Gerichtsprozess gegen Menschenrechtsaktivistin am Amtsgericht Braunschweig! Neuer Termin am 22ten Oktober 2018!

Vor nun fast einem Jahr protestierte eine kleine Gruppe Menschen im Medienhaus der Braunschweiger Zeitung bei einer Jubiläumsveranstaltung der Psychiatrie Akademie gegen Mißstände in der Psychiatrie. Im Verlauf des Protestes wurden Aktivist*innen vom Sicherheitsdienst unsanft aus den Räumlichkeiten entfernt, da Kritik zum gegenwärtigen Psychiatriesystem und Meinungsfreiheit dort nicht willkommen war.

 

Nun wird einer Aktivistin Körperverletzung vorgeworfen, da sie einer Person des Sicherheitsdienstes einen kleinen Kratzer am Unterarm beigefügt haben soll. Da die Aktivistin ein gefordertes Schmerzensgeld in Höhe von 500 Euro mit einem Widerspruch entgegnete, hat das Amtsgericht Braunschweig für den 01ten August 2018 einen Gerichtstermin anberaumt. Dieser wurde später auf den 22ten Oktober 2018 verschoben! Der Prozess startet um 11 Uhr im Raum E104. Kommt vorbei und unterstützt die angeklagte Aktivistin. Zeigen wir das sie unseren Protest nicht mit Kriminalisierung stoppen werden!

 

 

Mehr Informationen zu der Aktion um die es geht:

 

 

https://initiative-zwangbefreit.jimdo.com/2017/09/02/protest-der-initiative-zwangbefreit-gegen-den-comedy-psychiater-manfred-l%C3%BCtz/

 

 

 

Auf einem Blick:

 

01ter August 2018 um 11 Uhr

 

Amtsgericht Braunschweig

 

An der Martinikirche 8

 

Saal E104

 

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Weiterbeschäftigung von Naziverbrecher*innen nach "Aktion T4" in Niedersachsen! (Auch in Königslutter)

"(...)nach 1945 konnten viele PsychiaterInnen in Niedersachsen, die am Mord von Kindern und Erwachsenen beteiligt waren, recht problemlos weiterarbeiten, viele davon im Landesdienst.(...)"

 

"(...)Ein Fall etwa ist Willi Baumert. Er war von 1941 bis 1944 Leiter der „Kinderfachabteilung“ in der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg. Seine Aufgabe war es, eingewiesene Kinder zu begutachten und diese zur Tötung vorzuschlagen. Ob er selber Hand angelegt hat, ist nicht nachweisbar. Er hat aber nachweisbar Pflegekräfte damit beauftragt, Kinder durch überdosierte Medikamente zu töten. So ist für die „Kinderfachabteilung“ Lüneburg von mindestens 300 minderjährigen Opfern auszugehen.(...)"

 

"(...)Baumert wurde 1958 sogar Direktor des Landeskrankenhauses Königslutter(...)"

 

(Quelle: TAZ)

Der vollständige Bericht hier:

 

http://www.taz.de/Historiker-ueber-Euthanasie-Verbrecher/!5515166/

 

 

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Ausführlicher Bericht zum Prozess wegen "übler Nachrede/Beleidigung"

Verteilter Flyer Vorderseite
Verteilter Flyer Vorderseite

Einlaß Amtsgericht zum Prozeß – Taschenkontrolle , Durchsuchung der getragenen Kleidung von Prozessbeobachter*innen und Angeklagten, obwohl das dort normalerweise nicht üblich ist. Transparent wurde abgenommen, Flugblatt sehr genau beäugt, obwohl man damit wohl kaum jemanden schwer verletzen kann. 

Eine halbe Stunde vor Prozeßbeginn hatten wir in der Fußgängerzone noch ein Tranparent gezeigt und Flugblätter zum Prozeß verteilt. 

 

Der zuständige Richter verwies gleich zu Beginn darauf, dass es bei diesem Verfahren seiner Ansicht nach lediglich noch um Beleidigung gehen könnte, da der Tatbestand der Rufschädigung so nicht gegeben sei, denn so der Richter: es sei völlig legitim sich gegen Zwangsbehandlung in Psychatrien zu äußern, sofern es hier eben um/ gegen einen Berufsstand und Institutionen geht, nicht aber um Einzelpersonen, bzw Privatpersonen. Die Anwältin der Angeklagten fragte als erstes nach, ob der anwesende Justiziar B. Tammen des AWO Psychiatriezentrums Königslutter (Dr. Jung war dort längere Zeit als Psychiater in leitender Funktion tätig), der von uns identifiziert wurde, da wir in der Vergangenheit bei einer anderen Aktion/en schon mit ihm unerfreulicherweise zu tun hatten, hier anwaltlich Pflichten wahrnehmen würde, was dieser aber verneinte. Er wäre lediglich Prozeßbeobachter, aus welchen Gründen auch immer (Zeitmangel scheint nicht sein hauptsächliches Problem zu sein), dazu äußerte er sich nicht. Dann wurde vermerkt, daß die Angeklagte sich nicht zu dem Punkt äußern würde, ob Sie bei der Aktion im Hörsaal anwesend war, also keine Aussagen, lediglich ein von ihr verfertigter Text sollte als Plädoyer/Schlusswort verlesen werden, wobei sie dies in Anbetracht der geänderten Klage gerne gleich eingangs verlesen wollte, was dann aber letztendlich von der Staatsanwältin abgelehnt wurde, mit der Begründung, daß es ja ersteinmal nichts zur Beweisführung beitragen würde. Das führte dazu, dass Sie den Text nicht verlesen konnte, nachdem das Verfahren eingestellt wurde.

 

Es folgten ein paar Ausführungen der Staatsanwältin etc. Dann Prozeßunterbrechung auf Antrag der Verteidigung, da geänderte Anklage. Dann kam der geladene Zeuge Dr. Jung, Beweismittel wurden ausführlich gesichtet, Jung hatte ein Megafon mit dem Handy fotografiert, Beweismittelsicherung hatte wohl Vorrang für ihn damals; er gab auch an die Angeklagte identifiziert zu haben, anhand einer blonden Haarsträhne, - diese wäre markant, da die Angeklagte ja blonde Haare habe etc. Das Transparent der Aktion war ebenfalls fotografiert worden, .. Dann die Aussage von Jung, der mehrfach darauf verwies, daß auch ein Teil seiner Studenten gewollt haben soll, daß die Aktion abgebrochen werde, da sie schließlich dort etwas lernen wollten, Klausurvorbereitungen etc. , die Anwesenden waren irgendwie vermummt, mit Schals, aber eigentlich war es ja Winter ja hmm, die/seine Studenten hätten auch dazu aufgefordert sich zu „entmummen“. Allerdings war es eben auch nur ein kleinerer Teil der Studenten , der dies anscheinend Jung zufolge wollte, darauf wurde aber nicht weiter eingegangen. Dann noch ein Beweismittelflugblatt auf dem das Konterfei von Jung zu sehen war mit Kommentar, darum ging es dann. Dass dies natürlich so nicht ginge, Privatperson angreifen etc, ja genau, jede*r einzelne Psychatriepatient*in möchte auch gerne als nicht angreifbare Privatperson gesehen werden, nur leider gelingt dies innerhalb der Psychatrie so nicht, da mehr oder weniger rechtsfreier Raum.(mein Kommentar!!). Jung fand es bodenlos, daß man seine Tätigkeit im AWO Psychiatriezentrum als Menschenrechtswidrig bezeichnet hätte, was aber nur zeigt, dass er sich mit dem was er dort in der Psychatrie Tag für Tag verbrochen hat nicht auseinander gesetzt hat. 

Überhaupt hatte Jung sehr viel Zeit seine Befindlichkeit darzulegen: gefragt danach woher er die Angeklagte kenne, gab er sehr bereitwillig Auskunft über Dinge, die er nicht hätte erzählen müssen. Ob er damit die ärztliche Schweigepflicht missachtet hat, würde mich interessieren. Er hatte damit anscheinend kein Problem.

 

Abgang Jung, Unterbrechung wegen Rechtsmittel Absprachen, dann Urteilsverkündung, nochmals mit Hinweis, dass Konterfeiflugblatt so nicht ginge, dann Einstellung des Prozesses mit dem Deal den Einspruch gegen einen anderen Strafbefehl zurückzunehmen und somit in einer anderen Sache eine Verurteilung anzunehmen. Eine Einstellung ist zwar kein Freispruch, da die Vorwürfe weder bestätigt noch abgeschmettert werden konnten, dennoch ein Erfolg, da es zu keiner Verurteilung in dieser Sache für die Angeklagte kam. Statt nun ein Strafgeld zu bezahlen, hat sie jetzt lediglich die Kosten ihrer Anwältin zu tragen. Der Richter wünschte der Angeklagten zum Schluss alles Gute, während Dr. Rainer Jung sich nicht der Genugtuung einer Verurteilung der Angeklagten hingeben konnte.

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Einstellung im Prozess wegen „übler Nachrede/Beleidgung“!

Heute war der Prozess gegen eine IZB-Aktivistin vor dem Amtsgericht Wolfenbüttel.
Ihr wurde vorgeworfen, während einer Protestaktion „wahrheitswidrig“ behauptet zu haben, dass der ehemalige leitende Oberarzt des APZ (AWO Psychiatriezentrum Königslutter), Rainer Jung, mit seiner Tätigkeit Körperverletzung begehe. Jung selbst war als Zeuge im Prozess erschienen und schilderte die Geschehnisse aus seiner Sicht. Das Gericht entschied jedoch gegen eine Verurteilung und stellte das Verfahren gegen die Aktivistin folgerichtig ein. Scheinbar war auch das Gericht der Auffassung, dass Rainer Jungs Anzeige gegen die Aktivistin keineswegs haltbar ist. Ein ausführlicher Bericht folgt in Kürze. Wir stoßen jetzt erstmal an: Prost Herr Jung.

 

Hier folgt noch das Plädoyer/Schlusswort der angeklagten Aktivistin:

 

Schlusswort

 

Mir wird vorgeworfen „üble Nachrede“ begangen zu haben. Laut Anklageschrift soll ich am 13. Dezember 2016 zusammen mit anderen Menschen die Vorlesung „Basiswissen Psychiatrie“ des Dr. med. Rainer Jung in der Ostfalia Hochschule in Wolfenbüttel betreten haben. Dem „gemeinsam gefassten Tatplan entsprechend“ (Zitat aus der Anklageschrift) sollen dort Flyer verteilt, eine Rede verlesen und ein Transparent in die Höhe gehalten worden sein. In dem verteilten Handzettel soll angeblich „wahrheitswidrig“ behauptet worden sein „Dr. Jung begehe Straftaten der Körperverletzung“ (Zitat aus der Anklageschrift).

! Zu dem Vorwurf/Vorwürfen beziehe ich keine Position: soll heißen, das was folgt ist eine gedankliche Auseinandersetzung mit der Thematik an sich und auf keinen Fall mit einer Einlassung zur Sache zu verwechseln oder gleichzusetzen. Nach wie vor will ich mich zu der Anschuldigung nicht äußern. !

Wer die Anklageschrift liest oder hört, bekommt zunächst vermittelt, es handele sich hier bei dem Vorwurf um Personen, die an vorderster Stelle eine Straftat begehen wollten. Der politische Gehalt dieser Protestaktion geht in der staatsanwaltlichen Schilderung verloren. Statt von der „Durchführung einer der Aufklärung gewidmeten Aktion“ zu sprechen, ist von einem „gemeinsam gefassten Tatplan“ die Rede. Aktivist*innen werden auf das Wort „Täter“ reduziert.
Das spiegelt zum einen eine patriarchale Sprachkultur wider, indem solche Wörter wie „Täter“ nicht gegendert werden, zum anderen macht es deutlich, wie stark hier die Verhältnisse verschoben werden und Protest zu einem kriminalistischen Akt degradiert wird.

 

Es wird mir vorgeworfen, behauptet zu haben Dr. Jung begehe „Straftaten der Körperverletzung“. Diese angebliche Behauptung sei laut Anklageschirft eine von mir ausgehende „Straftat“.

Um den Gehalt hinter diesem Wort „Straftat“ zu erfassen, ist es sicherlich sinnvoll sich eine Definition des Begriffes anzuschauen. Die Bundeszentrale für politische Bildung zitiert auf ihrer Internetseite dafür aus dem Duden:

 

„Straftat
strafbare Handlung, strafrechtliches Delikt
die einen strafgesetzlichen Tatbestand erfüllende (tatbestandsmäßige) rechtswidrige, schuldhafte Handlung. Das StGB teilt die S. in Verbrechen und Vergehen ein; keine S. sind die Ordnungswidrigkeiten. Die S. werden unter diversen Gesichtspunkten strukturiert.

 

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.“

 

Was in dem Wort und der hier zitierten Definition von dem Begriff „Straftat“ jedoch nicht geklärt ist, ist die Frage, ob das Begehen einer „Straftat“ per se als unmoralisch zu werten ist. Selbst wenn ich eine „Straftat“ nach dem StGB begangen HÄTTE und die vorgeworfene Tat nicht unter das „Recht auf freie Meinungsäußerung“ fallen würde, bleibt immer noch die Frage nach der Gerechtigkeit, die der Definition von „Straftat“ im Duden enthoben ist. Gerecht ist leider nicht immer, was erlaubt ist - und umgekehrt ist nicht alles, was laut Gesetz Strafe und Verbot unterliegt ungerecht. Vielmehr befinden wir uns in einer Gesellschaft, in der das Kapital über die Rechte von Menschen (und Tieren) gestellt wird und gewaltvolle Strukturen per Gesetzesgrundlagen eine perfide Legitimation erfahren. Wie auch in der Zwangspsychiatrie. Dort werden nach Diagnoseschlüsseln im Zusammenspiel mit BGB und NPsychKG und sonstige Gesetzen tagtäglich und allnächtlich Menschen in Schubladen gesteckt, eingesperrt, gefesselt, von der Außenwelt isoliert, zwangsmedikamentiert etc.. Es wird sich über die Köpfe von Betroffenen hinweggesetzt, denen in vielen Fällen per richterlichen Beschluss und/oder ärztlicher Anordnung grundlegende und lebenswichtige Entscheidungen entrissen werden. Die Autonomie, Würde und Achtung der Individualität eines Menschen wird bei Zwangsmaßnahmen in keinster Weise gewahrt. Viele Menschen gehen mit Traumata, psychischen und/oder körperlichen Beschwerden aus einem psychiatrischen Aufenthalt, gezeichnet fürs Leben. Neuroleptika, die legal (!) zwangsweise verabreicht werden dürfen, können bei Betroffenen lebenslange Nebenwirkungen auslösen, wie unkontrollierte Zuckungen (Dyskenisien) und aber auch bei längerfristiger Einnahme -die in vielen Fällen empfohlen wird- zu einer Verkürzung der natürlichen Lebensdauer von 20 bis 32 Jahren führen1.

 

Dazu kommt die erhöhte Mortalitätsrate (Sterberate) bei älteren Menschen und das allgemeine, auch schon in der Packungsbeilage beschriebene Risiko der Nebenwirkung „plötzlicher unerklärbarer Tod“ wie z.B. bei Abilify, Seroquel oder Haloperidol.
Eine Gesellschaft, die solche Missstände zulässt und aktiv ausübt, sollte in jedem Fall ihre Situation reflektieren und an der Abschaffung dieser arbeiten.
Leider ist es aber so, dass wenn Betroffene und Angehörige und mit Betroffenen und Angehörigen solidarische Menschen solch eine Reflexion nicht durch bestimmte Druckmittel, wie z.B. Protest in Gang setzen würden, indem sie z.B. Öffentlichkeit in diesem Bereich schaffen, Veränderungen niemals stattfinden würden, da dieses System durch die Erhaltung eben dieser Missstände am Laufen gehalten wird.
Bei psychiatrischen (Zwangs)Maßnahmen handelt es sich um eine Form struktureller Gewalt gegen Menschen, die aufgrund psychopathologischer Schubladen marginalisiert (an den gesellschaftlichen Rand gedrängt) und stigmatisiert werden. Sie sind ein krasser Auswuchs der Diskriminierung von Menschen, die mit der gesellschaftlich konstruierten Verhaltensnorm nicht fassbar zu sein scheinen. Diese mentalistischen Zustände gehören aufgeschlüsselt, reflektiert und abgeschafft!

Dr. med. Rainer Jung ist Teil dieses psychiatrischen Systems. Er arbeitete als Oberarzt im AWO Psychiatriezentrum in Königslutter im Einverständnis mit Zwangs“behandlungen“ und anderen psychiatrischen Zwangsmaßnahmen und gibt an der Ostfalia Hochschule in Wolfenbüttel Vorlesungen zum Thema „Basiswissen Psychiatrie“.


