aus dem Weser Kurier : "Nach gewaltsamer Fixierung: Psychiatrie-Patient stirbt"  (<--Link)

 

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Gedenktag 2. Mai -- Staatsschutz, Polizei

Am 2. Mai 2017 war der internationale Tag zur Erinnerung an die Verbrechen der NS-Psychiatrie und ihrer Kooperateur*innen und Widerstandstag gegen die gegenwärtige Zwangspsychiatrie.

Nachdem Gedenkenden, die dem Aufruf der Initiative Zwangbefreit (IZB) folgen wollten, das Gedenken an dem Mahnmal zur „Aktion T4“ auf dem Klinik-Gelände verboten wurde, standen Aktivist*innen der Initiative Zwangbefreit (IZB) am Fuße des Klinik-Geländes um trotzdem den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken und für eine Psychiatrie ohne Zwang zu protestieren. Ein Schild „Wir lassen uns das Gedenken an die NS-Opfer nicht verbieten“, Kreidesprüche wie „Für eine zwangfreie Psychiatrie heute“ und „in Gedenken an die Opfer der NS-Psychiatrie“, Kerzen und Blumen machten auf ihr Anliegen aufmerksam. Zusätzlich wurden Handouts mit Informationen zur „Aktion T4“ und ihrer heutigen Erinnerung und Flyer zur gegenwärtigen (Zwangs)Psychiatrie verteilt.

Auch gab es interessante Gespräche mit Passant*innen, einen Redebeitrag und leider auch Repressionen ( = Unterdrückung von Widerstand durch Polizei und andere Behörden): 

 

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Skandal: AWO-Psychiatriezentrum in Königslutter verbietet Gedenken an die Opfer der NS-Psychiatrie!!!

Die Begründung: Die Positionierung der IZB gegen Unmenschlichkeit in der Psychiatrie und mutmaßliches mit Kreide malen in der Vergangenheit!

 

(Hinweis: Gedenkveranstaltung findet trotzdem statt, nur an anderer Örtlichkeit!!! Siehe Ende des Berichts!)

 

Am 02ten Mai 2017 wollten wir als Initiative Zwangbefreit (IZB) eine Gedenkveranstaltung an die Opfer der „Aktion T4“, die im Nationalsozialismus hunderttausende Opfer forderte, durchführen. Der am besten geeignete Ort für unser geplantes Gedenken war natürlich der „T4“-Gedenkort („Weg der Besinnung“) auf dem Gelände des AWO Psychiatriezentrums in Königslutter (APZ). Da der gewünschte Veranstaltungsort somit auf dem Privatgelände des APZ liegt, hat es einer simplen Bestätigung unseres 02ten Mai-Gedenkens von Seiten des Klinikums bedurft. Doch was auf die Anfrage nach einer solchen Bestätigung von Seiten des APZ's erfolgte, kann jeder antifaschistisch denkende und auf Menschenrechte bauende Mensch nur als grobe Ohrfeige betrachten.

 

Bernhard Tammen - der Justiziar des APZ – untersagte der IZB „ und den von Ihnen aufgerufenen Personen“ das Gedenken an die NS-Opfer am 02ten Mai! Und nochmal, um zu kapieren was Herr Tammen im Namen des APZ da sagt: Ich verbiete am entsprechenden Tag sämtlichen Menschen, den Opfern des Nationalsozialismus am dafür vorgesehenen Gedenkort zu gedenken! Denn alle Menschen, die am 02ten Mai aufgrund unseres Aufrufes den Gedenkort aufsuchen wollen, müssen laut Tammen mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Eine Einteilung der Gedenkenden an diesem Maitag in Gedenkende, die einfach nur so an diesem Tag den Opfern gedenken möchten und denen, die es wegen unseres Aufrufes machen, ist eine Unmöglichkeit. Eine psychiatrische Klinik, die Menschen anzeigen will, die an einem bestimmten Tag am „Weg der Besinnung“ den NS-Opfern gedenken? Da muss sich die Stadt Königslutter doch die Frage gefallen lassen, ob - ja,sagen wir wie es ist – eine solche Gedenkort-Privatisierung nicht hinterfragt gehört. So können wir nur hoffen, das kein Mensch am 02ten Mai auch nur zufällig am Gedenkort gedenken möchte. Es droht Personalienkontrolle durch die Polizei und Strafverfolgung. Das APZ macht was es will. Und mit welcher Begründung verbietet das AWO Psychiatriezentrum das Gedenken? Der angeheuerte APZ-Justiziar umschreibt es folgendermaßen:

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Gemeinsame Anreise zu unserer Gedenkveranstaltung am 02ten Mai 2017 von Branschweig nach Königslutter am Elm!

Für alle die mit uns aus Braunschweig zur Gedenkveranstaltung - "In Gedenken an die Opfer der NS-Psychiatrie!" - fahren wollen, gibt es einen Termin zur gemeinsamen Anreise. Treffen ist um 17 Uhr an den Fahrkartenautomaten der Haupthalle im Hauptbahnhof Braunschweig. Der entprechende Zug fährt um 17:17 Uhr los. Den Aufruf zur Kundgebung findet ihr HIER.

 

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29ter Juli 2017: Demonstration gegen Zwangspsychiatrie in Königslutter am Elm!

Ende Juli veranstalten wir in Königslutter am Elm eine Demonstration unter dem Motto: Für Alternativen zur Zwangspsychiatrie! Diese wird um 14 Uhr in unmittelbarer Nähe zum Klinikkomplex des AWO Psychiatriezentrums (APZ) beginnen.

 

Unsere Demonstration wird dann nach einer kurzen Kundgebung durch die Stadt laufen und am Marktplatz mit einer Abschlusskundgebung enden. Ziel der Demonstration ist es, die Menschen in Königslutter für das Thema der Zwangspsychiatrie zu sensibilisieren, den zwangsbehandelten Menschen im AWO Psychiatriezentrum zu zeigen, dass sie nicht alleine sind und um unserer Forderung nach einer Psychiatrie ohne Zwang und Gewalt ein weiteres mal in der Öffentlichkeit Platz einzuräumen, damit mehr Menschen darauf stoßen, darüber diskutieren und letztendlich sich hoffentlich mit uns dafür einsetzen, dass Zwangspsychiatrie bald der Vergangenheit angehört.

 

 

Im Wissen über Zwangsmaßnahmen und die Bedeutung dieser für die Menschen, die sie erleben müssen, fordert die „Initiative Zwangbefreit“, dass die Psychiatrie auf solche Maßnahmen, die gegen den Willen der Betroffenen durchgeführt werden, kompromisslos verzichtet und das neue individuelle Konzepte für den Umgang mit schwierigen Lebenslagen erarbeitet werden. Diese können nur wirkungsvoll sein, wenn sie auf Respekt anstatt auf Unterdrückung und Machtspielen beruhen und wenn sie an einem Tisch mit den Betroffenen erarbeitet werden und nicht über deren Köpfe hinweg!

 

Wir wollen, dass die Leiden, Nöte und Charaktere Betroffener ernst genommen werden und fordern eine Gesellschaft, die alle Menschen so akzeptiert wie sie sind und sein wollen - frei von Bewertungen und Kategorien.

 

Wir fordern Akzeptanz (Nicht Ignoranz) gegenüber „Anders"sein und schwierigen Lebenslagen und üben Kritik an psychiatrischen (Zwangs-) Maßnahmen.

 

Wir fordern Selbstbestimmung und die Festlegung der Definitionsmacht bei Betroffenen. Kein*e Psychiater*in sollte das Recht haben über die Köpfe ihrer*seiner „Patient*innen" hinweg Entscheidungen zu treffen und Kategorisierungen vorzunehmen.

 

 

Finger weg von Fixierung, Zwangsmedikation und dem Leben anderer!

 

Für Alternativen zu Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie!

 

Hinweis: Personen aus dem rechten Spektrum sind auf dieser und auf sämtlichen anderen Veranstaltungen von uns nicht willkommen!

 

 

Auf einen Blick:

 

Demo-Motto: „Für Alternativen zur Zwangspsychiatrie!“

 

Demonstrationsbeginn: 29ter Juli 2017, um 14 Uhr.

 

Demo-Ort: Am Kaiserdom/beim Dom-Café (Am Plan/Vor dem Kaiserdom) in Königslutter am Elm.

 

 

 

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Prozess gegen IZB-Aktivistin verschoben

Ein Prozess, der eigentlich am 3. Mai stattfinden sollte, wurde verschoben. Der neue Termin ist nun

 

am 12. Juni 2017

um 9 Uhr morgens

Saal C

Amtsgericht Helmstedt (Stobenstraße 5, 38350 Helmstedt).

 

Um mehr zum Prozess zu erfahren, bitte hier (<--das ist ein Link) nachschauen.