Bildungsinstitute, wie die Ostfalia Hochschule in Wolfenbütel, die Kategorisierungen von Personen zulassen oder aktivieren, indem sie den Student*innen beibringen, wie man z.B. „Intelligenz misst“ müssen ihre Inhalte in Frage stellen. Die Weitervermittlung solcher Schubladen führt zu einer Entindividualisierung menschlichen Daseins und prüft dieses lediglich auf seine Wertigkeit hin. Z.B. eine „niedrige Intelligenz“ -im Übrigen ein sehr spekulativer Begriff- ist und bleibt gesellschaftlich negativ konnotiert (behaftet/betont/gewertet), wenn sich an der Art und Weise menschliche Charaktere aufzufassen nichts ändert. Und das ist/wäre sehr problematisch. Denn unterschwellig oder direkt findet im Kontext psychiatrischer Diagnosen und Maßnahmen eine Werte-Hierarchisierung menschlicher Eigenschaften statt. Unerwünschtes, unproduktives Verhalten oder als „anders“ wahrgenommene Charaktere werden von psychiatrischen Akteur*innen schnell für „krankhaft“ und somit „schädlich“,„schlecht“ erklärt und sollen geändert werden, wogegen andere (produktive) Verhaltensmuster und Charaktere als positiv und somit „besser“ aufgefasst und bestärkt werden, solange sie einen gewissen Rahmen nicht überschreiten.

Menschen, die als „psychisch krank“ abgestempelt werden, werden zu Menschen zweiter Klasse gemacht - z.B. weil sie den von ihnen erwarteten Beitrag zur gegenwärtigen Leistungsgesellschaft (mutmaßlich) (potenziell) nicht oder nur „unzureichend“ erfüllen (können).

 

Das soll heißen, dass Menschen, die sich selbst als psychisch krank* definieren oder psychiatrische Diagnosen aufgedrückt bekommen, nicht generell zu keiner Leistung im Sinne der derzeitigen gesellschaftlichen Erwartung fähig sind – auffällig ist jedoch, dass es in allen mir bekannten psychiatrischen Einrichtungen Maßnahmen im Sinne beruflicher Rehabilitation gibt und generell von den Psychiatrien eine Erwartungshaltung und einhergehend ein (subtiler) Druck zur Hingabe zum produktiven Verhalten aufgebaut wird. – Das geht von der straffen Tagesstruktur zur Ergotherapie, zur sog. „Arbeitstherapie“ bis hin zu solchen Reha-Zentren wie „La Vie“ in Königslutter eines ist (ein Wohn- und Ausbildungs-Komplex für Menschen mit psychischen Krankheiten* oder psychiatrischen Diagnosen).

Die Gesellschaft muss sich mit den Missständen und ihrer zugrunde liegenden Diskriminierung auseinandersetzen und von der Annahme Abschied nehmen, dass es sich bei psychiatrischen Zwangsmaßnahmen um sogenannte „Einzelfälle“ handelt. Alleine in Deutschland finden jährlich 200 Tausend Zwangseinweisungen statt (stand 2011)2. Und selbst, wenn es weniger wären, bedürfte das System trotzdem einer Neuordnung, da es am Vorhandensein struktureller Diskriminierung nichts ändern würde. Masse darf kein alleiniges Kriterium für eine Reaktion sein.
Auch wenn es weh tut und/oder unangenehm ist appellieren die Aktivist*innen von der Initiative Zwangbefreit und ich an psychiatrische Akteur*innen und andere Zwangausführende, an die Gesetzgebenden und an die Justiz, sich mit ihren Positionen auseinanderzusetzen.
Setzen Sie sich alle für Alternativen zum Zwang und gegen die systematische, übergriffige Kategorisierung von Menschen ein! Erkennen Sie an, dass „Hilfen“ auf Basis von Druck, Zwang und Erpressung niemals so wirksam sein können, wie solche die auf Augenhöhe, Respekt und ehrlichem Interesse basieren – auf die Bedürfnisse Betroffener abgestimmt.
Erkennen Sie die Definitionsmacht Betroffener an: Psychisch krank* sind nur diejenigen, die sich selbst so bezeichnen! Verabschieden Sie sich von dem Modell des „natürlichen“ und des „freien Willens“. Keine Person darf die Sicht oder Selbstdefinition einer anderen Person durch ihre eigene subjektive Sicht ersetzen. - Leider ist das jedoch ein gängiges und juristisch abgesichertes Vorgehen um körperverletzende oder freiheitsentziehende Übergriffe zu rechtfertigen.

 

Die politischen progressiven (fortschrittlichen) Konsequenzen, die aus den hier dargestellten und nicht dargestellten Missständen gezogen werden müssen sind Folgende (Unvollständigkeit ist einkalkuliert):

 

1. Psychiatrischer Willkür muss der Boden entzogen werden! Vom Begriff der „fehlenden Krankheitseinsicht“ müssen sich bisher tätige psychiatrische Akteur*innen verabschieden. Eine psychische Krankheit* zu haben liegt im Definitionsbereich von Betroffenen - und zwar nur da. Gesetze, die Körperverletzungen, die auch im AWO Psychiatriezentrum begangen werden, legitimieren, zeigen an, in welche menschenverachtenden Sphären sich die Legislative bewegt. Das passt zu der allgemeinen politischen Entwicklung der letzten Jahre, in denen Gesetze zu Gunsten der Stärkeren (z.B. der Polizei) mit einem übertriebenen Ruf nach „Sicherheit“ an falscher Stelle verabschiedet werden. Z.B. die Verschärfung des Widerstandsparagraphen kurz vor G20 und das neue Bayerische Polizeigesetz (das trotz massiven Protestes verabschiedet wurde). Diese Gesetze sind Zeichen der Angst und der Verunsicherung, die auf die gesellschaftlich gemachten Randgruppen projiziert werden. Die Angst vor Unbekanntem, wie z.B. „psychisch Kranken“, die in den Medien häufig als „(irgendwie doch) gefährlich“ dargestellt werden, darf in keinem Fall unüberprüft bleiben. Das aber genau wird gemacht, wenn sich die Gesetze nicht an Betroffenen, sondern an Ausübenden von Macht orientieren.

Dass Menschen mit psychischen Krankheiten* und/oder psychiatrischen Diagnosen als potenziell gefährlich eingestuft werden ist gefährlich.
Denn damit bekommen Gesetzesgrundlagen wie die des neuen NPsychKG (seit September 2017) für Körperverletzungen wie Zwangsmedikation (auch „chemische Fixierung“ genannt) sogar gegen den sog. „freien Willen“ (!) von Personen, denen eine „Gefährdung Dritter“ attestiert wird3, einen Nährboden,- was letzten Endes für Betroffene eine psychiatrische Willkür sondergleichen bedeuten kann oder bedeutet. Das ist eine ungeheure Unverschämtheit – nicht nur das – Das ist menschenverachtend und hat nichts mit dem im Grundgesetz im Artikel 2 beschriebenen „Recht auf körperliche Unversehrtheit“ zu tun - genauso wenig wie die Zwangs“behandlung“ gegen den zum „natürlichen Willen“ erklärten (z.B. nach NPsychKG und BGB).
Im Gegenteil ist das, was Psychiatrien wie das AWO Psychiatriezentrum in Königslutter bisher getan hat, tut und tun wird – nämlich psychiatrische Zwangsmaßnahmen anwenden - laut einem UN-Sonderberichterstatter über Folter Juan Ernesto Mendez als Folter einzustufen und bedürfen einer sofortigen, kompromisslosen Abschaffung!

 

2. ALLE aber auch wirklich ALLE unterdrückerischen und ausbeuterischen Systeme müssen beendet werden – und zwar weltweit. Auf das Psychiatrie-System bezogen bedeutet das auch, dass jede Ausbeutung der Arbeitskraft, wie sie z.B. im größten psychiatrischen Klinikum Deutschlands, dem Klinikum Wahrendorff stattfindet, aufhört. Die von den Betroffenen verrichteten Arbeiten werden dort mit einem „Gehalt“ von 30 Cent minimal bis zu 60 Cent maximal die Stunde vergütet (Stand 2017). Menschen mit Behinderungen(*oder anderen Selbstbezeichnungen) sind in sog. „Behindertenwerkstätten“ vom Mindestlohn ausgeschlossen und werden nicht selten für Montage-Arbeiten großer Firmen wie VW als Imagepflege und günstige Arbeitskraft eingesetzt.

 

Eine Gesellschaft, die sich zivilisiert nennt, in den höchsten Tönen von ihren demokratischen Errungenschaften spricht und so etwas zulässt, ist nichts anderes als eine Gesellschaft der Heuchelei, die einen angemessenen Lebensstandard nur den Leuten zugesteht, die sich als anpassungsfähig erweisen und/oder sich in privilegierten Strukturen bewegen.
Sollte Rainer Jung wider aller Vernunft nun nicht, wenn auch im letzten Moment seine Anklage zurückziehen, plädiere ich hiermit auf Freispruch.

 

Solidarität mit Linksunten.indymedia! Für Presse- und Meinungsfreiheit!

 

1 http://www.bpe-online.de/verb…/rundbrief/2007/3/aderhold.htm; http://www.susinet.de/files/Broschuere_Neuroleptika.pdf

2 http://www.zeit.de/…/…/2011-08/betreuung-psychiatrie/seite-2

3 „Eine Fixierung einer einwilligungsfähigen untergebrachten Person durch die Gabe oder die ergänzende Gabe von Medikamenten ist ohne deren Einwilligung abweichend von Satz 1 nur zulässig, wenn die Fixierung zur Abwehr einer gegenwärtigen erheblichen Gefahr für das Leben oder die Gesundheit eines Dritten erforderlich ist.“ NPsychKG § 21 c Abs. 2

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Erinnerung an den Prozess am 31. Mai

Vorwurf ist angebliche "üble Nachrede"

 

Die Hauptverhandlung, die eigentlich am 27. Februar 2018 stattfinden sollte wurde verschoben und findet nun schon sehr bald - nämlich an diesem Donnerstag, den 31. Mai 2018 um 11 Uhr im Amtsgericht Wolfenbüttel (Saal/Raum 32) - statt.

 

Adresse:

Rosenwall 1 A

38300 Wolfenbüttel

 

Hier könnt ihr nachgucken worum es geht (LINK)

 

Kommt vorbei! Die Angeklagte freut sich sehr über solidarische Menschen im Publikum! :-)

 

Wenn ihr kommen wollt, müsst ihr euch auch leider auf Eingangskontrollen gefasst machen. Die wird es dort nämlich geben.

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Todesfall-Wiesloch: Ermittlungen gegen Polizei und medizinische Mitarbeiter*innen einfach eingestellt!

Eins scheinen die Ermittlungen um den gewaltsamen Tod eines 41-jährigen Psychiatrie-Patienten herausgefunden zu haben:

 

"(...)Der Tod sei durch das Zusammenspiel aus dem körperlichen Einwirken auf den Patienten, der Medikamentengabe sowie den Vorerkrankungen verursacht worden.(...)"

 

Und die Verursacher*innen dieser körperlichen Einwirkungen (Gewalt) sollen ungestraft bleiben?! Also wenn beispielgebend wir gegen Zwang und Gewalt in der Psychiatrie protestieren, dann landet das schonmal vor Gericht. Der nächste Prozess gegen eine Menschenrechtsaktivistin findet am 31ten Mai um 11 Uhr im Amtsgericht Wolfenbüttel statt.

 

Bericht:

 

https://www.rtl.de/cms/ermittlungen-nach-tod-in-psychiatrie-eingestellt-4166215.html

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Erinnerung an die Mahnwache und Demo am 13. Mai in Bremen in Gedenken an Ahmet

Hallo ihr Lieben,

 

hiermit wollen wir euch nochmal an die Demo und Mahnwache an diesem Sonntag erinnern. Ein Jahr nach dem Tod von Ahmet, der nach einer psychiatrischen Zwangsmaßnahme ausgehend vom Klinikum Bremen-Ost gestorben ist.

Kommt vorbei!

 

 

Kein Vergeben kein Vergessen!

 

 

 

Wo und wann?:

Sonntag, 13. Mai 2018

14 Uhr vorm Haupteingang Klinikum Bremen-Ost,

Züricherstraße 40,

28325 Bremen

 

Den Aufruf mit mehr Infos findet ihr hier (bitte hierauf klicken)

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Gedenktag 2ter Mai - kleiner Nachbericht

 

Am 2ten Mai war internationaler Tag zur Erinnerung an die Verbrechen der NS-Psychiatrie und ihrer Kooperateur/innen und Tag des gegenwärtigen Widerstandes gegen die Zwangspsychiatrie.

 

Uns wurde ein Photo zugeschickt. Kerzen und Blumen wurden an das Mahnmal „Weg der Besinnung“ gelegt.

 

Zusätzlich wurde eine Person, der vorgeworfen wurde „Meinungsäußerungen“ mit Kreide auf die Straße zu malen von der Polizei Königslutter genervt und als „geistig 5 Jahre alt“ bezeichnet, weil sie den Sinn der sinnlosen polizeilichen Maßnahme (Personenkontrolle) nicht verstand.

 

Auch die Polizei sollte sich vor solchen Kategorisierungen, wie sie sie am 2ten Mai (mal wieder) vorgenommen hat, hüten. Mit der Fremd-Zuschreibung eines geistigen Alters taten die Beamten genau das, was die Initiative Zwangbefreit (IZB) auch beim Thema Psychiatrie immer wieder kritisiert: Menschen gegen ihren Willen in irgendwelche Schubladen stecken und obendrein noch bestimmte Eigenschaften als die vermeintlich besseren darstellen.

Es ist zwar nicht verwunderlich, dass die Polizei bei solchen Diskriminierungen mitmacht aber dadurch wird’s ja auch nicht besser.

… Und wie wäre es wohl gekommen, wenn die Person den beiden Polizisten gegenüber ähnliche Zuschreibungen gemacht hätte? Wahrscheinlich wär der*dem Betroffenen eine Anzeige wegen „Beleidigung“ ins Haus geflattert.

 

Soviel zu „gleiche Rechte für alle“ in diesem demokratischen Staat.

 

Und schön, dass nun Blumen, Kerzen und Kreidesprüche auch vor Ort an die Opfer der NS-Psychiatrie und den Gedenktag erinnert haben...  

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2. Mai - internationaler Gedenktag

Am 2. Mai ist internationaler Tag zur Erinnerung an die Verbrechen der NS-Psychiatrie und ihrer Kooperateur/innen und Tag des gegenwärtigen Widerstandes gegen die Zwangspsychiatrie!

 

Auf dem Gelände vom AWO Psychiatriezentrum (APZ) steht ein Mahnmal (auf dem hier abgebildeten Geländeplan ist zu sehen, wo es sich befindet – beim rosafarbenen Bereich mit dem blau-rosa Punkt). Dieses Mahnmal trägt den Namen „Weg der Besinnung“. Es steht da, um den Menschen zu gedenken, die im Nationalsozialismus den „Euthanasie“-Verbrechen (1939-1945) und den eugenisch (Was ist „Eugenik“? Bitte hier nachsehen: https://de.wikipedia.org/wiki/Eugenik ) motivierten (veranlassten) Verbrechen zum Opfer fielen.

 

Hunderttausende (etwa 300.000 – 400.000, variiert je nach Quelle) Personen wurden umgebracht. Weil sie psychiatrische Diagnosen hatten, psychisch krank oder behindert* waren - oder es ihnen zugeschrieben wurde. Die ersten Opfer waren Kinder, die nicht dem „gesunden“ nicht-behinderten* Idealbild des NS-Regimes entsprachen (Kinder-„Euthanasie“ von 1939-1945). Später wurden weitere Menschen systematisch in Tötungsanstalten (zentral) durch Gas ermordet (1940-1941 „Aktion T4“). Als sich Widerstand häufte wurde die „Aktion T4“ und das zentrale Ermorden durch Gas 1941 eingestellt. Dann folgte eine dezentrale Ermordung durch Verhungern lassen, Vernachlässigung und überdosierte Medikamente (1941-1945). Von 1941 bis 1944 wurden arbeitsunfähige oder politisch bzw. „rassisch“ verfolge Häftlinge von Konzentrationslagern ermordet („Aktion 14f13“)1. All diese Morde wurden beschönigend als „Euthanasie“ bezeichnet. „Euthanasie“ bedeutet übersetzt „guter Tod“ (griechisch).

 

Zwischen den "Euthanasie"-Morden und der Vernichtung der Jüd*innen bestehen Überlappungen und Verbindungen (siehe "Zeit"artikel - Link weiter unten).

 

Im Zuge des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ (ab 1933) wurden etwa 400.000-500.000 Menschen zwangssterilisiert. Dabei starben tausende Betroffene. Für Frauen* war der Eingriff gefährlicher und die Todesrate entsprechend höher.

 

Durch Propaganda wurde in der Öffentlichkeit versucht die Morde mit finanziellen Einsparungen zu rechtfertigen. Es wurde gesagt, die "Erbkranken" würden zu viel Geld kosten, würden keinen produktiven gesellschaftlichen Beitrag leisten und man würde ihnen ein leidvolles Leben ersparen wollen („Gnadentod“). Der Wert eines Menschenlebens wurde -neben der Ideologie des Sozialdarwinismus, der Eugenik, der „Rassenhygiene“- mit Geld, das es angeblich dem Staat kosten würde, bemessen. Der Begriff des "lebensunwerten Lebens" war ein Auswuchs der Ideologie des NS-Regimes und prägte die gesellschaftliche Betrachtung von Menschen mit Behinderungen*, psychiatrischen Diagnosen und psychischen Krankheiten*.