 

Natürlich freuen wir uns immer über Solidarität. Kommt gern vorbei. :-) 

 

Initiative Zwangbefreit

E-Mail-Kontakt: zwangbefreit@web.de

 

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Aufruf zur Kundgebung in Königslutter: In Gedenken an die Opfer der NS-Psychiatrie („Aktion T4“)!

Am 02ten Mai 2017 (siehe unten**) wollen wir gemeinsam mit euch an die Opfer der „Aktion T4“ während der Zeit des Nationalsozialismus gedenken. Die „Aktion T4“ bezeichnet die Ermordung und Zwangssterilisierung von mehr als 400.000 Menschen, die von den Nationalsozialist*innen den Stempel „unwertes Leben“ erhielten und in sogenannten „Pflege- und Heilanstalten“ systematisch getötet, zwangssterilisiert und gefoltert wurden. Betroffene waren vor allem als „psychisch krank und/oder körperlich behindert“ abgestempelte Menschen.

 

Wir möchten an diese Menschen erinnern, damit nichts von den Verbrechen der NS-Zeit in Vergessenheit gerät. Auch möchten wir mit unserer Kundgebung auf die aktuellen Missstände in Psychiatrien aufmerksam machen. Denn auch wenn jeglicher Vergleich der heutigen Psychiatrie mit der NS-Psychiatrie unangebracht ist, so gibt es heute noch eine Vielzahl an Unmenschlichkeit in den psychiatrischen Kliniken, die immer wieder Todesopfer fordert. Auch im AWO-Psychiatriezentrum in Königslutter (APZ), wo wir am 02ten Mai unsere Gedenkkundgebung abhalten werden, sind Zwangseinweisung, Zwangsmedikation und Fixierung gängige Praxis. Dagegen stellen wir uns und wollen neben der Erinnerung an die Opfer auch für eine Psychiatrie ohne Gewalt protestieren!

 

Auf dass sich diejenigen, die Zwang und Gewalt in der Psychiatrie ermöglichen, die letzten Worte auf der AWO-Gedenktafel auch für die heutige Zeit zu Herzen nehmen:

 

„Der „Weg der Besinnung“ soll mahnen, dass wir Politiker, Juristen, Ärzte, Pflegepersonal, Nachbarn, Mitmenschen, Gemeinden, Ämter, Kirchen, nie wieder wegschauen und mitwirken. Wir wollen hinschauen, wenn Unrecht geschieht und uns einmischen. Die Gedenkstätte soll uns erinnern an das Leid, aber uns auch wachsam sein lassen für die Zukunft!“

 

Unsere Gedenkkundgebung wird ab 18 Uhr am AWO-Mahnmal „Weg der Besinnung“ (circa eine halbe - bis eine Stunde lang) stattfinden. Das Mahnmal befindet sich auf dem APZ-Gelände in Königslutter am Elm. Wir treffen uns um kurz vor 18 Uhr am Kaiserdom Königslutter beim Dom-Café (Straße: Vor dem Kaiserdom/ Am Plan) und laufen dann gemeinsam zum AWO-Mahnmal. Bringt gerne Blumen, Kerzen, et cetera mit.

 

Hinweis: Ebenfalls am 02ten Mai 2017 findet in Berlin eine T4-Gedenkveranstaltung der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BPE) statt.

 

** Remembrance and Resistance Day (=Gedenk und Widerstandstag): Der 2. Mai ist der internationale Tag zur Erinnerung an die Verbrechen der NS-Psychiatrie und ihrer Kooperateur*innen und Tag des Widerstandes gegen die Zwangspsychiatrie.

 

 

Kontakt:
Initiative Zwangbefreit (IZB)
Mail: zwangbefreit@web.de

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BPE-Aktionsaufruf 2017!

"(...)Leute wie Pippi Langstrumpf müsse mensch einsperren.(...)"

 

Wir wollen euch auf einen Aufruf der "AG-Aktionsvernetzung" (BPE) aufmerksam machen. Beteiligt euch an Aktionen gegen das gegenwärtige Zwangspsychiatriesystem und/oder macht eigene Aktionen! Pippi bleibt frei!

 

Aktionsaufruf für das Jahr 2017

 

"Wir starten 2017 mit einer Massenzeitung, in der unsere Kritik an Geschichte und Gegenwart der Zwangspsychiatrie deutlich zu lesen ist. Außerdem wird dort für einige Termine und Aktionen geworben, die von Januar bis Oktober liegen. In diesen 10 Monaten wollen wir uns langsam steigern, bis dann vom 6. bis 8.10. in Berlin erst die BPE-Jahrestagung und ab 8.10. das Weltpsychiatertreffen stattfindet. Letzteres wollen wir zum Ziel klarer Forderungen und Proteste machen – mit Demonstrationen rund um den Versammlungsort (CityCube und südliche Messehallen in Berlin).