 

„Der „Weg der Besinnung“ soll mahnen, dass wir Politiker, Juristen, Ärzte, Pflegepersonal, Nachbarn, Mitmenschen, Gemeinden, Ämter, Kirchen, nie wieder wegschauen und mitwirken. Wir wollen hinschauen, wenn Unrecht geschieht und uns einmischen. Die Gedenkstätte soll uns erinnern an das Leid, aber uns auch wachsam sein lassen für die Zukunft!“ (Zitat Gedenktafel vom Mahnmal „Weg der Besinnung“)

 

 

Wir hoffen und fordern, dass das AWO Psychiatriezentrum das Gedenken an diesem 2. Mai und in Zukunft ungestört zulässt und sich (ab sofort – besser schon gestern) für Alternativen zur Zwangspsychiatrie einsetzt.

 

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Todesfall Marcel F.: Gutachten belastet Klinikum Wahrendorff schwer!!!

Gutachten: Mehrere Neuroleptika in hoher Konzentration nachgewiesen!

 

Wir berichteten bereits Anfang 2017 über den Todesfall des 22-jährigen Marcel F. im Klinikum Wahrendorff (Bei Hannover). Dieser starb am 23ten Januar 2016 in der Klinik und Andrea H. (die Mutter von Marcel) vermutete bereits damals eine falsche Medikation als Todesursache. Der Geschäftsführer vom Klinikum Wahrendorff - Rainer Brase - behauptete hingegen, dass es keinerlei Anhaltspunkt für ein Fremdverschulden geben würde. Anstatt also die Gefährlichkeit, der in der Psychiatrie häufig verabreichten Medikamente zu berücksichtigen, war Herr Brase damals einer der Schnellsten in Abwiegelung und Schuldabweisung.

 

Ein rechtsmedizinisches Gutachten lässt nun hoffentlich auch einen Rainer Brase - der scheinbar überall Ursachen/Probleme sieht, nur nicht bei sich selbst und im gegenwärtigen Psychiatriesystem - erkennen, dass es eben doch solche Anhaltspunkte gibt. Das Fazit des Gutachtens lautet:
„Verschiedene Neuroleptika wurden in teilweise überhöhten Konzentrationen nachgewiesen.“ Eine Vergiftung komme „als Ursache für die Geschehensabläufe im Zusammenhang mit dem Versterben durchaus in Betracht“."

 

Der Anwalt von Andrea H. bekräftigt: „Bei dem Fall handelt es sich um ein Tötungsdelikt in fahrlässiger Begehungsform. Ich gehe davon aus, dass die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage erheben muss gegen Klinik, Ärzte und Pfleger.“

 

http://www.neuepresse.de/Hannover/Meine-Stadt/Gutachten-belastet-Klinikum-Wahrendorff

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"Das ist kein Hilfe-, sondern ein Polizeigesetz.!" Das neue Bayerische "Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz" (PsychKHG).

Nach dem neuen und harten bayerischen Polizeigesetz, kommt der nächste Skandal. Im neuen Entwurf des PsychKHG werden Menschen, die Hilfe in der Psychiatrie suchen und jene, die gegen ihren Willen dort eingesperrt werden, quasi durchweg wie Straftäter*innen behandelt.

 

Von Videoüberwachung bei Besuchsterminen bis hin zu einer "Unterbringungsdatei", in der persönliche Daten/Diagnose(n) der Patient*innen über Jahre gespeichert und Behörden wie der Polizei zugänglich gemacht werden. Das darf nicht hingenommen werden!!!

 

"(...) Die neuen Vorschriften über Zwangsunterbringung in Krankenhäusern sind den Vorschriften für die Unterbringung im Strafrecht entnommen: Besuche werden stark eingeschränkt und kontrolliert, Telefonate überwacht, die Kranken durchsucht - dazu gehört auch die Kontrolle der intimen Körperöffnungen.(...)" (SZ)

 

http://www.sueddeutsche.de/bayern/umstrittener-gesetzentwurf-bayern-will-psychisch-kranke-wie-straftaeter-behandeln-1.3944987

 

https://www.br.de/nachrichten/warum-das-bayerische-psychiatriegesetz-in-der-kritik-steht100.html

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!Demoaufruf: So, 13. Mai - Mahnwache ein Jahr nach dem Tod von Ahmet

Familie und Freunde von Ahmet rufen zu einer Demo und Mahnwache auf. Anlass ist das Gedenken an Ahmet, der vor einem Jahr nach einer Zwangsmaßnahme im Klinikum Bremen-Ost gestorben ist.

 

Hier der vollständige Aufruf:

 

"EIN JAHR NACH AHMETS TOD IN DER FORENSIK BREMEN-OST 


DEMONSTRATION UND MAHNWACHE

SO, 13.5.2018

14 UHR, HAUPTEINGANG KLINIKUM BREMEN-OST

ZÜRICHERSTRAßE 40, 28325 BREMEN

 

TRAURIGER ANLASS FÜR DIE AM 13.5.2018 STATTFINDENDE DEMONSTRATION UND MAHNWACHE IST DER TOD AHMETS IN DER FORENSIK BREMEN-OST. ER WURDE OPFER EINER UNVERHÄLTNISMÄßIGEN GEWALTANWENDUNG DES PERSONALS UND VERSTARB DREI TAGE SPÄTER.

Auslöser war ein Disput mit dem Personal. Es kam zu einer Diskussion.
Ahmet wandte sich ab, um in den Raucherraum zu gehen. Obwohl er sich
deeskalierend verhielt, wurde der Hausalarm ausgelöst, um ihn
abzusondern (_Absonderung im Beobachtungszimmer: Isolierung in einem
speziellen „Sicherungsraum", in dem jederzeit das Personal reinschauen
kann, meist mit ab geklebten Fenstern, ohne private Gegenstände, ohne
Wechselkleidung, Hygieneartikel, häufig ohne Hofgang, Gelegenheit zum
Rauchen und weiteren Beschneidungen des Selbst_). Absonderungen als
Disziplinarmaßnahmen sind verboten, sie sind nur in akuten Selbst- bzw.
Fremdgefährdungssituationen zulässig. Dass, innerhalb der Forensik in
Bremen-Ost nach „belieben" abgesondert wird, kommt alltäglich vor.
Hierfür gibt es zahlreiche Dokumentationen von Inhaftierten. Ihre
Hilfeschreie werden jedoch nicht erhört. Beschwerden, die Inhaftierte
an das Gericht, an die Staatsanwaltschaft und an die vom Senat
gesteuerte Besuchskommission richten, blieben in der Vergangenheit
häufig entweder unbeantwortet oder wurden zurückgewiesen. Auch wurden
Inhaftierte innerhalb der Klinik schikaniert und unter Druck gesetzt,
nachdem sie sich beschwerten.

2017 gab es einen öffentlichen Aufschrei, wie katastrophal die
Bedingungen im Klinikum Bremen-Ost sind. Massige Fixierungen,
Zwangsbehandlungen, fehlende Therapien, inkompetenter Umgang mit den
Patient/innen, fehlendes Personal, unzureichende Qualifizierungen in
deeskalierendem Umgang usw. . Die Forensik wurde aus diesem Fokus
erfolgreich heraus gehalten. Dabei ist dieser hochgesicherte Bereich,
der seine Arbeit damit legitimiert, vermeintlich „kranke" und
„gefährliche" Menschen zu „behandeln" und zu „re-sozialisieren",
besonders geprägt von Gewalt, Zwang, Machtmissbrauch, Verabreichung von
hochdosierten schädigenden Psychopharmaka, willkürlichen Absonderungen
im Beobachtungsraum etc. .

Den Institutionen und Staatsorgane, die die „Gesundheit" verwalten,
blind zu vertrauen ist gefährlich. Über 10.000 Menschen werden
bundesweit (häufig langfristig und ohne Verhältnismäßigkeiten) unter
Zusammenspiel von Gerichten und Kliniken forensisch weggesperrt.
Gutachter/innen liefern mit konstruierten pathologisch-defizitären
Lebensläufen die Grundlage dafür. Es ist nicht hinnehmbar, wie Profit
unter dem Vorwand von „Hilfe" und „Fürsorge" gemacht wird und
Menschen dabei gebrochen werden.

Ein Jahr ist seit Ahmets Tod vergangen. Eine Aufarbeitung und
Konsequenzen unterblieben bis dato. Das beteiligte Personal wurde weder
beurlaubt noch suspendiert. Auch wird weiterhin ungerechtfertigt und
brutal gegen Inhaftierte vorgegangen, als „Resozialisierung" und
„Therapie" deklariert. Von Polizei, Staatsanwaltschaft,
Forensik-Referat des Senats, Besuchskommission und Gesundheitssenatorin
(die gleichsam auch Aufsichtsratsvorsitzende der GENO-Nord ist) wird
gemeinschaftlich geschwiegen. Die Familie wurde nicht einmal von Polizei
und Klinik, erst über Ahmets Koma, dann über seinen Tod informiert,
sie mussten es von der Presse erfahren. Dass, bis heute nicht einmal
Zeugenaussagen von Mit-Inhaftierten aufgenommen wurden, mahnt, dass kein
Interesse für eine gerechte Aufarbeitung vorhanden ist.

AHMET WURDE OPFER VON RECHTSSTAATLICH ABGESICHERTER GEWALT UND BEZAHLTE
MIT SEINEM LEBEN. WIR MÖCHTEN MIT DIESER DEMONSTRATION DAS KOLLEKTIVE
SCHWEIGEN AUFBRECHEN UND FORDERN, DASS FÜR AHMETS TOD VERANTWORTUNG
ÜBERNOMMEN WIRD.

WIR SIND SOLIDARISCH MIT DEN INHAFTIERTEN, DIE WEITERHIN UNTER DIESEN
BEDINGUNGEN ZWANGSUNTERGEBRACHT WERDEN.

ES KANN JEDE/N TREFFEN.

SEID SOLIDARISCH, KOMMT VORBEI, LEITET DIESEN AUFRUF WEITER...

UNTERSTÜTZT DIE FAMILIE. SPEZIELL DIE MUTTER. UNTER DIESEN UMSTÄNDEN
DAS EIGENE KIND ZU VERLIEREN, KANN MIT WORTEN NICHT BESCHRIEBEN WERDEN.

!!! KEIN VERGEBEN - KEIN VERGESSEN !!!

FAMILIE UND FREUNDE

WEITERE INFORMATIONEN: E-MAIL:

DEMOFUERGERECHTIGKEIT@YAHOO.COM

An diesem Tag werden wir Bilder, Erinnerungsstücke und Blumen vor der
Forensik ablegen, Ahmets Lieblingsmusik spielen und es wird
Redebeiträge geben.

Für Menschen, die von außerhalb Bremens kommen möchten, gäbe es
Schlafplätze in einem Parzellenhäuschen und Zeltmöglichkeiten im
dazugehörigen Garten. (Bitte über E-Mail)

MAßREGELVOLLZUG- UNRECHTSREGIME!"

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neuer Prozesstermin im Prozess wegen "übler Nachrede"

Es gibt einen neuen Termin für den Prozess gegen eine angeklagte Psychiatrie-kritische Aktivistin. Die Hauptverhandlung, die eigentlich am 27. Februar 2018 stattfinden sollte, wurde verschoben und findet nun am Donnerstag, den 31. Mai 2018 um 11 Uhr im Amtsgericht Wolfenbüttel (Saal/Raum 32) statt.

 

Adresse:

Rosenwall 1 A

38300 Wolfenbüttel

 

Hier könnt ihr nachgucken worum es geht (LINK)

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Widerstand wirkt: Akutaufnahme-Station 63 des Klinikum Bremen-Ost (KBO) schließt!

"(...)Psychotherapie fand auf der alten Station nämlich so gut wie nicht statt – stattdessen wurden Patient*innen mit Medikamenten ruhig gestellt. Problemen begegnete man mit Zwangsmaßnahmen.(...)" (TAZ)

 

Nachdem immer wieder Kritik an den menschenrechtswidrigen Zuständen in der KBO geäußert wurde und dieser Protest auch die breite Öffentlichkeit erreichen konnte, sah sich die Klinik nun in der Pflicht endlich zu handeln und Verbesserungen in Gang zu bringen. Ob die Schließung der Skandalstation 63, Deeskalationstraining für die Pflegekräfte und die Eröffnung der neuen - in einem Park gelegenen - Station letztendlich mehr ist als Schönfärberei bleibt abzuwarten. Letztendlich ist, wie die TAZ schon zutreffend schreibt, "Die Rede (...) dabei nicht von bahnbrechenden neuen Konzepten, sondern schlicht von Mindeststandards." Jedoch kann man sehen: Ausdauernde Proteste gegen Missstände in der Psychiatrie können Veränderungen schaffen.

 

"(...)Anfang vergangenen Jahres hatte die lange gärende Kritik an den Zuständen im KBO die kritische Masse erreicht: taz und Weser Kurier hatten über tagelange Fixierungen an den Betten berichtet, ehemalige Patient*innen die entwürdigenden Umstände auf der Akutaufnahme-Station 63 kritisiert. Die Bürgerschaftsfraktionen von SPD und Grünen hatten daraufhin in einer parlamentarischen Anfrage Aufklärung der Missstände verlangt – und nach dem Stand der Psy­chiatriereform gefragt.

 

Auf diesen Druck reagierten der Senat und die Klinik-Holding Gesundheit Nord (Geno) mit tatsächlich beachtlicher Geschwindigkeit. Ein selbstkritischer Aktionsplan wurde verfasst, für die Renovierung von Haus 3 umgehend 1,2 Millionen Euro bereit gestellt. Architekten, Mediziner- und Techniker*innen haben das Projekt in einem knappen halben Jahr umgesetzt.(...)"

 

http://www.taz.de/!5492931/

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"PSYCHIATRISCHE DIAGNOSE" - Kunstaktion der Initiative Zwangbefreit

Königslutter. Gestern, am 21. März 2018 fand in der Psychiatrie Akademie, welche sich derzeit wegen Baumaßnahmen im Pfleger*innen-Wohnheim befindet, eine Kunst(*andere Bezeichnung offen)Aktion statt.

Während von 9 bis 16 Uhr ein Seminar über „unterschiedliche Krankheitsbilder in der Psychiatrie“ stattfand, wurde eine künstlerische* Arbeit ausgelegt (ein gestaltetes Kissen – Beschreibung weiter unten in kursiv). Diese thematisiert psychiatrische Diagnosen. Daneben ein paar Flugblätter der Initiative Zwangbefreit (siehe hier bei Material -ganz oben- LINK). Gleichzeitig wurden auf den Toiletten und in einer Dusche Informationen zur Zwangspsychiatrie ausgehängt. Diese Informationen bearbeiteten das Thema Diagnose-Kritik im Zusammenspiel mit Zwangsmaßnahmen. Ziel dieser Aushänge war es nicht die künstlerische* Arbeit zu erklären, sondern eine ergänzende Information zu geben. Die ausgehängten A4-Zettel thematisier(t)en schwerpunktmäßig Zwangsmaßnahmen, bei denen grundsätzlich/Gesetzes wegen eine psychiatrische Diagnose vorausgeht. Der Informationstext (hier unter der Rubrik Material zu finden LINK) ist angelehnt an den Ankündigungstext des Seminars (hier zu finden LINK) und demnach mit etwas Ironie versehen.

 

Nicht alle Menschen nehmen psychiatrische Diagnosen an. Viele lehnen die Bezeichnung „psychisch krank“* für sich ab. Die Initiative Zwangbefreit ist solidarisch mit (=auf der Seite von) den Menschen, die ihre Diagnose(n) ablehnen, mit denen, die ihre Diagnose(n) annehmen und sich selbst als psychisch krank* bezeichnen und mit allen anderen selbst betreffenden Umgangsformen (z.B. dazwischen zu wechseln, eine ganz individuelle Bezeichnung zu verwenden). Die Initiative Zwangbefreit setzt sich für Selbstbestimmung ein. Deshalb soll es Platz für alle eigenen Umgänge mit psychiatrischen Diagnosen geben. Eine kompromisslose Einbeziehung von Menschen mit psychischen Krankheiten* und Menschen mit psychiatrischen Diagnosen und individuellen Umgangsformen ist unseres Erachtens in der Psychiatriekritik und Anti-Psychiatrie unerlässlich. Denn viele sind aufgrund ihrer Diagnose(n) von Stigmatisierung und Gewalt betroffen.

 

Deshalb unsere Kunstaktion - um einen kritischen Beitrag zum gestrigen Seminar „Psychiatrie für Neu-Einsteiger“ und den darin besprochenen Diagnosen zu leisten.

 

Wie es so oft bei Kunst* ist, dürfen und sollen eigene Interpretationen Platz finden. Vielleicht hat ja die ein oder andere Person Lust in die Kommentare zu schreiben, was sie darin sieht oder/und was eine psychiatrische Diagnose für sie bedeutet. Wir sind gespannt und würden uns darüber freuen.

...

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Prozesstermin am 27ten Februar in Wolfenbüttel aufgehoben!

Wichtiger Hinweis: Der Prozesstermin am 27ten Februar (Morgen) in Wolfenbüttel gegen eine Menschenrechts-Aktivistin wurde erstmal aufgehoben! Sobald ein neuer Termin feststeht, sagen wir euch Bescheid.    

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27. Februar 2018: Prozess gegen eine Menschenrechts-Aktivistin wegen „übler Nachrede“

Am Dienstag, den 27. Februar 2018 findet im Amtsgericht Wolfenbüttel (Adresse siehe unten) um 13 Uhr erneut ein Prozess gegen eine psychiatriekritische Aktivistin statt.
Im Juli letzten Jahres (2017) wurde der Betroffenen eine Anklageschrift zugesandt. Der Vorwurf darin: „üble Nachrede“.


Die Beschuldigte soll (laut Anklageschrift) am 13. Dezember 2016 zusammen mit anderen Menschen die Vorlesung „Basiswissen Psychiatrie“ des Dr. med. Rainer Jung in der Ostfalia Hochschule in Wolfenbüttel betreten haben. Dem „gemeinsam gefassten Tatplan entsprechend“ (Zitat aus der Anklageschrift) sollen dort Flyer verteilt, eine Rede verlesen und ein Transparent in die Höhe gehalten worden sein. In dem verteilten Handzettel soll angeblich „wahrheitswidrig“ behauptet worden sein „Dr. Jung begehe Straftaten der Körperverletzung“ (Zitat aus der Anklageschrift).


Nun flatterte diese Woche eine Ladung zum Prozess am 27.2. bei der Angeklagten ein.

Klar ist, dass im AWO Psychiatriezentrum, in dem Dr. Rainer Jung leitender Oberarzt war, - wie in anderen Psychiatrien auch – Zwangsmaßnahmen stattfinden, die aus der Sicht von Betroffenen, von Aktivist*innen (der Initiative Zwangbefreit) und dem UN-Sonderberichterstatter über Folter Juan Ernesto Méndez Menschenrechtsverletzungen sind. Und kein Gericht der Welt kann diese Missstände wegurteilen. Derzeit werden diese verharmlost, verheimlicht und an den Rand der öffentlichen Diskussionen gedrängt – das bedeutet aber nicht, dass es immer so bleiben muss.


Die Aktivist*innen der Initiative Zwangbefreit hoffen, dass das Gericht zu Gunsten der Angeklagten urteilt, um so dem Thema (Zwangs)Psychiatriekritik, als ein solches, das noch mehr in den öffentlichen Diskurs gehört, ein Zugeständnis zu machen. Weiter fordern wir, dass das Gericht, die Staatsanwaltschaft und andere Akteur*innen Kritik an der (Zwangs)Psychiatrie und den Protest für Menschenrechte nicht (weiter) kriminalisieren.

 

„Die menschenverachtenden Zustände in der Zwangspsychiatrie bedürfen einer Abschaffung; und die „Hilfe“*systeme für Menschen, von denen derzeit -viele auch gegen den Willen- in psychopathologische Schubladen gesteckt werden, bedürfen einer kompletten Neuordnung. Menschen müssen über ihren Aufenthaltsort, ihre medizinischen Behandlungen, ihre Freizeitgestaltung, ihre (beruflichen) Perspektiven und allgemein über ihre Zukunft und Gegenwart selbst entscheiden dürfen“ (Zitat Angeklagte). Die Anklage gegen die beschuldigte Aktivistin macht deutlich, wie viel sich mit der Gewalt und struktureller Diskriminierung in der Psychiatrie von Seiten psychiatrischer Akteur*innen auseinandergesetzt wird: Offensichtlich sehr wenig bis gar nicht. Statt sich mit der eigenen Position kritisch auseinanderzusetzen nutzt Jung mit der Anzeige eine sich ihm bietende Chance der Machtausübung durch die Repressionskeule und verschiebt das Täter*innen-Opfer-Verhältnis (macht sich zum Opfer „dieser ungerechten Aktivist*innen“, statt seine Rolle als Zwangsausübender zu hinterfragen).

 

Angeklagt ist eine - aber gemeint sind wir alle.

 

Liebe Menschen, die ihr euch mit der Sache und der Angeklagten solidarisch seht, ihr seid herzlich eingeladen diesem Prozess beizuwohnen und die Angeklagte zu unterstützen – mit eurer Anwesenheit z.B.:-) !
Zitat Angeklagte: „Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn sich Leute an dem Tag für den Prozess Zeit nehmen.“

 

Hier der Link zu einem Aktionsbericht vom 13.12.2016 von der Initiative Zwangbefreit.
Die Vorwürfe, die gemacht werden, sollen laut Akte im Rahmen dieser Aktion stattgefunden haben: Siehe HIER.

Auf einen Blick:

Wann?:_____Dienstag, der 27. Februar 2018 um 13 Uhr
Wo?:_______ Amtsgericht Wolfenbüttel
Rosenwall 1A
38300 Wolfenbüttel

      Raum/Saal 32

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Fixierung: Klage vor dem Bundesverfassungsgericht! (Triggerwarnung)

Zwei Menschen klagen vor dem Bundesverfassungsgericht wegen stundenlangen Fixierungen.

 

"Die Psychiatrie darf nicht die Dunkelkammer des Rechts sein oder bleiben." (SZ)

 

Einer der Kläger wurde 2009 betrunken von der Polizei in die Psychiatrie gebracht. Der Grund: Er habe Suizidgedanken geäußert. Von 12 Stunden Unterbringung wurde er 8 Stunden lang fixiert.

 

Der andere Kläger aus Baden-Württemberg wurde 2015 aufgrund eines gerichtlichen Beschlusses in der geschlossenen Psychiatrie untergebracht. Dort wurde er immer wieder fixiert. Der Grund: Er soll Geschirr und Möbel zertrümmert und Mitarbeiter*innen beschimpft haben.

 

"Wenn die Freiheit durch Fesselung, die stunden- oder gar tagelang dauert, nicht nur eingeschränkt, sondern komplett und vollständig und schmerzhaft aufgehoben wird, muss ein Richter darüber befinden, weil dies das Härteste, das Extremste ist, was ein Staat seinem Bürger antun kann." (SZ)

 

Auch ein Interview mit Martin Zinkler (Chefarzt Psychiatire Heidenheim) kann man sich in der SZ durchlesen. Zinkler wird beim Prozess vor dem Bundesverfassungsgericht als Sachverständiger auftreten.

"(...) 2015 gab es bei 110 000 stationären Aufnahmen 30 389 einzelne Maßnahmen. 6,7 Prozent der Patienten waren betroffen, wobei manche natürlich öfter als einmal fixiert wurden. Wenn man das auf Deutschland hochrechnet, müssten das bei 800 000 stationären Aufnahmen etwa 221 000 Maßnahmen im Jahr sein." (Zinkler)

 

Zinkler spricht auch darüber, dass es für ihn nur eine Situation gibt indem eine Fixierung  gerechtfertigt sei. Nämlich: "Wenn wir oder andere Patienten angegriffen werden. Und ich meine nicht, dass mal ein Gegenstand fliegt, sondern dass wir wirklich gewaltsam angegriffen werden. (...)"

 

Allerdings (!) Eine Fixierung von Menschen, die sich selbst verletzen lehnt Zinkler ab:

 

"Als ich angefangen habe, wurden Menschen nach Suizidversuchen festgebunden. Das würde ich nie mehr machen. Eine Selbstgefährdung ist nie ein Grund für eine Fixierung, finde ich. Mit solchen Menschen muss man sprechen, die darf man nicht alleine lassen. Aber wieso sollte man sie festbinden?"

 

Quellen/ So wird berichtet:

 

Tagesschau

SZ

SZ-Interview

 

 

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Pfefferspray und Psychopharmaka: Eine tödliche Wechselwirkung!? (Triggerwarnung)

Ende Dezember 2017 ist wieder ein Mensch während eines Polizeieinsatzes in einer psychiatrischen Klinik gestorben! Dieses mal im "Psychiatrischen Zentrum Nordbaden (PZN)" in Wiesloch (Baden-Württemberg). Der 41-jährige soll mehrfach gegen eine Betonsäule geschlagen und getreten haben und später im Raucherraum Einrichtungsgegenstände gegen ein Sicherheitsglas geworfen haben. Das Pflegepersonal rief die Polizei und mit dieser zusammen überwältigten sie den Menschen. Er wurde an Händen und Füßen fixiert und dabei wurde auch Pfefferspray eingesetzt. Laut Polizei/SWR kollabierte er während dieses Angriffs. Nun wird es im Bericht von "SWR Aktuell" etwas unübersichtlich, da der ab diesem Zeitpunkt bereits kollabierte und mit Sicherheit weiterhin vollfixierte Mensch sich angeblich im Krankenwagen weiter "massiv gewehrt" haben soll (?) Dann wird darüber berichtet, dass er, nachdem er mit dem Krankenwagen in die forensische Abteilung gefahren wurde, bei Ankunft dort (erneut) kollabierte. Wenig später verstarb er im Universitätsklinikum Heidelberg.

 

Die zuständige Staatsanwaltschaft prüfe jetzt, ob gegen die eingesetzten Polizist*innen ermittelt wird. Vom Psychiatriezentrum selbst kommt lediglich die nüchterne Bewertung des Geschehens, dass das Pflegepersonal "fachlich, wie menschlich kompetent reagiert" hat. Immer wieder wird auch eine tödliche Wechselwirkung von Pfefferspray und Psychopharmaka/ Drogen diskutiert. Mehrere Medien und Mediziner*innen stellten diesen Verdacht schon öfter auf, da es immer wieder zu Todesfällen kommt, in denen Pfefferspray und Psychopharmaka/ Drogen zusammen kamen.

 

Viele Fragen bleiben hier wieder einmal offen:

 

Wie war nun der genaue Ablauf der Situation. Laut Polizei/SWR kollabierte der 41-jährige bereits während des körperlichen Angriffs auf ihn, hat sich später aber nochmal im vermutlich weiterhin fixierten Zustand "massiv gewehrt" (?) Wachte er dann wieder auf und kollabierte in der Forensik erneut? Warum wurde er dann - wenn er bereits einmal kollabierte - nicht gleich in die Klinik nach Heidelberg gefahren, sondern erst in die forensische Abteilung? Und wird eigentlich auch gegen das involvierte Pflegepersonal ermittelt?

 

"(...) Wie die Polizei mitteilte, kollabierte der Mann kurz nachdem es Pflegekräften gelungen war, ihn zu bändigen. Sie fesselten ihn an Händen und Füßen, auch Pfefferspray kam zum Einsatz. Mit einem Krankenwagen wurde der Mann in die forensische Abteilung gebracht. Auch während des Transports soll sich der Mann massiv gewehrt haben.
Direkt nach der Ankunft sei der Mann kollabiert. Auch der herbeigerufene Notarzt konnte ihn nicht mehr retten. Der 41-Jährige starb wenig später im Universitätsklinikum Heidelberg.(...)"
(SWR)

 

https://www.swr.de/…/did=20854800/nid=1582/vj6ac8/index.html

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Antipsychiatrie: Ich bin nicht verrückt, ich bin Revoluzzer!

Hier ein sehr empfehlenswerter und aktueller Artikel der "Zeit" über die antipsychiatrische/psychiatriekritische Bewegung!!!

 

"(...) Dennoch scheint die Energie der 1970er- und 80er-Jahre ein wenig verpufft zu sein. Viele der antipsychiatrischen Gruppierungen existieren zwar noch, sind aber weniger aktiv als früher. Liegt es daran, dass die heutige Psychiatrie längst nicht mehr so defizitär ist wie noch vor 30 Jahren? Trotz der vielen Reformbemühungen baut sie weiterhin häufig auf Zwang. Die Zahl der Zwangsmaßnahmen ist in den letzten Jahrzehnten teils sogar gestiegen. Grund zum Protest gäbe es also nach wie vor.(...)"

 

Den gesamten Artikel findet ihr hier:

 

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2018-01/antipsychiatrie-psychiatrien-psychologie-patienten/komplettansicht

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Medizintests in der Kinder-Jugendpsychiatrie und in Heimen in Wunstorf (Hannover).

"Ärztliche Eingriffe ohne Zustimmung und Aufklärung der Patienten erfüllten auch damals schon den Tatbestand der Körperverletzung." (Medizinhistoriker Heiko Stoff)

 

"Nach den Recherchen der Pharmakologien Sylvia Wagner aus Krefeld sollen die Ärzte in Wunstorf bis Mitte der 1970er-Jahre mindestens 286 Kinder Versuchen mit Schlafmitteln und Psychopharmaka unterzogen haben. Das geht aus einer Dissertation hervor, deren Ergebnisse Wagner Ende 2016 veröffentlichte. Nun weitet sich der Vorwurf noch aus: Reporter von NDR 1 Niedersachsen und Hallo Niedersachsen haben herausgefunden, dass in Wunstorf wohl nicht nur Arzneimittel, sondern auch fragwürdige Untersuchungsmethoden an Kindern getestet wurden."

 

Ganzer Bericht:

 

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Medizintests-Heimkinder-leiden-noch-heute,medikamentenversuche150.html

 

 

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„Du kannst nicht raus, es ist total schlimm, (…) die fanden genau das gut!“ Eine kritische Analyse zur Psychiatrie-Reportage von Funk (ARD/ZDF)!

Im Mai 2017 startete die 5-teilige Reportage „Die Frage“ unter dem Slogan: „Muss ich Angst vor der Psychiatrie haben?“. Produziert wird diese wöchentliche Reportage, bei der sich der Journalist Michael Bartlewski an verschiedene Orte begibt und Antworten sucht, von Funk (ein Gemeinschaftsangebot von ARD/ZDF).

 

Schon im ersten Teil der Reportage, lässt Bartlewski in einem Interview durch das kleine Wörtchen „noch“ erkennen, wohin uns diese Ausgabe von „Die Frage“ führen soll. Im Interview mit einer Psychiatrie-Erfahrenen äußert diese, dass sie vor dem ersten Gang in die Psychiatrie Angst hatte: „Ich hab mir irgendwie so vorgestellt, dass man eben eingesperrt wird und dann wird da abgeschlossen und eigentlich ein bisschen eher wie ein Gefängnis.“ Bartlewski schlussfolgert darauf: „Ja, dass sind alles diese Bilder und Klischees, die wahrscheinlich jeder hat und ich auch noch!“

 

Genau, „NOCH“, denn der Journalist ist auf dem Weg die schon beschlossene Antwort auf die Frage zu liefern, die seine Reportage im Titel stellt und das wird er mit einer gekonnten Beschönigung der Psychiatrie tun.

 

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G20: Solidarität mit den Durchsuchungsbetroffenen!

Bundesweite Hausdurchsuchungen bei Anti-G20-Aktivist*innen! Auch in Niedersachen (Hannover, Göttingen, Braunschweig...)!

 

Solidarität mit den Betroffenen!

 

In mehreren Städten kam es heute um 6 Uhr früh zu Hausdurchsuchungen unter anderem in Hamburg, Niedersachsen und Berlin! Als Grund für die Durchsuchungen wurde die Verfolgung von "Straftäter*innen" vorgeschoben. Konkret ging es um die Vorfälle während der G20-Proteste in Hamburg am Rondenbarg. Dort kam es zu einem Aufeinandertreffen von Demonstrant*innen und Polizei. Nach Polizeiangaben wurden aus dem Demonstrationszug heraus massiv mit Steinen und Pyrotechnik geworfen. Ein Polizeivideo straft die Polizei jedoch Lügen, denn zwar seien drei Leuchtfackeln in Richtung Polizei geflogen (Diese erreichten die Polizeireihen auch gar nicht), aber auf dem Video ist eben kein massiver Steinbewurf auf die hochgepanzerte Polizei zu sehen. Die vermummten Polizist*innen griffen damals die Protestierenden am Rondenbarg brutal an und brachen einigen der Demonstrant*innen die Knochen. In Panik stürzten mehrere Menschen auf der Flucht vor den prügelnden Polizist*innen von einem Gerüst. Und jetzt stürmt die Polizei auch noch irgendwelche Wohnungen, um mit weiteren Kriminalisierungsversuchen von ihrem unverhältnismäßigen Einsatz beim G20 abzulenken und um Daten über linke Strukturen zu sammeln.

 

"Bei den Razzien geht es um nichts anderes als Diskursverschiebung und Kriminalisierung von linken Aktivist*innen. Was bei #Fabio anscheinend nicht klappt soll bei den nächsten weitergehen. Vermummte Schlägertrupps bei G20 sind in Reihen der Polizei zu finden."

 

"Die heutigen Razzien sind eine skandalöse politische Inszenierung. Hier geht es nicht um die Aufklärung von Straftaten, sondern um die nachträgliche Legitimierung des völlig aus dem Ruder gelaufenen Polizeieinsatzes beim G20-Gipfel und um Schikane gegen politisch Aktive. Der Staat verliert gerade die Deutungshoheit über die G20-Geschehnisse und reagiert jetzt mit einer medialen Show."

 

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1072303.g-gipfel-in-hamburg-bundesweite-razzien-nach-g-protesten.html

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Zwangsmaßnahmen: Die weitverbreitete Praxis in Deutschland!

Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie:

"(...) In der Rechtswirklichkeit sind derartige Methoden aber nicht die seltene Ausnahme, sondern weitverbreitete Praxis in Deutschland (...)"(Deutsches Institut für Menschenrechte)

 

2018 schaut sich der UN-Menschenrechtsrat die Lage der Menschenrechte in Deutschland an. Das Deutsche Institut für Menschenrechte (DIMR) hat dafür einen Bericht verfasst und eingereicht. Den Abschnitt zur Psychiatrie könnt ihr hier nachlesen:

 

"Menschenrechte in der Psychiatrie

15. Mit Blick auf die Psychiatrie war Deutschland in der Vergangenheit von Menschenrechtsgremien der Vereinten Nationen scharfer Kritik ausgesetzt. Die Unterbringung gegen den Willen, die Isolierung und Fixierung, die zwangsweise Gabe von Medizin sowie die Sedierung (Ruhigstellung) gelten auf bundes- und landesgesetzlicher Ebene im Sinne einer gesetzlichen Ausnahme unter bestimmten Bedingungen immer noch als rechtlich zulässig.

 

Zwar wurden in Folge von höchstrichterlichen Entscheidungen seit 2011 die verfassungsrechtlichen Anforderungen für die gesetzlichen Regelungen höher gesteckt. In der Rechtswirklichkeit sind derartige Methoden aber nicht die seltene Ausnahme, sondern weitverbreitete Praxis in Deutschland. Seit 2016 fördert die Bundesregierung ein größeres Forschungsprojekt zur Vermeidung von Zwangsmaßnahmen.

Eine grundsätzliche Überprüfung des Systems der Psychiatrie aus menschenrechtlicher Sicht und insbesondere eine Ausrichtung hin zu einer Psychiatrie ohne Zwang sind indes nicht zu erkennen."

 

Den ganzen Bericht findet ihr hier:

 

http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Weitere_Publikationen/DIMR_Bericht_fuer_UPR_2018.pdf

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Demobericht zum Welt-Psychiatrie-Kongress in Berlin (mit Radio-Interview)

Vom 8. bis zum 12. Oktober 2017 fand in der Messe Berlin ein Kongress der WPA (World Psychiatric Association) und der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie) statt – der Welt-Psychiatrie-Kongress. Ca. 15 000 Menschen wohnten diesem bei. An mehreren Tagen haben einige Menschen gegen die dort stattfindenden Beschönigungen und die vorgetragenen reaktionären (=rückschrittlichen), psychiatrischen Haltungen vor der Messe demonstriert. 

 

Der Protest war vielseitig: verschiedene Gruppen und Einzelpersonen hielten Schilder und Transparente hoch, sangen psychiatriekritische Lieder und redeten am Mikrophon. Auch die Initiative Zwangbefreit war dabei – unter anderem mit einem Redebeitrag, den ihr hier findet (LINK). 

 

Innerhalb der Messe gab es einen Pharmabereich, den nicht alle Pressevertreter*innen betreten durften. Auch Betroffenen-Vertreter*innen, Student*innen und Auszubildende durften diesen Bereich nicht aufsuchen. Wer darf dann eigentlich noch rein? Vielleicht Special-Psychiater*innen (sagt das mal 10x hintereinander – und gebt das mal bei Google-Übersetzer  ein – dann kommt „Special psychiatrist*inside“ (= Spezial-Psychiater*innen*drinnen)  -Na, wenn das kein Beweis ist – kleine Verschwörungstheorie am Rande-)???   ... 

 

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Protest beim Kongress der DGPPN und der WPA in Berlin!

Am Sonntag und Montag (08ter/09ter Oktober) protestierten zahlreiche Menschen gegen Zwang und Gewalt in der Psychiatrie. Auch wir waren dabei und haben unten folgenden Redebeitrag gehalten. Ein ausführlicher Bericht zu den Protesten folgt in Kürze und mehr Bilder von der Kundgebung finden sich HIER (Link zu Zwangspsychiatrie.de bitte hier drauf klicken)

 

"Heute und in den nächsten Tagen bis zum 12.10.2017 findet hier in der Messe Berlin der Weltkongress 2017 der World Psychiatric Association (WPA) statt - In Zusammenarbeit mit der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie und Neurologie), die ihren jährlichen Kongress mit dem der WPA zusammengelegt hat. Es sollen Fort- und Weiterbildungen sowie Vernetzungen zwischen verschiedenen (psychiatrischen) Akteur*innen geben. Das geschieht unter anderem mit einem Angebot an Vorträgen, Diskussionsrunden, Rollenspielen etc..

 

Zwar wird auf diesem Kongress auch die Sicht von Betroffenen aufs psychiatrische Geschehen thematisiert, z.B. durch den Psychiatrie-Kritiker Peter Lehmann, dennoch bleibt eine psychiatriefreundliche Atmosphäre bestehen. Denn unter anderem treten Menschen wie der Comedy-Psychiater Manfred Lütz auf die Bühne, der sich _nur scheinbar_ gegen Diskriminierung von Menschen mit psychiatrischen Diagnosen einsetzt und das System Psychiatrie, wie es gerade ist, stark verharmlost und medial wirksam _gutheißt_.

Aber nicht nur erfolgreiche Buch-Autor*innen wie Lütz stützen hier die stabilen Säulen der menschenverachtenden Psychiatrie – Auch die Veranstalterin selbst – die DGPPN- , spricht sich für Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie aus und ist in der Vergangenheit dadurch aufgefallen Körperverletzungen, Freiheitsberaubung, Fremdbestimmung erheblich zu unterstützen.

 

Dazu zählt auch das Menschen-in -Schubladen-stecken mithilfe von psychiatrischen Diagnosen ohne Betroffene danach zu fragen, wie sie selbst ihren Zustand und/oder ihre Situation beschreiben würden. Das stabilisiert die Plattform für Menschenrechtsverletzungen. Denn sobald über Köpfe von Betroffenen (fremd)definiert wird, wird die Autonomie (Selbstbestimmung) dieser verletzt und ihre Handlungsfähigkeiten eingeschränkt. In Psychiatrien, wie sie sich um uns herum befinden, werden Menschen auch gegen ihren Willen mit Medikamenten „behandelt“, an Betten gefesselt, eingesperrt und elektrogeschockt.

 

Wir – die Initiative Zwangbefreit - wollen uns mit solchen Menschen, die sich bemühen Kritik auf diese Veranstaltung zu bringen solidarisieren und gleichzeitig Abstand nehmen von den hier ebenfalls auf die Bühne gebrachten reaktionären (rückschrittlichen) psychiatrischen Ideen und Haltungen.

 

Für Alternativen zur Zwangspsychiatrie!

Für eine befreite Gesellschaft ohne Diskriminierung!"

 

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Auf zum Protest gegen den Welt-Psychiatrie-Kongress (WPA) in Berlin. Zusammen gegen das Zwangspsychiatriesystem!

Es lohnt sich auch schon vor dem 08ten Oktober in Berlin zu sein!

Hier einige Termine:

 

Donnerstag, 5.10. um 19 Uhr in Berlin-Kreuzberg (Mehringhof/Versammlungsraum, Gneisenaustr. 2): Wo Pippi eingesperrt, gedemütigt, fixiert und vollgepumpt mit Psychopharmaka 20 Jahre früher sterben würde...

(Ton-Bilder-Schau zu Anspruch und Wirklichkeit hinter psychiatrischen Mauern und Zäunen. Die Ton-Bilder-Schau des investigativen Journalisten Jörg Bergstedt gibt einen tiefen Blick hinter die Kulissen der Zwangspsychiatrie, dargestellt vor allem an Unterlagen, die aus den Psychiatrien selbst stammen. Den Abschluss bildet die Frage, wie eine Welt ohne Zwangsbehandlungen aussehen könnte - und was das alles mit Pippi Langstrumpf zu tun hat.)

 

Samstag, 7.10. um 16 Uhr in Potsdam (Madia, Lindenstr. 47): Wo Pippi eingesperrt, gedemütigt, fixiert und vollgepumpt mit Psychopharmaka 20 Jahre früher sterben würde ...

 

6.-8.10. in Berlin (Jugendherberge am Ostbahnhof): Jahrestreffen des BPE (Bundesverband Psychatrie-Erfahrener)

 

8./9.10. in Berlin: Demo gegen den WPA-Kongress (Eingang Messe Süd, Beginn am 8.10 um 16 Uhr und am 9.10. um 8 Uhr)

 

http://www.die-bpe.de/fiktive_wissenschaft/

 

http://www.projektwerkstatt.de/termin.html

 

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Aufruf: Neuroleptika-Absetzgruppe in Braunschweig!

Auf folgenden Aufruf möchten wir euch gerne aufmerksam machen:

 

"Hallo, ich würde gerne eine Neuroleptika-Absetzgruppe gründen - es gibt diese Gruppen schon in anderen Städten, hier in Braunschweig aber noch nicht. Obwohl man weiß, dass Neuroleptika keine Dauermedikation sein sollten, werden sie von Ärzten in der Regel leider immer noch alternativlos verabreicht. Mir geht es darum, darüber zu sprechen, zu diskutieren, uns gegenseitig zu begleiten und zu unterstützen, wenn wir die Medikamente reduzieren oder absetzen wollen (Ich selber nehme die Medikamente nur in akuten Phasen); aber auch die Medikamente besser kennenzulernen, uns mit den Wirkungsweisen, Nebenwirkungen zu beschäftigen, Alternativen zu überlegen, Ängste zu verlieren gegenüber der eigenen Erkrankung - kurze Neue Wege zu gehen."

 

!!! NACHTRAG: Es finden nun monatliche Treffen statt!

 

Wenn ihr Interesse habt dann könnt ihr euch bei Constanze melden:

 Mail: cwaskow@gmx.de

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Prozessbericht: ein nützlicher Zeuge

Am 4. September 2017 fand ein Prozess gegen eine Aktivistin der Initiative Zwangbefreit (IZB) im Amtsgericht Helmstedt statt. Der Vorwurf war doppelter Hausfriedensbruch.

Als der Prozess mit kleiner Verspätung losging, saßen schon einige solidarische und Psychiatrie kritische Menschen im Publikum, um die Sache und die Angeklagte zu unterstützen.
Thomas Zauritz, Geschäftsführer vom AWO Psychiatriezentrum (APZ) in Königslutter und ein Polizeimensch waren als Zeug*innen geladen. Nach Aufnahme der Daten der Angeklagten und der Feststellung, dass die Angeklagte sich nicht zu den Vorwürfen äußern will, wurde Thomas Zauritz in den Saal gerufen.

Der nahm dann auf den Zeug*innen-Stuhl platz und begann seine Sicht zweier Demo-Situationen am 16.11. und am 17.11.2016 zu schildern (Link zu den Aktionsberichten).
Dabei beschrieb er, dass jeweils demonstrierende Personen an den beiden aufeinander folgenden Tagen auf dem Gelände gesichtet worden seien. Darunter die Angeklagte. Dabei hätten sie ein Transparent hochgehalten und durch ein Megaphon gerufen. Er beschuldigte die Angeklagte ein Hausverbot - das im Sommer 2015 kurz vor einer Demo der Initiative Zwangbefreit per E-Mail zugeschickt worden sei - am 16. November 2016 (!) missachtet zu haben. ...

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Protest der Initiative Zwangbefreit gegen den Comedy-Psychiater Manfred Lütz

Am 23. August fand in den Räumlichkeiten der Braunschweiger Zeitung eine Jubiläumsveranstaltung der Psychiatrie Akademie statt. Als Festakt war Manfred Lütz geladen. Die Initiative Zwangbefreit begleitete Lütz „Lesung“ zu seinem Psychiatrie-Beschönigungs-Buch „IRRE! Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen.“ mit kritischen Stimmen und versuchte auf die Missstände in heutigen Psychiatrien hinzuweisen, die Manfred Lütz mit seinem Buch und seiner öffentlichen Präsenz gekonnt unter den Tisch fallen lässt.

Um direkt am Ort des Geschehens eingreifen zu können, planten einige Aktivist*innen der Initiative Zwangbefreit zunächst in dem Saal, wo sich die breite Zuschauer*innenschaft befand das unten angehängte Flugblatt zu verlesen. Darauf steht eine kurze Kritik zu dem, was an Manfred Lütz und dem was er sagt, problematisch ist.
Doch zu der Ausübung des Rechtes auf freie Meinungsäußerung kam es nicht. Denn kurz nachdem sich die Aktivist*innen hinsetzten, kamen Bernhard Tammen (Justiziar vom AWO Psychiatriezentrum Königslutter) und seine Scherg*innen (Sicherheitsdienst der Braunschweiger Zeitung) gezielt auf sie zu. Der angebliche Grund: stichprobenhafte Taschenkontrolle.
Das ließ die Aktivist*innen staunen. Denn zuvor wurden von keiner anderen Person die Taschen kontrolliert. Auf kritisches Nachfragen und Beharren der Aktivist*innen wurde unter sichtlicher Anspannung die Visitenkarte gezückt. Bernhard Tammen und seine Unterstützer*innen bestanden darauf die Tascheninhalte zu kontrollieren und waren offensichtlich darauf aus, die Aktivist*innen der IZB (Initiative Zwangbefreit) aus dem Saal zu locken, indem sie die Protestierenden dazu drängen wollten, den Tascheninhalt außerhalb des Festsaals zur Begutachtung freizugeben.
Schnell war klar: das kann kein Zufall sein. Wieso ausgerechnet sie und wieso so ein Security-Aufgebot?

...

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Erinnerung: Prozess gegen IZB-Aktivistin* am nächsten Montag (4.9.2017)

Hallo ihr lieben solidarischen Menschen! Hiermit wollen wir euch nochmal an den Prozess am Montag gegen eine* Aktivistin* der Initiative Zwangbefreit erinnern. Kommt gern vorbei (nach Helmstedt) und unterstützt die* Angeklagte* z.B. mit eurer Anwesenheit! :-)

 

Um 9 Uhr ist Beginn.

Ort ist: Saal C im Amtsgericht Helmstedt

 

Adresse:

Stobenstraße 5

38350 Helmstedt

 

Um mehr zum  Prozess zu erfahren (z.B. Hintergründe)  bitte hier klicken [link].

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Protestaktion gegen Feierlichkeit zum 25-jährigen Bestehen der AWO-Psychiatrie Akademie mit Manfred Lütz!

Am 23ten August feierte die AWO-Psychiatrie Akademie ihr 25-jähriges Bestehen. Zusammen mit dem Comedy-Psychiater Manfred Lütz wurde während dieser Festlichkeit im Medienhaus der Braunschweiger Zeitung (BZ) die Beschönigung der Zustände in der Psychiatrie vorangetrieben. Doch auch die Initiative Zwangbefreit (IZB) war vor Ort und sorgte mit einer Protestaktion dafür, dass diese Beschönigungsversuche mit kritischen Stimmen begleitet wurden. Die BZ berichtete im Sinne derer, die die Missstände in der Psychiatrie kleinreden und stellte in ihrem Bericht fest: "Psychiatrie kann durchaus lustig sein." Doch auch der IZB-Protest fand Erwähnung und war ein beliebtes Ziel der Fotojournalist*innen.

 

Ein ausführlicher Bericht von uns zur Aktion wird in den kommenden Tagen folgen...

 

Bildquelle: BZ

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Psychiater Manfred Lütz am Pranger der Political Correctness [1]

Manfred Lütz, Psychiater, Chefarzt am Alexianer Krankenhaus in Köln [2], Schriftsteller, katholischer Theologe und Kabarettist tritt am 23. August 2017 im Rahmen des 25 jährigen Bestehens der Psychiatrie Akademie (aus Königslutter) [3] in Braunschweig als Festakt auf (Die Veranstaltung beginnt um 19:20 Uhr

– um 18:45 ist Einlass- und wird im
Medienhaus der Braunschweiger Zeitung
Hintern Brüdern 23,
38100 Braunschweig
stattfinden. Hier die Einladung: http://www.awo-psychiatriezentrum.de/fileadmin/media/downloads/Einladung_Vortrag_Luetz.pdf). Wenn der Titel seines Erfolgsbuches „IRRE! Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen“ zunächst ein bisschen Hoffnung macht wird diese jedoch beim Betrachten seiner Aussagen bereits im Keim erstickt. Als Fürsprecher der „psychisch Kranken“ sieht er sich und ist der Meinung mit seinem „humorvollem“ 185 Seiten langen Buch, würde er einer Stigmatisierung von Menschen mit psychiatrischen Diagnosen entgegenwirken. Die Realität sieht allerdings anders aus.

Lütz schreibt selbst über sein Buch er würde damit eine „Gebrauchsanweisung“ für Menschen mit „psychischen Krankheiten“ bieten.
Darin und auch in seinen Vorträgen wie hier (Link: https://www.youtube.com/watch?v=OpIkI3G1y8k) untergliedert er die Gesellschaft in „normal“ und „krank“. Zwar macht Lütz dabei sichtbar, dass psychiatrische Diagnosen gesellschaftliche Konstrukte sind, hinterfragt dies jedoch kein Stück. Er meint, einem Menschen sei geholfen, wenn man ihn wieder „normal“ machen würde (natürlich in der Psychiatrie), da „psychisch Kranke“ ja schließlich unter ihrer „Außergewöhnlichkeit“ litten.

...

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Proteste gegen den WPA-Kongress in Berlin!