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"Die sind eigentlich alle ganz nett und sie glaubten wirklich, dass sie mir mit dieser Behandlung helfen würden. Sie wissen es einfach nicht besser, leider."

Im Folgenden veröffentlichen wir einen uns zugesandten Text eines Menschen, der*die selbst Erfahrung mit dem Zwangspsychiatriesystem machte und uns netterweise erlaubte seine*ihre Sicht auf dieses System und die eigenen Erlebnisse zu veröffentlichen. Der Text wurde ungekürzt übernommen:

 

"Ich kenne das Thema Zwangsbehandlung in der Psychiatrie aus eigener Erfahrung, als zwangsbehandelter Patient. Ich bin aber deswegen kein Feind der Psychiatrie an sich. Ich bin davon überzeugt, dass die Menschen, die sich für den Beruf als Psychiater, Psychologe oder auch als Pflegekraft im Psychiatrieumfeld oder als eine andere Art von Therapeut entscheiden dies tun, weil sie anderen Menschen helfen wollen. Und jeder hilft so gut wie er kann. Man sollte dabei nur eines bedenken: Es gibt "gut gemacht", es gibt "schlecht gemacht" und es gibt etwas, das ist schlimmer als "schlecht gemacht" und das ist "gut gemeint".

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Prozess gegen IZB-Aktivistin vor dem Amtsgericht Helmstedt! Spenden und Solidarität gegen Repression!

Im November 2016 fanden im AWO-Psychiatriezentrum in Königslutter (APZ) die sogenannten 34ten Psychiatrietage statt. Auch einige Aktivist*innen der Initiative Zwangbefreit (IZB) waren vor Ort, um gegen Zwangsmaßnahmen im APZ zu protestieren.

 

Statt auf die Protestierenden zuzugehen, um auf Dialog und Diskussion zu setzten, wurde von Seiten des APZ die Polizei gerufen. Die Begründung für diese Maßnahme war, dass die Aktivist*innen über das sonst auch öffentlich zugängliche Gelände des Klinikums spaziert sein sollen. Hausfriedensbruch soll das gewesen sein und dann fühlte sich auch noch ein Polizist bei der Personalienkontrolle von einer Aktivistin beleidigt. Sie soll den Polizeibeamten geduzt haben... Wer nun denkt: Wie mehr war's nicht?, der*die liegt richtig.

 

Ein paar Wochen später erhielt die betroffene Aktivistin einen Strafbefehl mit den Vorwürfen Hausfriedensbruch und Beleidigung gegen den sie Einspruch einlegte. Nun findet der Gerichtsprozess gegen sie am 03ten Mai 2017, um 9 Uhr am Amtsgericht Helmstedt (Saal A) statt

 

Immer wieder werden Aktivist*innen der IZB mit solchen und ähnlichen Vorwürfen konfrontiert, um den unliebsamen Protest gegen die Zwangspsychiatrie zu erschweren oder gar loszuwerden. Wir lassen uns davon jedoch nicht einschüchtern und werden weiter aktiv gegen die Missstände im gegenwärtigen Psychiatriesystem vorgehen! Dafür brauchen wir eure Unterstützung: Aktionen und Repression kosten Geld und wenn ihr an uns etwas spenden wollt, dann könnt ihr das an folgendes Konto tun:

 

 

Spenden und Aktionen

 

DE29513900000092881806

 

Betreff: IZB (bitte unbedingt angeben)

 

 

Und kommt auch am 03ten Mai nach Helmstedt und unterstützt die angeklagte Aktivistin zum Beispiel mit eurer Anwesenheit!

 

 

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Kritik zur gängigen Praxis der unkommentierten Löschung durch das Unser38-Team

"Vor wenigen Tagen wurde durch die Verwalter*innen der Unser38-Plattform unser Account der Initiative Zwangbefreit (IZB) gelöscht. Dies geschah zum wiederholten Mal ohne jegliche Vorwarnung und Kommentierung von Seiten des Unser38-Teams, obwohl wir in Vergangenheit auf   deren Bitten/Forderungen stets zeitnah reagierten und diese in unserem Account und unseren Beiträgen berücksichtigten.