Vom 08ten bis zum 12ten Oktober findet in den Berliner Messehallen der Weltkongress der Psychiatrie statt. Dagegen gibt es zahlreiche Proteste. Auch die IZB wird sich an diesen beteiligen! Kommt auch ihr vorbei und tragt euren Widerstand gegen die Missstände im gegenwärtigen Psychiatriesystem auf die Straße der Hauptstadt.

 

Für mehr Informationen siehe hier:

 

http://www.die-bpe.de/fiktive_wissenschaft/

http://www.psychiatrie-erfahrene-nrw.de/…/2017-10-08_Aufruf…

 

Für den Sturz des Zwangspsychiatriesystems! (hierfür gibt es leider keinen link, muss man selber machen)

 

Eure IZB!

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Demonstration: "Für Alternativen zur Zwangspsychiatrie" in Königslutter am Elm.

Am 29ten Juli 2017 begann um 14 Uhr unsere kleine Demonstration: „Für Alternativen zur Zwangspsychiatrie!“ in Königslutter am Kaiserdom, unweit vom AWO-Psychiatiriezentrum (APZ) entfernt. Eine kleine Gruppe hatte sich dafür beim Dom-Café zur Anfangskundgebung zusammen gefunden. Schon vor dem Start der Kundgebung entstanden einige interessante Gespräche mit aufmerksam gewordenen Menschen, Flyer wurden verteilt und die Passant*innen zur Teilnahme an der Demo eingeladen.

 

Eine Person die gerade zurück ins APZ musste, konnte wegen Ablauf ihrer Ausgangszeit nicht an der Demonstration teilnehmen. Nach der kurzen Kundgebung vor dem Dom startete die Demo unter Rufen wie „Psychiatrie geht auch zwangsfrei!“, oder „Für Menschenrechte in der Psychiatrie!“ Richtung APZ.

Als die ersten 200 Meter gegangen waren, wuselte in Windeseile die Polizei herbei und teilte den Protestierenden mit, dass sie hier nicht entlang gehen könnten. Dies sorgte für Verwunderung, da die Versammlungsbehörde die angemeldete Route - auf der sich der Demotross zum Zeitpunkt der Polizeiansprache befand - bestätigt hatte. Die Begründung der Polizei lautete jedoch sinngemäß, dass die von der Behörde bestätigte Route aber auf dem APZ-Privatgelände entlang führt und das APZ nichts von demokratischen Grundrechten, wie der Versammlungsfreiheit auf ihrem Gelände hält.

 

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Kommt zur Demo "Für Alternativen zur Zwangspsychiatrie!" am Samstag (29ter Juli 2017)!

Update: Gemeinsame Anreise aus Braunschweig zur Demo!

Wer aus Braunschweig zur Demonstration am 29ten Juli 2017 fahren möchte, kann das auch zusammen mit uns tun. Treffpunkt ist 12 Uhr im Hauptbahnhof Braunschweig (an den Automaten in der Eingangshalle), so das wir den Zug um 12:17 Uhr nach Königslutter am Elm nehmen können. Dann haben wir noch ein bisschen Zeit in Königslutter und laufen dann zum Startpunkt der Demo.

 

In ein paar Tagen ist es soweit, dann startet in Königslutter am Elm (bei Braunschweig) unsere Demo "Für Alternativen zur Zwangspsychiatrie!

 

Kommt vorbei!

 

Los geht es um 14 Uhr in der Nähe des AWO-Psychiatriezentrums beim Dom-Café.

 

Den Aufruf zur Demo findet ihr Hier.

 

 

 

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Missachtung der Psychiatrie-Enquête: Klinikum Wahrendorff baut aus!

Mit 48 Millionen Euro bezuschusst das Land Niedersachsen den Neubau in Köthenwald, der insgesamt 65 Millionen Euro kosten soll. Geplant ist das Krankenhaus in Ilten dafür zu schließen und einen Großkomplex zu bauen. Dieser soll dann „eine Psychiatrie und eine Psychosomatik mit elf Stationen und einer Tagesklinik beherbergen[...]“ schreibt Dr. Silke Lesemann (SPD-Landtagsabgeordnete) in einer Pressemitteilung des Niedersächsischen Landtages vom 28. Oktober 2016.

Weiterhin heißt es dort: „ Eine Krisenintervention in Würde soll laut Brase das Credo des Klinikums sein“. Außerdem bezeichnet Dr. Rainer Brase die Bezuschussung des Krankenhausneubaus als „eine tolle Nachricht für alle Zukünftigen Patienten, für die Bürger der Region Hannover und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“.

Aber ist sie das wirklich?

Beachtet man die Ziele und Maßstäbe der Psychiatrie-Enquête (siehe unten) aus den 70er Jahren macht das Klinikum Wahrendorff sogar aus psychiatrischer Sicht her gesehen damit einen Rückschritt. Statt auf Dezentralisierung Wert zu legen, ballt sich nun in Zukunft ein noch größerer Teil der psychiatrischen Einzeleinrichtungen an einem Fleck und verwehrt weiterhin eine „gemeindenahe Versorgung“. Das ganze Dorf Köthenwald ist ein Dorf, welches sich ausschließlich aus psychiatrischen Einrichtungen zusammensetzt. Zwang, Druckmacherei und Gewalt sind derzeit an der Tagesordnung. Es kam in den Wahrendorffschen Kliniken bereits zu Todesfällen (Link). Auch wenn die Psychiatrie-Enquête durchaus zu kritisieren ist, stellt sich hier die Frage: Wenn Geschäftsführer*innen wie ein Dr. Rainer Brase eine Entwicklung gutheißt, die sogar aus psychiatrischer Sicht humanistisch rückschrittlich ist, wie weit dieses Klinikum tatsächlich bereit ist in Zukunft Menschenrechte und die Menschenwürde zu beachten.

 

Ab-/ausgegrenzte Ballungsgebiete, wie sie das Klinikum Wahrendorff produziert sind ebenso in Frage zu stellen wie eine überwachsame Gesellschaft, die jede Abweichung von der Norm den psychiatrischen Kontrollinstanzen zuführt!

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behindert und verrückt feiern - kommt zur Pride Parade in Berlin!

Hey ihr Lieben!

 

Kommt am Samstag, den 15 Juli 2017 nach Berlin!

Es gibt ein interessantes Programm. Auch die IZB (Initiative Zwangbefreit) wird eine Rede halten.

 

Beginn ist um 15 Uhr auf dem Hermannsplatz

 

Hier der Aufruf von der Facebook-Seite der Pride Parade selbst. Quelle (Link)

"Freaks und Krüppel, Verrückte und Lahme, Eigensinnige und Blinde, 
Taube und Normalgestörte – 
kommt mit uns raus auf die Straße und feiert

die vierte „behindert und verrückt feiern“ Pride Parade!

Es wird viel geredet über Inklusion, Gleichstellung, Selbstbestimmung und Teilhabe, gerade vor Wahlen. Doch die Welt sieht anders aus! Die Begriffe wurden von ausgegrenzten und unterdrückten Gruppen geprägt. Sie werden aber immer mehr von den Ausgrenzer*innen und Unterdrücker*innen umgedeutet und missbraucht, indem sie uns einige Krümel hinwerfen und das „Teilhabe“ nennen. Deshalb fordern wir:

ganzhaben statt teilhaben!

...

 

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Stellungnahme zu dem Tod von Achmet A., der in Bremen Ost durch eine Zwangsmaßnahme gestorben ist

Im Folgenden eine Stellungnahme der Psychiatrie kritischen Gruppe zum Tod von Achmet A..

 

"In Gedenken an

 

Achmet A.

 

der am 09.05.2017 durch eine unverhältnismäßige, brutale, bis dato unverantwortete, willkürlich ausgelöste Zwangsmaßnahme in Bremen-Ost verstorben ist.

Er ist uns in Erinnerung für alle Menschen, die in Bremen-Ost und überall kollektiv ermordet wurden.

Er ist gestorben. Das war nicht nötig. Es ist passiert. Die eilig herbeigeeilten WärterInnen, die ihn zu Boden gebracht und ihm am Atmen gehindert haben, ( "ich krieg keine Luft mehr, ich krieg keine Luft") hatten kein Erbarmen. Er könnte simulieren. Den "gewalttätigen Bekloppten" kann man nicht trauen. Das Personal ist trainiert, angeblich professionell und in Deeskalation geschult. Bis dato ist noch Jede/r im BEO (Beobachtungsraum/Isolation) gelandet, für die/den der Eberhard (Codewort für Zwangsmaßnahme) ausgelöst wurde, für was für Lapalien auch immer.

Drei WärterInnen rein ins Raucherzimmer. Ein Dutzend PflegerInnen und mehr in der Tür, auf dem Gang. Die Patienten ganz schnell auf ihre Zimmer und in den Aufenthaltsraum geschickt. Haben die PatientInnen es gehört? "Ich krieg keine Luft mehr, ich krieg keine Luft."  Ja, sie haben es gehört.

Herr A. wollte sein Frühstück, daß ihm verweigert wurde. Drei Meter vor dem Essenswagen.  "So nicht Herr A.!" Ein Wort ergab das andere. "Lassen sie mich doch in Ruhe." Dreht sich um. Will in den Raucherraum, um sich zu beruhigen. "So nicht Herr A!"

In diesem Moment, in seinem Rücken, wird der Eberhard ausgerufen. Die Üblichen an vorderster Front. Routiniert. Eine willkommene Auflockerung für alle Beteiligten. Können alle mal sehen, wie "Mann" es richtig macht.

Es wurde nichts richtig gemacht. Weder die Auslösung des Eberhard's war verhältnismäßig. Noch der Zugriff. Noch dass, was danach passiert ist. Ca. 20 Minuten Reanimation durch eine Pflegerin bis Leonora (Codewort für medizinischen Notfall) ausgelöst wurde. Ca. weitere 20 Minuten, bis die Sanitäter auf dem Gelände zum Einsatz kamen, den Defibrilator nicht dabei.  Weitere 20 Minuten bis der Notarzt eintraf.  Keine Beatmung, keine Eile. Das Achmet angeblich bis Freitag im Koma lag und dann verstarb, ist/bleibt rätselhaft. Die ersten PatientInnen berichteten uns einen Tag nach dem Angriff: Eberhard..., keine Luft mehr..., nach 40 Minuten tot.

Wir vermuten im ersten Moment , er wurde erwürgt. Uns fehlte das Wort erstickt, erdrückt, erdrosselt oder am Atmen gehindert. Jedenfalls hat ihn nicht der Blitz erschlagen.

Erstes offizielles Munkeln, ein zu großes Herz/ Herzprobleme. Ein Infarkt hat den 31-Jährigen dahingestreckt. In welche Richtung sollte die Staatsanwaltschaft/Kripo dann ermitteln? Sollte sie das überhaupt? Die Gefangenen wurden bis jetzt noch nicht zum Tathergang vernommen, trotz geäußertem Wunsch dazu.

Der Leichnam, ganz schnell von der Kripo freigegeben und einem Bestattungsunternehmen zugeteilt. Dem Vater wird selbst der Abschied von seinem Sohn verwehrt. Er wird nicht informiert. Achmet sollte eigentlich in die Türkei überführt werden. Der Leichnam wird aber ganz schnell ohne das Wissen des Vaters in Deutschland beerdigt.

Schon im Dezember letzten Jahres haben wir auf die unheilvolle Verstrickung von Justiz, Exekutive und Psychiatrie in  Bremen, bei der Schwerdtfegerabschiedsschau (Verabschiedung des letzten Klinikleiters in den Ruhestand) aufmerksam gemacht. Alles nicht justiziabel? Archaische Machtdemonstrationen, zur Festigung von Kumpaneien, Loyalitätsbeweisen, Verhöhnung der Schutzbefohlenen und der gerichtlichen Institutionen? Eine Homage der MitarbeiterInnen an ihren verdiensvollen Leiter der Einrichtung? Keiner will es wissen, obwohl  auch das alles im Film zur Erinnerung festgehalten wurde. Weiter haben wir, nach Themen gegliedert, auf fünf DIN A4 Seiten anonymisiert, auf das gewalttätige, demütigende, erniedrigende, repressive Regime, in dieser Anstalt hingewiesen. Beim großen Aufschrei in Bremen, über die Verhältnisse in der Allgemeinpsychiatrie, durch die Patientenfürsprecher dokumentiert, klapperten wir Parteien und Presse, Petitionsausschüsse, Besuchskommissionen und Deputationen ab. Allen diesen Institutionen, selbst dem Senat und der Bürgerschaft lag unser Beschwerdekatalog aus der Forensik vor. Die forensische Klinikleitung hat alles als erstunken und erlogen, vom Tisch gewischt. Die Beschwerden betreffen vielleicht die Allgemeinpsychiatrie, aber nicht die Forensik.

Jetzt wird weiter vertuscht und gelogen. Achmet sei drogenabhängig und gewalttätig gewesen. Patienten schildern ihn anders. Er hätte Alkohol in seinem Zimmer hergestellt. Unglaublich. Vielleicht haben sie was getrunken, um ihren Frust zu ersaufen.

Die Ausweg- und Aussichtslosigkeit von Achmet A., und all den anderen  Mitgefangenen, macht uns wütend und ohnmächtig zugleich.

Ein Gedenken vor der Forensik wurde 2 Tage geduldet. Nach 2 Tagen wurde abgeräumt. Fotos weg, Blumen weg. Zurück zum forensischen Alltag. Alle Beteiligten machen weiter.

Neuerdings den Euthanasieopfer am IRRSTERN in Bremen-Ost gedenken, und glauben, die Zeit wäre vorbei? Ein gruseliges Psychiatrie-Museum zum schaudern nebenan. Aber das hat  mit dieser Zeit nichts zu tun. 

Wir haben von nichts gewußt? Wir wollen von all dem nichts wissen!

Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.

 

Psychiatrie kritische Gruppe    

Kontakt: beschwerde-bremen-ost@gmx.de"

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Prozess gegen IZB-Aktivistin erneut verschoben - jetzt am 4.9.2017!

Der Prozess (der erst am 3. Mai, dann am 12. Juni stattfinden sollte) gegen eine Aktivistin der Initiative Zwangbefreit wurde erneut verschoben. 

Kommt also gern am 4. September 2017 zum Amtsgericht Helmstedt und unterstützt die Angeklagte mit eurer Solidarität!

 

Auf einen Blick: 

Wann? - am Montag, den 4. September um 9 Uhr (morgens)

Wo? - Amtsgericht Helmstedt, Saal C

 

Adresse vom Amtsgericht Helmstedt:

Stobenstraße 5

38350 Helmstedt

 

Mehr zum Prozess (z.B. Hintergründe) findet ihr hier (<--link).

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Mahnwache in Bremen in Gedenken an Achmet Agir!

Am 16ten Mai 2017 fand wie vor einigen Tagen angekündigt, vor dem Klinikum Bremen-Ost eine Gedenkkundgebung für den nach einer Fixierung verstorbenen Achmet Agir statt.

Hier ein kurzer Bericht darüber von der Bremer psychiatriekritischen Gruppe:

Am Dienstag den 16.5, eine Woche nach dem Überfall auf Achmet Agir, (an dem er entweder sofort oder 3 Tage später verstorben ist (nicht mal das lässt sich zur Zeit mit 100prozentiger Sicherheit sagen)) gab es eine Gedenkundgebung mit hohem ungebetenem Besuch, in Form von Securitys, (die uns erzählen wollten, dass die Insassinnen Angst vor uns und unseren Blumen hätten, sich dann aber zurück zogen). Klinkleitung Frau Franz, Pflegedienstleitung Schröder und Oberarzt Wiele konnten 2 Stunden, ihrer gut bezahlten Arbeitszeit entbehren, um unser Gedenken einfach nur stören zu wollen, oder auch tatsächlich mit Angst um sich und ihren Ruf. Sie verwickelten uns in Disskusionen, in
denen besonders Frau Franz darum bat, dass wir doch aufhören sollen Unwahrheiten über ihre Klinik und ihr Personal zu verbreiten.
Nach 40 Stunden war Seitens der Klinik die offizielle Trauerzeit für Achmet Agir abgelaufen und Bilder, Blumen und Kerzen wurden entfernt.
Wir kommen wieder. Kein Vergeben. Kein Vergessen.

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31-Jähriger stirbt nach Fixierung im Klinikum Bremen Ost - Kundgebung am 16. Mai in Bremen

Am Dienstag den 16.5. wird es um 18 Uhr eine Mahnwache im Gedenken an den Verstorbenen vor der forensischen Psychiatrie in Bremen Ost geben (Züricher Str. 40, 28325 Bremen). Die Psychiatrie kritische Gruppe ruft dazu auf, sich solidarisch zu zeigen, Blumen, Kerzen etc mitzubringen.

 

Niemand ist vergessen, der innerhalb der Institutionen, durch die Gewalt des Personals stirbt.

 

Weitere Informationen unter: stattpsychiatrie@riseup.net

 

Artikel aus dem Weser Kurier : "Nach gewaltsamer Fixierung: Psychiatrie-Patient stirbt"  (<--Link)

 

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Gedenktag 2. Mai -- Staatsschutz, Polizei

Am 2. Mai 2017 war der internationale Tag zur Erinnerung an die Verbrechen der NS-Psychiatrie und ihrer Kooperateur*innen und Widerstandstag gegen die gegenwärtige Zwangspsychiatrie.

Nachdem Gedenkenden, die dem Aufruf der Initiative Zwangbefreit (IZB) folgen wollten, das Gedenken an dem Mahnmal zur „Aktion T4“ auf dem Klinik-Gelände verboten wurde, standen Aktivist*innen der Initiative Zwangbefreit (IZB) am Fuße des Klinik-Geländes um trotzdem den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken und für eine Psychiatrie ohne Zwang zu protestieren. Ein Schild „Wir lassen uns das Gedenken an die NS-Opfer nicht verbieten“, Kreidesprüche wie „Für eine zwangfreie Psychiatrie heute“ und „in Gedenken an die Opfer der NS-Psychiatrie“, Kerzen und Blumen machten auf ihr Anliegen aufmerksam. Zusätzlich wurden Handouts mit Informationen zur „Aktion T4“ und ihrer heutigen Erinnerung und Flyer zur gegenwärtigen (Zwangs)Psychiatrie verteilt.

Auch gab es interessante Gespräche mit Passant*innen, einen Redebeitrag und leider auch Repressionen ( = Unterdrückung von Widerstand durch Polizei und andere Behörden): 

 

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Skandal: AWO-Psychiatriezentrum in Königslutter verbietet Gedenken an die Opfer der NS-Psychiatrie!!!

Die Begründung: Die Positionierung der IZB gegen Unmenschlichkeit in der Psychiatrie und mutmaßliches mit Kreide malen in der Vergangenheit!

 

(Hinweis: Gedenkveranstaltung findet trotzdem statt, nur an anderer Örtlichkeit!!! Siehe Ende des Berichts!)

 

Am 02ten Mai 2017 wollten wir als Initiative Zwangbefreit (IZB) eine Gedenkveranstaltung an die Opfer der „Aktion T4“, die im Nationalsozialismus hunderttausende Opfer forderte, durchführen. Der am besten geeignete Ort für unser geplantes Gedenken war natürlich der „T4“-Gedenkort („Weg der Besinnung“) auf dem Gelände des AWO Psychiatriezentrums in Königslutter (APZ). Da der gewünschte Veranstaltungsort somit auf dem Privatgelände des APZ liegt, hat es einer simplen Bestätigung unseres 02ten Mai-Gedenkens von Seiten des Klinikums bedurft. Doch was auf die Anfrage nach einer solchen Bestätigung von Seiten des APZ's erfolgte, kann jeder antifaschistisch denkende und auf Menschenrechte bauende Mensch nur als grobe Ohrfeige betrachten.

 

Bernhard Tammen - der Justiziar des APZ – untersagte der IZB „ und den von Ihnen aufgerufenen Personen“ das Gedenken an die NS-Opfer am 02ten Mai! Und nochmal, um zu kapieren was Herr Tammen im Namen des APZ da sagt: Ich verbiete am entsprechenden Tag sämtlichen Menschen, den Opfern des Nationalsozialismus am dafür vorgesehenen Gedenkort zu gedenken! Denn alle Menschen, die am 02ten Mai aufgrund unseres Aufrufes den Gedenkort aufsuchen wollen, müssen laut Tammen mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Eine Einteilung der Gedenkenden an diesem Maitag in Gedenkende, die einfach nur so an diesem Tag den Opfern gedenken möchten und denen, die es wegen unseres Aufrufes machen, ist eine Unmöglichkeit. Eine psychiatrische Klinik, die Menschen anzeigen will, die an einem bestimmten Tag am „Weg der Besinnung“ den NS-Opfern gedenken? Da muss sich die Stadt Königslutter doch die Frage gefallen lassen, ob - ja,sagen wir wie es ist – eine solche Gedenkort-Privatisierung nicht hinterfragt gehört. So können wir nur hoffen, das kein Mensch am 02ten Mai auch nur zufällig am Gedenkort gedenken möchte. Es droht Personalienkontrolle durch die Polizei und Strafverfolgung. Das APZ macht was es will. Und mit welcher Begründung verbietet das AWO Psychiatriezentrum das Gedenken? Der angeheuerte APZ-Justiziar umschreibt es folgendermaßen:

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Gemeinsame Anreise zu unserer Gedenkveranstaltung am 02ten Mai 2017 von Branschweig nach Königslutter am Elm!

Für alle die mit uns aus Braunschweig zur Gedenkveranstaltung - "In Gedenken an die Opfer der NS-Psychiatrie!" - fahren wollen, gibt es einen Termin zur gemeinsamen Anreise. Treffen ist um 17 Uhr an den Fahrkartenautomaten der Haupthalle im Hauptbahnhof Braunschweig. Der entprechende Zug fährt um 17:17 Uhr los. Den Aufruf zur Kundgebung findet ihr HIER.

 

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29ter Juli 2017: Demonstration gegen Zwangspsychiatrie in Königslutter am Elm!

Ende Juli veranstalten wir in Königslutter am Elm eine Demonstration unter dem Motto: Für Alternativen zur Zwangspsychiatrie! Diese wird um 14 Uhr in unmittelbarer Nähe zum Klinikkomplex des AWO Psychiatriezentrums (APZ) beginnen.

 

Unsere Demonstration wird dann nach einer kurzen Kundgebung durch die Stadt laufen und am Marktplatz mit einer Abschlusskundgebung enden. Ziel der Demonstration ist es, die Menschen in Königslutter für das Thema der Zwangspsychiatrie zu sensibilisieren, den zwangsbehandelten Menschen im AWO Psychiatriezentrum zu zeigen, dass sie nicht alleine sind und um unserer Forderung nach einer Psychiatrie ohne Zwang und Gewalt ein weiteres mal in der Öffentlichkeit Platz einzuräumen, damit mehr Menschen darauf stoßen, darüber diskutieren und letztendlich sich hoffentlich mit uns dafür einsetzen, dass Zwangspsychiatrie bald der Vergangenheit angehört.

 

 

Im Wissen über Zwangsmaßnahmen und die Bedeutung dieser für die Menschen, die sie erleben müssen, fordert die „Initiative Zwangbefreit“, dass die Psychiatrie auf solche Maßnahmen, die gegen den Willen der Betroffenen durchgeführt werden, kompromisslos verzichtet und das neue individuelle Konzepte für den Umgang mit schwierigen Lebenslagen erarbeitet werden. Diese können nur wirkungsvoll sein, wenn sie auf Respekt anstatt auf Unterdrückung und Machtspielen beruhen und wenn sie an einem Tisch mit den Betroffenen erarbeitet werden und nicht über deren Köpfe hinweg!

 

Wir wollen, dass die Leiden, Nöte und Charaktere Betroffener ernst genommen werden und fordern eine Gesellschaft, die alle Menschen so akzeptiert wie sie sind und sein wollen - frei von Bewertungen und Kategorien.

 

Wir fordern Akzeptanz (Nicht Ignoranz) gegenüber „Anders"sein und schwierigen Lebenslagen und üben Kritik an psychiatrischen (Zwangs-) Maßnahmen.

 

Wir fordern Selbstbestimmung und die Festlegung der Definitionsmacht bei Betroffenen. Kein*e Psychiater*in sollte das Recht haben über die Köpfe ihrer*seiner „Patient*innen" hinweg Entscheidungen zu treffen und Kategorisierungen vorzunehmen.

 

 

Finger weg von Fixierung, Zwangsmedikation und dem Leben anderer!

 

Für Alternativen zu Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie!

 

Hinweis: Personen aus dem rechten Spektrum sind auf dieser und auf sämtlichen anderen Veranstaltungen von uns nicht willkommen!

 

 

Auf einen Blick:

 

Demo-Motto: „Für Alternativen zur Zwangspsychiatrie!“

 

Demonstrationsbeginn: 29ter Juli 2017, um 14 Uhr.

 

Demo-Ort: Am Kaiserdom/beim Dom-Café (Am Plan/Vor dem Kaiserdom) in Königslutter am Elm.

 

 

 

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Prozess gegen IZB-Aktivistin verschoben

Ein Prozess, der eigentlich am 3. Mai stattfinden sollte, wurde verschoben. Der neue Termin ist nun

 

am 12. Juni 2017

um 9 Uhr morgens

Saal C

Amtsgericht Helmstedt (Stobenstraße 5, 38350 Helmstedt).

 

Um mehr zum Prozess zu erfahren, bitte hier (<--das ist ein Link) nachschauen.

 

Natürlich freuen wir uns immer über Solidarität. Kommt gern vorbei. :-) 

 

Initiative Zwangbefreit

E-Mail-Kontakt: zwangbefreit@web.de

 

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Aufruf zur Kundgebung in Königslutter: In Gedenken an die Opfer der NS-Psychiatrie („Aktion T4“)!

Am 02ten Mai 2017 (siehe unten**) wollen wir gemeinsam mit euch an die Opfer der „Aktion T4“ während der Zeit des Nationalsozialismus gedenken. Die „Aktion T4“ bezeichnet die Ermordung und Zwangssterilisierung von mehr als 400.000 Menschen, die von den Nationalsozialist*innen den Stempel „unwertes Leben“ erhielten und in sogenannten „Pflege- und Heilanstalten“ systematisch getötet, zwangssterilisiert und gefoltert wurden. Betroffene waren vor allem als „psychisch krank und/oder körperlich behindert“ abgestempelte Menschen.

 

Wir möchten an diese Menschen erinnern, damit nichts von den Verbrechen der NS-Zeit in Vergessenheit gerät. Auch möchten wir mit unserer Kundgebung auf die aktuellen Missstände in Psychiatrien aufmerksam machen. Denn auch wenn jeglicher Vergleich der heutigen Psychiatrie mit der NS-Psychiatrie unangebracht ist, so gibt es heute noch eine Vielzahl an Unmenschlichkeit in den psychiatrischen Kliniken, die immer wieder Todesopfer fordert. Auch im AWO-Psychiatriezentrum in Königslutter (APZ), wo wir am 02ten Mai unsere Gedenkkundgebung abhalten werden, sind Zwangseinweisung, Zwangsmedikation und Fixierung gängige Praxis. Dagegen stellen wir uns und wollen neben der Erinnerung an die Opfer auch für eine Psychiatrie ohne Gewalt protestieren!

 

Auf dass sich diejenigen, die Zwang und Gewalt in der Psychiatrie ermöglichen, die letzten Worte auf der AWO-Gedenktafel auch für die heutige Zeit zu Herzen nehmen:

 

„Der „Weg der Besinnung“ soll mahnen, dass wir Politiker, Juristen, Ärzte, Pflegepersonal, Nachbarn, Mitmenschen, Gemeinden, Ämter, Kirchen, nie wieder wegschauen und mitwirken. Wir wollen hinschauen, wenn Unrecht geschieht und uns einmischen. Die Gedenkstätte soll uns erinnern an das Leid, aber uns auch wachsam sein lassen für die Zukunft!“

 

Unsere Gedenkkundgebung wird ab 18 Uhr am AWO-Mahnmal „Weg der Besinnung“ (circa eine halbe - bis eine Stunde lang) stattfinden. Das Mahnmal befindet sich auf dem APZ-Gelände in Königslutter am Elm. Wir treffen uns um kurz vor 18 Uhr am Kaiserdom Königslutter beim Dom-Café (Straße: Vor dem Kaiserdom/ Am Plan) und laufen dann gemeinsam zum AWO-Mahnmal. Bringt gerne Blumen, Kerzen, et cetera mit.

 

Hinweis: Ebenfalls am 02ten Mai 2017 findet in Berlin eine T4-Gedenkveranstaltung der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BPE) statt.

 

** Remembrance and Resistance Day (=Gedenk und Widerstandstag): Der 2. Mai ist der internationale Tag zur Erinnerung an die Verbrechen der NS-Psychiatrie und ihrer Kooperateur*innen und Tag des Widerstandes gegen die Zwangspsychiatrie.

 

 

Kontakt:
Initiative Zwangbefreit (IZB)
Mail: zwangbefreit@web.de

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BPE-Aktionsaufruf 2017!

"(...)Leute wie Pippi Langstrumpf müsse mensch einsperren.(...)"

 

Wir wollen euch auf einen Aufruf der "AG-Aktionsvernetzung" (BPE) aufmerksam machen. Beteiligt euch an Aktionen gegen das gegenwärtige Zwangspsychiatriesystem und/oder macht eigene Aktionen! Pippi bleibt frei!

 

Aktionsaufruf für das Jahr 2017

 

"Wir starten 2017 mit einer Massenzeitung, in der unsere Kritik an Geschichte und Gegenwart der Zwangspsychiatrie deutlich zu lesen ist. Außerdem wird dort für einige Termine und Aktionen geworben, die von Januar bis Oktober liegen. In diesen 10 Monaten wollen wir uns langsam steigern, bis dann vom 6. bis 8.10. in Berlin erst die BPE-Jahrestagung und ab 8.10. das Weltpsychiatertreffen stattfindet. Letzteres wollen wir zum Ziel klarer Forderungen und Proteste machen – mit Demonstrationen rund um den Versammlungsort (CityCube und südliche Messehallen in Berlin).

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"Die sind eigentlich alle ganz nett und sie glaubten wirklich, dass sie mir mit dieser Behandlung helfen würden. Sie wissen es einfach nicht besser, leider."

Im Folgenden veröffentlichen wir einen uns zugesandten Text eines Menschen, der*die selbst Erfahrung mit dem Zwangspsychiatriesystem machte und uns netterweise erlaubte seine*ihre Sicht auf dieses System und die eigenen Erlebnisse zu veröffentlichen. Der Text wurde ungekürzt übernommen:

 

"Ich kenne das Thema Zwangsbehandlung in der Psychiatrie aus eigener Erfahrung, als zwangsbehandelter Patient. Ich bin aber deswegen kein Feind der Psychiatrie an sich. Ich bin davon überzeugt, dass die Menschen, die sich für den Beruf als Psychiater, Psychologe oder auch als Pflegekraft im Psychiatrieumfeld oder als eine andere Art von Therapeut entscheiden dies tun, weil sie anderen Menschen helfen wollen. Und jeder hilft so gut wie er kann. Man sollte dabei nur eines bedenken: Es gibt "gut gemacht", es gibt "schlecht gemacht" und es gibt etwas, das ist schlimmer als "schlecht gemacht" und das ist "gut gemeint".

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Prozess gegen IZB-Aktivistin vor dem Amtsgericht Helmstedt! Spenden und Solidarität gegen Repression!

Im November 2016 fanden im AWO-Psychiatriezentrum in Königslutter (APZ) die sogenannten 34ten Psychiatrietage statt. Auch einige Aktivist*innen der Initiative Zwangbefreit (IZB) waren vor Ort, um gegen Zwangsmaßnahmen im APZ zu protestieren.

 

Statt auf die Protestierenden zuzugehen, um auf Dialog und Diskussion zu setzten, wurde von Seiten des APZ die Polizei gerufen. Die Begründung für diese Maßnahme war, dass die Aktivist*innen über das sonst auch öffentlich zugängliche Gelände des Klinikums spaziert sein sollen. Hausfriedensbruch soll das gewesen sein und dann fühlte sich auch noch ein Polizist bei der Personalienkontrolle von einer Aktivistin beleidigt. Sie soll den Polizeibeamten geduzt haben... Wer nun denkt: Wie mehr war's nicht?, der*die liegt richtig.

 

Ein paar Wochen später erhielt die betroffene Aktivistin einen Strafbefehl mit den Vorwürfen Hausfriedensbruch und Beleidigung gegen den sie Einspruch einlegte. Nun findet der Gerichtsprozess gegen sie am 03ten Mai 2017, um 9 Uhr am Amtsgericht Helmstedt (Saal A) statt

 

Immer wieder werden Aktivist*innen der IZB mit solchen und ähnlichen Vorwürfen konfrontiert, um den unliebsamen Protest gegen die Zwangspsychiatrie zu erschweren oder gar loszuwerden. Wir lassen uns davon jedoch nicht einschüchtern und werden weiter aktiv gegen die Missstände im gegenwärtigen Psychiatriesystem vorgehen! Dafür brauchen wir eure Unterstützung: Aktionen und Repression kosten Geld und wenn ihr an uns etwas spenden wollt, dann könnt ihr das an folgendes Konto tun:

 

 

Spenden und Aktionen

 

DE29513900000092881806

 

Betreff: IZB (bitte unbedingt angeben)

 

 

Und kommt auch am 03ten Mai nach Helmstedt und unterstützt die angeklagte Aktivistin zum Beispiel mit eurer Anwesenheit!

 

 

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Kritik zur gängigen Praxis der unkommentierten Löschung durch das Unser38-Team

"Vor wenigen Tagen wurde durch die Verwalter*innen der Unser38-Plattform unser Account der Initiative Zwangbefreit (IZB) gelöscht. Dies geschah zum wiederholten Mal ohne jegliche Vorwarnung und Kommentierung von Seiten des Unser38-Teams, obwohl wir in Vergangenheit auf   deren Bitten/Forderungen stets zeitnah reagierten und diese in unserem Account und unseren Beiträgen berücksichtigten.