 

So wurde an uns zum Beispiel, bezüglich unseres nun gelöschten Accounts, die Bitte herangetragen, doch zusätzlich zu unserem Gruppennamen einen Klarnamen zu verwenden. Diesem Wunsch kamen wir nach, auch wenn der Account "Team Unser38" in diesem Punkt ebenso eher mit schlechtem Vorbild vorangeht.

 

Wir als Nutzer*innen gestalten diese Plattform hier mit: Die IZB zum Thema der notwendigen Kritik am vorherrschenden Psychiatriesystem. ...

 

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22-Jähriger stirbt im Klinikum Wahrendorff

Ein Artikel aus der Neuen Presse (NP): 

 

Tod in Psychiatrie im Klinikum Wahrendorff: Ermittlung

 

Ein 22-jähriger Patient stirbt im Klinikum Wahrendorff. Seine Mutter (48) vermutet eine falsche Medikation. Ihr Anwalt hat Strafanzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
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Sehnde. Marcel F. starb am Morgen des 23. Januar 2016. Weil er nicht zum Frühstück erschien, schaute das Klinikpersonal in seinem Einzelzimmer nach. Dort lag der Auszubildende tot im Bett im Haus 10 in Köthenwald. Seine Mutter Andrea H. erfuhr erst zweieinhalb Tage später vom Tod ihres Kindes. Eine Funkstreifenbesatzung klingelte abends an ihrer Haustür in Sehnde und überbrachte die schockierende Nachricht.

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Zwang und Körperverletzung im neuen NPsychKG: kritische Begleitung einer Anhörung im Ausschuss

 

Am 9. März 2017 fand eine Anhörung zum neuen NPsychKG (=„Niedersächsisches Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch Kranke) im Niedersächsischen Landtag (Hannover) statt. Ab Sommer 2017 soll dieses Gesetz in Kraft treten.

Die Initiative Zwangbefreit (IZB) begleitete zunächst diese Anhörung kritisch mit einer spontanen Kundgebung vor dem Landtagsgebäude und kam später selbst im Landtag zu Wort (genauer: im Ausschuss des "Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Migration").

 

Da die Anhörung um 9.30 Uhr begann, verteilten die Aktivist*innen der IZB (Initiative Zwangbefreit) bereits ab ca. 9.00 Uhr um den Landtag herum Flyer, hielten eine Rede und machten mit einem Banner mit der Aufschrift „Für Menschenrechte in der Psychiatrie“ auf ihr Anliegen aufmerksam.

 

Als die Aktivist*innen zu den Räumlichkeiten der stattfindenden Anhörung gelangen wollten, ergab sich eine längere Wartezeit für diese. Denn der Sicherheitsdienst wurde hinzugezogen. Die Begründung für diese Maßnahme war die vorangegangene „Demonstration“. Nach mehreren Telefonaten einer*eines Angestellten im Foyer des Landtages mit Sicherheitsmenschen wurden die Aktivist*innen unter der Voraussetzung hineingelassen, Transparent und Megafon abzugeben und wurden vom Sicherheitsdienst zum Anhörungsraum begleitet.

 

Dort angekommen war die Anhörung bereits im Gange. Verschiedene Gruppen äußerten sich zum neuen Gesetzentwurf:

 

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IZB - Jetzt auch auf Facebook!

Ab jetzt könnt ihr uns auch auf Facebook folgen!

 

Kleiner Hinweis: Bitte denkt daran, dass Facebook nicht die sicherste Plattform ist, um Informationen über Aktionen oder Ähnliches zu teilen. Natürlich freuen wir uns über Likes und Kommentare, sofern sie keine Diskriminierungen beinhalten. Nur denkt bitte daran auszusortieren, was ihr gern veröffentlicht haben wollt und was nicht. Um "diskret" mit der IZB (Initiative Zwangbefreit) in Kontakt zu treten, nutzt bitte unsere Mailadresse: zwangbefreit[at]web.de. Dort könnt ihr uns auch verschlüsselt schreiben.

 

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Ausbeutung im Klinikum Wahrendorff: arbeiten für 30 bis 60 Cent die Stunde!

Soeben fanden wir auf linksunten.indymedia.org folgenden Artikel...

 

zu Besuch in einem geschlossenen Wohnheim im Psychiatrie-Dorf Köthenwald (nahe Hannover)

 

Am 20. Dezember 2016 waren wir zu Besuch in dem Psychiatrie-Dorf Köthenwald nahe bei Sehnde. Vor Ort haben wir mit dort wohnenden*einsitzenden Menschen gesprochen und einen Einblick in den Alltag einer geschlossenen Wohnheimstation erhalten.

 

 

 

Zum Klinikum allgemein

 

Köthenwald ist ein Standort von vielen des Klinikum Wahrendorff. In einer „Dokumentation“, (richtiger wäre eher die Bezeichnung „Werbefilm“) vom ZDF heißt es: „vor den Toren Hannovers liegt Europas größte private Nervenheilanstalt“1.

Das Klinikum Wahrendorff ist also laut ZDF das größte private psychiatrische Klinikum Europas2 und laut eigener Internetpräsenz "eine der größten psychiatrischen Einrichtungen Deutschland in privater Trägerschaft"3

Köthenwald ist ein riesiger Psychiatrie-Komplex. Vor Ort gibt es mehrere (geschlossene) Wohnheime, eine akutpsychiatrische Klinik, Arbeitswerkstätten (Fahrradwerkstatt und Tischlerei) eine Kinder- und Jugendpsychiatrie, eine psychiatrische Institutsambulanz (PIA)4 und einen Kiosk (möglicherweise sind nicht alle Einrichtungen genannt).

Behandelt“ werden laut Selbstauskunft in den Heimbereichen erwachsene[n] Menschen mit einem seelischen und/oder geistigen Handicap.“5

Das Einzugsgebiet ist weit gefächert. Vor Ort treffen wir Menschen, die vorher z.B. in Cloppenburg, Wilhelmshaven oder Hamburg gewohnt haben.

 

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Mailing-Liste gegen Zwang und Gewalt in der Psychiatrie

Liebe*r Besucher*in,

 

wenn du Lust* hast, dich zu engagieren und/oder du dich zum Beispiel über stattfindene Treffen informieren willst, kannst du dich gern in die Mailing-Liste eintragen. Auch können hier interessante Artikel oder ähnliches herumgeschickt werden.

 

So gehts:

 

1. Gebe in deinem Browser diese Adresse ein: 

https://lists.riseup.net/www/info/ohne_zwang

 

oder klicke auf diesen Link .

 

2. Dann mit der Maus auf "Abonnieren" (neben dem Plus-Zeichen in dem grünen Kreis) klicken.

 

3. Daraufhin erscheint auf der rechten Bildschirmhälfte ein neues Fenster. 

Dort kannst du in die Leiste deine Mail-Adresse eintragen und auf "Ausführen" klicken.

 

 4. Jetzt müsstest du eine Nachricht in deinem Mail-Posteingang haben. Darin steht ein Bestätigungs-Link, den du anklicken kannst, um dich zu ende bringend in die Liste einzutragen. Sobald du das getan hast, kannst du Nachrichten verschicken und/oder empfangen. :-)

 

! wichtiger Hinweis:

Wenn du ausschließlich mit der "Initiative Zwangbefreit" Kontakt aufnehmen willst, schicke uns bitte eine Mail an zwangbefreit[at]web.de . Die oben vorgestellte Mailing-Liste ist potentiell für alle einsehbar. Deshalb ist es sinnvoll abzuwägen, was für die Liste bestimmt ist und was lieber "vertraulicher" behandelt werden sollte.

Über die Mail-Adresse (zwangbefreit[at]web.de) kannst du auch verschlüsselt mit uns zu schreiben, wenn du ebenfalls über Mail-Verschlüsselung verfügst.

:-)

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Aufkleber der Initiative Zwangbefreit

Ein Aufkleber "gegen Zwang und Gewalt in der Psychiatrie" ist nun druckfertig! Wenn ihr selbst Klebchen drucken wollt: bewährt hat sich die Größe A7.

A6 oder größer würden bestimmt auch gehen -- je nach Vorliebe und/oder Einsatzort.

 

Möchtet ihr das Klebchen herunterladen, könnt ihr entweder dieses Bild hier auf eurem Gerät speichern oder ihr schaut in der Rubrik "Materialvorbei (da gibts das nochmal in größerer Auflösung).

 

 

 

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Flyerverteilaktion in Königslutter am Elm!