 

So wurde an uns zum Beispiel, bezüglich unseres nun gelöschten Accounts, die Bitte herangetragen, doch zusätzlich zu unserem Gruppennamen einen Klarnamen zu verwenden. Diesem Wunsch kamen wir nach, auch wenn der Account "Team Unser38" in diesem Punkt ebenso eher mit schlechtem Vorbild vorangeht.

 

Wir als Nutzer*innen gestalten diese Plattform hier mit: Die IZB zum Thema der notwendigen Kritik am vorherrschenden Psychiatriesystem. ...

 

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22-Jähriger stirbt im Klinikum Wahrendorff

Ein Artikel aus der Neuen Presse (NP): 

 

Tod in Psychiatrie im Klinikum Wahrendorff: Ermittlung

 

Ein 22-jähriger Patient stirbt im Klinikum Wahrendorff. Seine Mutter (48) vermutet eine falsche Medikation. Ihr Anwalt hat Strafanzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
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Sehnde. Marcel F. starb am Morgen des 23. Januar 2016. Weil er nicht zum Frühstück erschien, schaute das Klinikpersonal in seinem Einzelzimmer nach. Dort lag der Auszubildende tot im Bett im Haus 10 in Köthenwald. Seine Mutter Andrea H. erfuhr erst zweieinhalb Tage später vom Tod ihres Kindes. Eine Funkstreifenbesatzung klingelte abends an ihrer Haustür in Sehnde und überbrachte die schockierende Nachricht.

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Zwang und Körperverletzung im neuen NPsychKG: kritische Begleitung einer Anhörung im Ausschuss

 

Am 9. März 2017 fand eine Anhörung zum neuen NPsychKG (=„Niedersächsisches Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch Kranke) im Niedersächsischen Landtag (Hannover) statt. Ab Sommer 2017 soll dieses Gesetz in Kraft treten.

Die Initiative Zwangbefreit (IZB) begleitete zunächst diese Anhörung kritisch mit einer spontanen Kundgebung vor dem Landtagsgebäude und kam später selbst im Landtag zu Wort (genauer: im Ausschuss des "Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Migration").

 

Da die Anhörung um 9.30 Uhr begann, verteilten die Aktivist*innen der IZB (Initiative Zwangbefreit) bereits ab ca. 9.00 Uhr um den Landtag herum Flyer, hielten eine Rede und machten mit einem Banner mit der Aufschrift „Für Menschenrechte in der Psychiatrie“ auf ihr Anliegen aufmerksam.

 

Als die Aktivist*innen zu den Räumlichkeiten der stattfindenden Anhörung gelangen wollten, ergab sich eine längere Wartezeit für diese. Denn der Sicherheitsdienst wurde hinzugezogen. Die Begründung für diese Maßnahme war die vorangegangene „Demonstration“. Nach mehreren Telefonaten einer*eines Angestellten im Foyer des Landtages mit Sicherheitsmenschen wurden die Aktivist*innen unter der Voraussetzung hineingelassen, Transparent und Megafon abzugeben und wurden vom Sicherheitsdienst zum Anhörungsraum begleitet.

 

Dort angekommen war die Anhörung bereits im Gange. Verschiedene Gruppen äußerten sich zum neuen Gesetzentwurf:

 

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IZB - Jetzt auch auf Facebook!

Ab jetzt könnt ihr uns auch auf Facebook folgen!

 

Kleiner Hinweis: Bitte denkt daran, dass Facebook nicht die sicherste Plattform ist, um Informationen über Aktionen oder Ähnliches zu teilen. Natürlich freuen wir uns über Likes und Kommentare, sofern sie keine Diskriminierungen beinhalten. Nur denkt bitte daran auszusortieren, was ihr gern veröffentlicht haben wollt und was nicht. Um "diskret" mit der IZB (Initiative Zwangbefreit) in Kontakt zu treten, nutzt bitte unsere Mailadresse: zwangbefreit[at]web.de. Dort könnt ihr uns auch verschlüsselt schreiben.

 

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Ausbeutung im Klinikum Wahrendorff: arbeiten für 30 bis 60 Cent die Stunde!

Soeben fanden wir auf linksunten.indymedia.org folgenden Artikel...

 

zu Besuch in einem geschlossenen Wohnheim im Psychiatrie-Dorf Köthenwald (nahe Hannover)

 

Am 20. Dezember 2016 waren wir zu Besuch in dem Psychiatrie-Dorf Köthenwald nahe bei Sehnde. Vor Ort haben wir mit dort wohnenden*einsitzenden Menschen gesprochen und einen Einblick in den Alltag einer geschlossenen Wohnheimstation erhalten.

 

 

 

Zum Klinikum allgemein

 

Köthenwald ist ein Standort von vielen des Klinikum Wahrendorff. In einer „Dokumentation“, (richtiger wäre eher die Bezeichnung „Werbefilm“) vom ZDF heißt es: „vor den Toren Hannovers liegt Europas größte private Nervenheilanstalt“1.

Das Klinikum Wahrendorff ist also laut ZDF das größte private psychiatrische Klinikum Europas2 und laut eigener Internetpräsenz "eine der größten psychiatrischen Einrichtungen Deutschland in privater Trägerschaft"3

Köthenwald ist ein riesiger Psychiatrie-Komplex. Vor Ort gibt es mehrere (geschlossene) Wohnheime, eine akutpsychiatrische Klinik, Arbeitswerkstätten (Fahrradwerkstatt und Tischlerei) eine Kinder- und Jugendpsychiatrie, eine psychiatrische Institutsambulanz (PIA)4 und einen Kiosk (möglicherweise sind nicht alle Einrichtungen genannt).

Behandelt“ werden laut Selbstauskunft in den Heimbereichen erwachsene[n] Menschen mit einem seelischen und/oder geistigen Handicap.“5

Das Einzugsgebiet ist weit gefächert. Vor Ort treffen wir Menschen, die vorher z.B. in Cloppenburg, Wilhelmshaven oder Hamburg gewohnt haben.

 

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Mailing-Liste gegen Zwang und Gewalt in der Psychiatrie

Liebe*r Besucher*in,

 

wenn du Lust* hast, dich zu engagieren und/oder du dich zum Beispiel über stattfindene Treffen informieren willst, kannst du dich gern in die Mailing-Liste eintragen. Auch können hier interessante Artikel oder ähnliches herumgeschickt werden.

 

So gehts:

 

1. Gebe in deinem Browser diese Adresse ein: 

https://lists.riseup.net/www/info/ohne_zwang

 

oder klicke auf diesen Link .

 

2. Dann mit der Maus auf "Abonnieren" (neben dem Plus-Zeichen in dem grünen Kreis) klicken.

 

3. Daraufhin erscheint auf der rechten Bildschirmhälfte ein neues Fenster. 

Dort kannst du in die Leiste deine Mail-Adresse eintragen und auf "Ausführen" klicken.

 

 4. Jetzt müsstest du eine Nachricht in deinem Mail-Posteingang haben. Darin steht ein Bestätigungs-Link, den du anklicken kannst, um dich zu ende bringend in die Liste einzutragen. Sobald du das getan hast, kannst du Nachrichten verschicken und/oder empfangen. :-)

 

! wichtiger Hinweis:

Wenn du ausschließlich mit der "Initiative Zwangbefreit" Kontakt aufnehmen willst, schicke uns bitte eine Mail an zwangbefreit[at]web.de . Die oben vorgestellte Mailing-Liste ist potentiell für alle einsehbar. Deshalb ist es sinnvoll abzuwägen, was für die Liste bestimmt ist und was lieber "vertraulicher" behandelt werden sollte.

Über die Mail-Adresse (zwangbefreit[at]web.de) kannst du auch verschlüsselt mit uns zu schreiben, wenn du ebenfalls über Mail-Verschlüsselung verfügst.

:-)

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Aufkleber der Initiative Zwangbefreit

Ein Aufkleber "gegen Zwang und Gewalt in der Psychiatrie" ist nun druckfertig! Wenn ihr selbst Klebchen drucken wollt: bewährt hat sich die Größe A7.

A6 oder größer würden bestimmt auch gehen -- je nach Vorliebe und/oder Einsatzort.

 

Möchtet ihr das Klebchen herunterladen, könnt ihr entweder dieses Bild hier auf eurem Gerät speichern oder ihr schaut in der Rubrik "Materialvorbei (da gibts das nochmal in größerer Auflösung).

 

 

 

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Flyerverteilaktion in Königslutter am Elm!

Heute verteilten eine handvoll Aktivist*innen der "Initiative Zwangbefreit (IZB)" hunderte IZB-Flyer in Königslutter. Da in der überschaulichen Stadt Königslutter das AWO-Psychiatriezentrum seine Kliniken betreibt und in diesen Zwang, Strafe und Gewalt wie Fixierung und Zwangsmedikation als sogenannte "Behandlungsmethoden" durchgeführt werden, schien es längst nötig gewesen zu sein, die Anwohner*innen über die Zwangspsychiatrie und ihre Folgen zu informieren. So heisst es im verteilten Flyer beispielgebend: "Im Wissen über Zwangsmaßnahmen und die Bedeutung dieser für die Menschen, die sie erleben müssen, fordert die „Initiative Zwangbefreit“, dass die Psychiatrie auf solche Maßnahmen, die gegen den Willen der Betroffenen durchgeführt werden, kompromisslos verzichtet und neue individuelle Konzepte für den Umgang mit schwierigen Lebenslagen erarbeitet werden. Diese können nur wirkungsvoll sein, wenn sie auf Respekt anstatt auf Unterdrückung und Machtspielen beruhen.

 

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Einblicke in den Alltag des AWO-Psychiatriezentrums (APZ) in Königslutter.

Bei einer Demo im vergangenen Sommer hat eine Gruppe von ca. 15 Menschen in Königslutter auf die unwürdigen Zustände in Psychiatrien, wie dem APZ (AWO Psychiatriezentrum), aufmerksam gemacht.
Um einen Einblick in den Klinikalltag aus Sicht der dort zur „Behandlung“ Befindenden zu erlangen, wurde mit mehreren Personen über das Verhältnis zum Personal, über Zwang, und über Therapiemethoden gesprochen.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle, die die neugierigen Fragen so offen beantwortet haben! :-)

Im Folgenden sind die Antworten und die Fragen sinngemäß zitiert (also nicht im genauen Wortlaut wiedergegeben).

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Protest bei einer Vorlesung von Dr. med. Rainer Jung an der Hochschule Ostfalia in Wolfenbüttel!

Heute besuchten einige Aktivist*innen die Vorlesung "Basiswissen Psychiatrie" von Dr. med. Rainer Jung an der Ostafalia Hochschule in Wolfenbüttel.

Jung ist neben seiner Lehrtätigkeit an der Ostfalia ebenso leitender Oberarzt am AWO-Psychiatriezentrum in Königslutter (APZ) und somit als Entscheidungsträger mitverantwortlich für die im APZ stattfindenden Zwangsmaßnahmen.

Auf diesen Umstand -also was Psychiatrie an Menschenrechtswidrigen Seiten aufzeigt und was Jung damit zu tun hat- wiesen die Aktivist*innen mit einem Transparent (Aufschrift: Für Menschenrechte in der Psychiatrie), Flugblättern und einer Rede per Megaphon hin. Einige der vielleicht fünfzig anwesenden Student*innen reagierten auf den Protest, der sichtbar die Forderung nach Einhaltung der Menschenrechte in den psychiatrischen Kliniken zeigte, mit Ausrufen wie: "Wir bereiten uns hier auf ne Klausur vor!", ein weiterer kommentiert darauf: "Genau!". Diese Menschen, die während der gesamten bisherigen Vorlesung stets ruhig, unkritisch und interessiert zuhörten, während ihnen Rainer Jung erklärte, wie andere Menschen "in Kategorien zu packen" sind und wie mensch Intelligenz messen könne, empörten sich also nun über einen fünf minütigen Input über Zwangsmaßnahmen und Menschenrechtsverletzungen im gegenwärtigen Psychiatriesystem. Getreu nach dem Motto: Klausur vor Menschenrechte.

Auch Rainer Jung, als Galionsfigur der meisten Student*innen im Saal, reagierte auf die Forderungen nach Menschenrechten in der Psychiatrie mit mannigfacher Überheblichkeit, zum Beispiel in Form von Aussagen wie:"Ja ich hätte mal den Text gelernt vorher...", die er an die Rede verlesende Person richtete, als diese kurz stockte und manifestierte sich bei Protestende in ironischem Applaus für die Protestierenden. Diese verließen nach ihrer Rede den Saal und verliehen ihren

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Initiative Zwangbefreit: Jetzt auch mit Flyer!

Wenn ihr den Flyer auch verteilen wollt, dann schaut auf unserer Unterseite "Material" vorbei. Dort könnt ihr den Flyer herunterladen.

 

Flyertext:

 

INDIVIDUUM GEGEN GESELLSCHAFTSNORMEN. Für echte Alternativen zum gegenwärtigen (Zwangs-)psychiatriesystem!

 

Innerhalb von Psychiatrien werden Personen häufig dazu ermutigt sich selbst oder ihre persönlichen Einstellung zu ändern. Wir von der „Initiative Zwangbefreit“ glauben allerdings nicht, dass psychisches Leiden, wie es die Psychiatrie häufig vorgibt, „selbstverschuldet" sei und durch Selbstoptimierung beseitigt werden könne, sondern Ausdruck der gesellschaftlichen Verhältnisse ist in denen wir leben. Sich einer bestimmten Norm unterordnen zu sollen, bedeutet in der bestehenden Form nicht ernst genommen zu werden und beinhaltet den diskriminierenden Gedanken, dass der derzeitige Zustand und/ oder die Persönlichkeit, so wie sie ist, schlecht sei. Wir wollen aber, dass die Leiden, Nöte und Charaktere Betroffener ernst genommen werden und fordern eine Gesellschaft, die alle Menschen so akzeptiert wie sie sind und sein wollen - frei von Bewertungen und Kategorien. Wir wollen nicht, dass Menschen dazu genötigt werden (wieder) produktiv zu sein und distanzieren uns vom gegenwärtigen Leistungsdruck, der sich zum Beispiel durch die sogenannte „Arbeitstherapie" in der Psychiatrie aufbaut und nicht selten in Ausbeutungsverhältnissen mündet.

 

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Protest der Initiative Zwangbefreit anlässlich der 34. Psychiatrie-Tage in Königslutter

Am 16. und am 17.11.2016 (vorletzten Mittwoch und Donnerstag) fanden in Königslutter in den Räumlichkeiten des AWO Psychiatriezentrums (APZ) die 34. Psychiatrietage statt.

Diese Veranstaltung stand unter dem Titel: „Psychische Störungen und Familie“ und wurde vom ärztlichen Direktor des APZs Dr. Mohammad-Zoalfikar Hasan und Dr. Rainer Jung, leitender Oberarzt am APZ moderiert.

Es gab verschiedene Redebeiträge. Mitunter sprach der Landesverband Psychiatrie-Erfahrener (LPEN).

 

Da an diesen Tagen der Zulauf von Außen recht groß zu werden versprach und es auch war, nutzten Aktivist*innen der Initiative Zwangbefreit (IZB) die Gelegenheit, um auf die unwürdigen Zustände im AWO Psychiatriezentrum aufmerksam zu machen.

 

Der Protest galt an diesen Tagen also dem AWO Psychiatriezentrum als Folter, Zwang und Gewalt ausübende und zulassende Institution, nicht aber jedem Redebeitrag. Die IZB äußert sich vor allem solidarisch mit den Genoss*innen des LPEN.

 

Mit Parolen wie „Menschenrechte in der Psychiatrie“ oder „Psychiatrie geht auch zwangfrei“, einem Transparent und Redebeiträgen gaben die Demonstrierenden dieser Veranstaltung an beiden Tagen kritische Begleitung.

 

 

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Aktionsspaziergang zum Gedenktag der Psychiatrie-Toten beim APZ-Königslutter!

Der 02te Oktober gilt seit 16 Jahren als Gedenktag für die durch, oder in Folge von psychiatrische/r "Behandlung" gestorbenen Menschen. Aus diesem Anlass besuchten an diesem Tag einige Aktivist*innen das AWO Psychiatriezentrum (APZ) in Königslutter (Niedersachsen) und machten mit Transparenten, mit Kreidesprüchen wie "Psychiatrie ohne Zwang!" und einer Rede auf die Missstände im vorherrschenden Psychiatrie-System und auf den Gedenktag selbst aufmerksam. Hierbei entstanden einige interessante Gespräche mit Menschen, die auf die Aktion aufmerksam wurden. Nach ungefähr einer Stunde verließen die Aktivist*innen das Gelände des APZ wieder und ließen neben den Kreidesprüchen noch aufgehängte Transparente zurück.

 

 

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Kleine Demonstration gegen Zwangspsychiatrie in Königslutter!

Am Freitagnachmittag demonstrierten in Königslutter zirka fünfzehn Personen gegen Zwangsmaßnahmen in Psychiatrien. Sie riefen „Psychiatrie geht auch zwangfrei!“ und „Für die Freiheit! Für das Leben! Zwangsanstalten das Handwerk legen!“, verteilten Flugblätter mit ihren Forderungen und diskutierten mit Passant*innen auf ihrem Demonstrationszug vom AWO Psychiatriezentrum (APZ) über die Innenstadt zum Kaiserdom.

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