Heute verteilten eine handvoll Aktivist*innen der "Initiative Zwangbefreit (IZB)" hunderte IZB-Flyer in Königslutter. Da in der überschaulichen Stadt Königslutter das AWO-Psychiatriezentrum seine Kliniken betreibt und in diesen Zwang, Strafe und Gewalt wie Fixierung und Zwangsmedikation als sogenannte "Behandlungsmethoden" durchgeführt werden, schien es längst nötig gewesen zu sein, die Anwohner*innen über die Zwangspsychiatrie und ihre Folgen zu informieren. So heisst es im verteilten Flyer beispielgebend: "Im Wissen über Zwangsmaßnahmen und die Bedeutung dieser für die Menschen, die sie erleben müssen, fordert die „Initiative Zwangbefreit“, dass die Psychiatrie auf solche Maßnahmen, die gegen den Willen der Betroffenen durchgeführt werden, kompromisslos verzichtet und neue individuelle Konzepte für den Umgang mit schwierigen Lebenslagen erarbeitet werden. Diese können nur wirkungsvoll sein, wenn sie auf Respekt anstatt auf Unterdrückung und Machtspielen beruhen.

 

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Einblicke in den Alltag des AWO-Psychiatriezentrums (APZ) in Königslutter.

Bei einer Demo im vergangenen Sommer hat eine Gruppe von ca. 15 Menschen in Königslutter auf die unwürdigen Zustände in Psychiatrien, wie dem APZ (AWO Psychiatriezentrum), aufmerksam gemacht.
Um einen Einblick in den Klinikalltag aus Sicht der dort zur „Behandlung“ Befindenden zu erlangen, wurde mit mehreren Personen über das Verhältnis zum Personal, über Zwang, und über Therapiemethoden gesprochen.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle, die die neugierigen Fragen so offen beantwortet haben! :-)

Im Folgenden sind die Antworten und die Fragen sinngemäß zitiert (also nicht im genauen Wortlaut wiedergegeben).

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Protest bei einer Vorlesung von Dr. med. Rainer Jung an der Hochschule Ostfalia in Wolfenbüttel!

Heute besuchten einige Aktivist*innen die Vorlesung "Basiswissen Psychiatrie" von Dr. med. Rainer Jung an der Ostafalia Hochschule in Wolfenbüttel.

Jung ist neben seiner Lehrtätigkeit an der Ostfalia ebenso leitender Oberarzt am AWO-Psychiatriezentrum in Königslutter (APZ) und somit als Entscheidungsträger mitverantwortlich für die im APZ stattfindenden Zwangsmaßnahmen.

Auf diesen Umstand -also was Psychiatrie an Menschenrechtswidrigen Seiten aufzeigt und was Jung damit zu tun hat- wiesen die Aktivist*innen mit einem Transparent (Aufschrift: Für Menschenrechte in der Psychiatrie), Flugblättern und einer Rede per Megaphon hin. Einige der vielleicht fünfzig anwesenden Student*innen reagierten auf den Protest, der sichtbar die Forderung nach Einhaltung der Menschenrechte in den psychiatrischen Kliniken zeigte, mit Ausrufen wie: "Wir bereiten uns hier auf ne Klausur vor!", ein weiterer kommentiert darauf: "Genau!". Diese Menschen, die während der gesamten bisherigen Vorlesung stets ruhig, unkritisch und interessiert zuhörten, während ihnen Rainer Jung erklärte, wie andere Menschen "in Kategorien zu packen" sind und wie mensch Intelligenz messen könne, empörten sich also nun über einen fünf minütigen Input über Zwangsmaßnahmen und Menschenrechtsverletzungen im gegenwärtigen Psychiatriesystem. Getreu nach dem Motto: Klausur vor Menschenrechte.

Auch Rainer Jung, als Galionsfigur der meisten Student*innen im Saal, reagierte auf die Forderungen nach Menschenrechten in der Psychiatrie mit mannigfacher Überheblichkeit, zum Beispiel in Form von Aussagen wie:"Ja ich hätte mal den Text gelernt vorher...", die er an die Rede verlesende Person richtete, als diese kurz stockte und manifestierte sich bei Protestende in ironischem Applaus für die Protestierenden. Diese verließen nach ihrer Rede den Saal und verliehen ihren

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Initiative Zwangbefreit: Jetzt auch mit Flyer!

Wenn ihr den Flyer auch verteilen wollt, dann schaut auf unserer Unterseite "Material" vorbei. Dort könnt ihr den Flyer herunterladen.

 

Flyertext:

 

INDIVIDUUM GEGEN GESELLSCHAFTSNORMEN. Für echte Alternativen zum gegenwärtigen (Zwangs-)psychiatriesystem!

 

Innerhalb von Psychiatrien werden Personen häufig dazu ermutigt sich selbst oder ihre persönlichen Einstellung zu ändern. Wir von der „Initiative Zwangbefreit“ glauben allerdings nicht, dass psychisches Leiden, wie es die Psychiatrie häufig vorgibt, „selbstverschuldet" sei und durch Selbstoptimierung beseitigt werden könne, sondern Ausdruck der gesellschaftlichen Verhältnisse ist in denen wir leben. Sich einer bestimmten Norm unterordnen zu sollen, bedeutet in der bestehenden Form nicht ernst genommen zu werden und beinhaltet den diskriminierenden Gedanken, dass der derzeitige Zustand und/ oder die Persönlichkeit, so wie sie ist, schlecht sei. Wir wollen aber, dass die Leiden, Nöte und Charaktere Betroffener ernst genommen werden und fordern eine Gesellschaft, die alle Menschen so akzeptiert wie sie sind und sein wollen - frei von Bewertungen und Kategorien. Wir wollen nicht, dass Menschen dazu genötigt werden (wieder) produktiv zu sein und distanzieren uns vom gegenwärtigen Leistungsdruck, der sich zum Beispiel durch die sogenannte „Arbeitstherapie" in der Psychiatrie aufbaut und nicht selten in Ausbeutungsverhältnissen mündet.

 

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Protest der Initiative Zwangbefreit anlässlich der 34. Psychiatrie-Tage in Königslutter

Am 16. und am 17.11.2016 (vorletzten Mittwoch und Donnerstag) fanden in Königslutter in den Räumlichkeiten des AWO Psychiatriezentrums (APZ) die 34. Psychiatrietage statt.

Diese Veranstaltung stand unter dem Titel: „Psychische Störungen und Familie“ und wurde vom ärztlichen Direktor des APZs Dr. Mohammad-Zoalfikar Hasan und Dr. Rainer Jung, leitender Oberarzt am APZ moderiert.

Es gab verschiedene Redebeiträge. Mitunter sprach der Landesverband Psychiatrie-Erfahrener (LPEN).

 

Da an diesen Tagen der Zulauf von Außen recht groß zu werden versprach und es auch war, nutzten Aktivist*innen der Initiative Zwangbefreit (IZB) die Gelegenheit, um auf die unwürdigen Zustände im AWO Psychiatriezentrum aufmerksam zu machen.

 

Der Protest galt an diesen Tagen also dem AWO Psychiatriezentrum als Folter, Zwang und Gewalt ausübende und zulassende Institution, nicht aber jedem Redebeitrag. Die IZB äußert sich vor allem solidarisch mit den Genoss*innen des LPEN.

 

Mit Parolen wie „Menschenrechte in der Psychiatrie“ oder „Psychiatrie geht auch zwangfrei“, einem Transparent und Redebeiträgen gaben die Demonstrierenden dieser Veranstaltung an beiden Tagen kritische Begleitung.

 

 

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Aktionsspaziergang zum Gedenktag der Psychiatrie-Toten beim APZ-Königslutter!

Der 02te Oktober gilt seit 16 Jahren als Gedenktag für die durch, oder in Folge von psychiatrische/r "Behandlung" gestorbenen Menschen. Aus diesem Anlass besuchten an diesem Tag einige Aktivist*innen das AWO Psychiatriezentrum (APZ) in Königslutter (Niedersachsen) und machten mit Transparenten, mit Kreidesprüchen wie "Psychiatrie ohne Zwang!" und einer Rede auf die Missstände im vorherrschenden Psychiatrie-System und auf den Gedenktag selbst aufmerksam. Hierbei entstanden einige interessante Gespräche mit Menschen, die auf die Aktion aufmerksam wurden. Nach ungefähr einer Stunde verließen die Aktivist*innen das Gelände des APZ wieder und ließen neben den Kreidesprüchen noch aufgehängte Transparente zurück.

 

 

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Kleine Demonstration gegen Zwangspsychiatrie in Königslutter!

Am Freitagnachmittag demonstrierten in Königslutter zirka fünfzehn Personen gegen Zwangsmaßnahmen in Psychiatrien. Sie riefen „Psychiatrie geht auch zwangfrei!“ und „Für die Freiheit! Für das Leben! Zwangsanstalten das Handwerk legen!“, verteilten Flugblätter mit ihren Forderungen und diskutierten mit Passant*innen auf ihrem Demonstrationszug vom AWO Psychiatriezentrum (APZ) über die Innenstadt zum Kaiserdom.

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